Worin genau besteht der Unterschied zwischen katholischer und evangelischer Kirche?

gestellt von Sascha Mees am 29. Februar 2016

Worin genau besteht der Unterschied zwischen katholischer und evangelischer Kirche?

Eine große Frage, die Sie da haben, lieber Sascha Mees: der Unterschied zwischen katholisch und evangelisch. Dazu lässt sich viel sagen, ich versuche es mal so und fange bei den Gemeinsamkeiten an:

Katholische und Evangelische sind beides Christ/innen. Menschen, die durch die Taufe ganz eng mit Gott und Christus verbunden sind. Die Taufe wird auch wechselsseitig anerkannt. Beide glauben wir gemeinsam an Gott, den Vater, Sohn und Heiligen Geist. Wir glauben an Gott, der uns liebt, und deshalb Jesus Christus als seinen Sohn auf die Erde geschickt hat. Im Heiligen Geist sind wir verbunden - mit Gott und untereinander.

Früher gehörten bei uns alle Christ/innen einer einzigen Kirche an. Aber vor ungefähr 500 Jahren gab es einen Mönch mit Namen Martin Luther. Er übte Kritik an dem, was damals in der Kirche passierte – vor allem am sog. "Ablasshandel": dass man sich von seinen Sünden freikaufen konnte mit einem Brief - und das Geld bekam die Kirche. Damals gab es reiche Menschen, die  besser behandelt wurden als die Armen und Bibel und Predigt gab es nur auf Latein und es wurde den Menschen viel Angst gemacht.

Dagegen hat er protestiert - und mit ihm auch andere. Deswegen nennt man evangelische Christ/innen auch "Protestanten". Am Ende wurden neben der katholischen Kirche mehrere Kirchen gegründet: die Kirchen der Reformation. "Katholisch" und "evangelisch" - das sind also Bezeichnungen für unterschiedliche Richtungen innerhalb der christlichen Religion. Diese verschiedenen Richtungen nennt man auch Konfessionen, auf deutsch: Bekenntnisse.

Jetzt fragen Sie, lieber Sascha Mees, speziell nach Unterschieden:

Zum Beispiel: Wir evangelische Christ/innen haben keinen Papst. Bei uns dürfen auch Frauen Pfarrerinnen werden und die Pfarrer dürfen heiraten  – beides geht bei den Katholik/innen nicht. Katholische Pfarrer nennt man auch Priester. Wir Evangelische sprechen vom "Priestertum aller Gläubigen" - das heißt, wir glauben, dass jeder Mensch einen direkten Zugang zu Gott hat und es keinen Mittler (Priester) dazwischen braucht.

Ein großer Unterschied ist das Verständnis der Kirche an sich. Für die Katholik/innen ist sie ein Sakrament, die Priester gehen in apostolischer Sukzession (Handauflegung) auf Petrus, den Jünger Jesu, selbst zurück. (Darauf reagieren evang.-luth. Kirchen zum Teil, dass jemand aus Schweden mit einsetzt bei Ordination - damit diese Reihenfolge da auch gegeben.) Ein wichtiger Unterscheidungspunkt dabei, wo das spürbar ist, ist  die Abendmahlsfeier. Katholik/innen sprechen von Eucharistie und wollen nicht, dass Evangelische daran teil haben, weil wir ihrer Meinung nach keine "richtige Kirche" sind.

Katholik/innen glauben, dass bei der Abendmahlsfeier Brot und Wein zum Leib und Blut Christi werden und verwandelt bleiben durch den Priester.

Was uns als Konfessionen verbindet ist aber größer, als das was uns trennt. Deshalb suchen wir die Verbindung untereinander, dies nennt man "Ökumene". Das ist Griechisch und bedeutet: "die ganze bewohnte Erde". Damit wollen wir Christ/innen zeigen: eigentlich gehören wir alle zusammen. Dazu sagt der ehem. ekd-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber "Unterschiede müssen nicht trennen" und wirbt für eine Ökumene der Profile (siehe Link hier).

Herzliche Grüße und Gottes Segen,

Ihre Sabine Löw

Kommentare

"Damit wollen wir Christ/innen zeigen EIGENTLICH gehören wir alle zusammen."
Dieses Eigentlich zeigt quasi den Egoismus und die Anschauung der Kirche. Ihr belügt euch selbst. Das Christentum beinhaltet Nächstenliebe und Barmherzigkeit.
Und in diesem Satz grenzt ihr euch von eurem eigenen Glauben ab. Weil ihr denkt das wir alle nur eigentlich zusammen gehören.
By the way, Muslim, Christ, Buddhist, Atteist - wir sind alles eins! One Love!

Es grüßt, ein 24-jähriger aus Frankfurt/M, der euch eins voraus hat: Nächstenliebe.

Wenn Du Nächstenliebe "hast", wie Du sagst, dann hau sie nicht anderen um die Ohren. Das tut ihr nicht gut.

Nächstenliebe ist ein Zentralbegriff des Christentums.

Buddhisten kennen kein Mitleid und keine Nächstenliebe - sie wollen einfach nur ihre Ruhe haben. Die Lehre Buddhas ist eine Lehre des Todes. Das Christentum ist eine Lehre des Lebens.

cool

Vielleicht sollte man sich einfach mal die Bibel zur Hand nehmen und darin lesen... dann würden einem die Unterschiede klar und deutlich ins Auge springen.
Nur ein paar Beispiele: Das Fegefeuer- in der Bibel gibt es nicht eine Stelle die über ein Fegefeuer spricht. Dies ist eine rein katholische Lehre, und nicht biblisch.

Auferstehung- in der Bibel wird eindeutig darüber gesprochen, dass der Mensch, wenn er stirbt, tot ist, das heißt, er ruht, bekommt nichts mit bis zu dem Tag an dem Jesus wieder kommt. Erst dann werden die Toten auferstehen, die einen, die an Gottes Wort geglaubt und sein Gesetz geachtet haben, zum ewigen Leben, die anderen, werden ihren Taten entsprechend gerichtet, und sterben den endgültigen, ewigen zweiten Tod.
In der katholischen Kirche lehrt man, dass nach dem Tod ein Aufenthalt im Fegefeuer wartet, wo man gereinigt wird, und dann entweder in den Himmel, oder in die Hölle kommt. Eine brennende Hölle in der man für ewig Schmerzen und Qualen erleiden muss, ist ebenso eine rein katholische Lehre, die nicht biblisch ist.

Taufen- in der katholischen Kirche, sowie in den meisten protestantischen Kirchen wird die Kindstaufe ( meistens als Baby )vollzogen. Auch darüber findet man keinen einzigen biblischen Text! Die Taufe wird in der Bibel an erwachsenen Menschen vollzogen, die sich frei dafür entschieden haben, und an Jesus Christus, als den Sohn Gottes glauben.

Bilderverehrung, - im zweiten Gebot der Bibel steht ganz klar und deutlich was darüber zu halten ist. " Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen ..." Leider wurde dieses Gebot in der römisch katholischen Kirche herausgenommen, da man aus ersichtlichen Gründen ( Statuen, Bilder, Schreine, Reliquien die angebetet werden ) diesem dann nicht nachgehen könnte.

Es gäbe jetzt noch viele Unterschiede aufzulisten, der wichtigste Unterschied ist aber folgender:

Die biblische Lehre sagt, Jesus Christus kam auf die Erde um den gefallenen, sündigen Menschen zu erlösen. Jesus Christus starb für uns am Kreuz, er nahm diesen Opfertod auf sich, und starb für unsere Sünden an gebrochenen Herzen.
Nur durch dieses Opfer haben wir Erlösung finden dürfen, denn die Bibel sagt uns klar und deutlich: Der Sünde Sold ist der Tod! Und damit meint sie den ewigen Tod.
Jesus Christus war Mensch geworden um uns mit seinem Vater ( Gott Vater ) zu versöhnen, damit wir bei seiner Wiederkunft in die Herrlichkeit eingehen können , und nicht für immer und ewig verloren sind.
Die katholische Kirche lehrt, dass der Tod Christi nicht notwendig gewesen wäre um ins Himmelreich zukommen, dass er einfach nur ermordet wurde, und uns seine guten Werke alleine Erlösung schenken. Wenn dem so wäre, wäre die gesamte Bibel ein Lügenmärchen, denn schon im alten Testament wird auf Jesus Christus, dem Erlöser hingedeutet, der uns nur durch sein Blut erlösen kann.

Ich weiß, dass das jetzt viele Informationen sind.

Im Grunde genommen möchte ich nur eines sagen- Die Unterschiede sind so groß DASS es zu Protesten kam und somit zum Protestantismus. Und diese Unterschiede sind heute noch genauso da, wie vor 500 Jahren, da sich das Wort Gottes nicht geändert hat! Gott selbst sagt, wir sollen alles prüfen, tun wir das?

Es gibt nur ein Wort Gottes, das ist die Bibel. Martin Luther hat bemerkt dass die Lehre der Katholischen Kirche nicht mit dem Wort Gottes übereinstimmt-weil er sich hingesetzt hat, um die Schrift zu studieren. Der Auslöser des Protestantismus war der Ablasshandel (der nachwievor in der katholischen Kirche "praktiziert" wird! ) aber je mehr Martin Luther studierte, desto mehr Unstimmigkeiten erkannte er.
Nun, und jetztdie letzte Frage: Wenn es diese Unstimmigkeiten waren die zur Trennung führten, und diese Unstimmigkeiten nach wie vor bestehen, da die katholische Kirche in den letzten 500 Jahren, ihre Lehre nicht geändert hat, wo lassen sich da jetzt, 500 Jahre später, Gemeinsamkeiten finden?

Ich möchte hier keine Menschen angreifen, denn ob in der katholischen sowie in der protestantischen Kirche, gibt es Menschen die mit ihrem ganzen Herzen an Gott glauben, es geht hier rein um eine objektive Unterscheidung zwischen Katholizismus und Protestantismus.

Gottes Segen,
Alexandra

Danke für die ausführliche darlegung Ihrer Meinung, Alexandra.

Hallo Alexandra. Ich hoffe, es ist ok, wenn ich kurz nachfrage. Wie kommen Sie darauf, dass die katholische Kirche lehre, dass Jesu Tod nicht notwendig gewesen sei? Und wie ist die Stelle in der Bibel gemeint, in der es heißt" sie werden dort nicht rauskommen, bis der letzte Groschen bezahlt wurde"? Ich weiß den genauen Wortlaut nicht. Aber irgendwie so steht das in der Bibel. Ich habe mal gelesen,dass hier das Fegefeuer gemeint sein könnte. Wie ist diese Bibelstelle gemeint? Wäre um Hilfestellung dankbar. Ich kenne mich nicht allzu gut im Glauben aus, will aber Jesus unbedingt bedingungslos folgen. Viele Sachen verstehe ich oft nicht. Ich finde es allen voran sehr schade,dass die Christen sich gegenseitig oft anfeinden. Das macht mich traurig. Ich glaub nicht, dass das Jesus gut findet. Wie siehst du das? Ich freue mich sehr, von dir zu hören. Sei reich gesegnet.Liebe Grüße Vici

Es widerspreche Ihnen nicht gerne, aber dennoch ist es mir ein Anliegen, darzulegen, dass das Fegefeuer doch biblisch ist. Das Problem hier ist, dass es für sie nicht biblisch ist, da z.B. die Makkabäerbücher, seit Luther, nicht mehr im Kanon "Ihrer Bibel" zu finden sind. Dies ist darauf zurück zu führen, dass der Inhalt dieser Bücher nicht in die neue Theologie Luthers passte. Dort ist im 2. Buch der Makkabäer 12,43-45 bereits vom Fegefeuer(sprich die Sühne der Sünden nach dem Tode) die Rede. Bitte setzen Sie sich mit dieser und weiteren Stellen auseinander, um zu wissen was in der Bibel steht und warum die Katholische Kirche dieses lehrt.
Gottes Segen auf all deinen Wegen
Ein überzeugter Katholik

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