Austritt Folgen, wozu Kirche?

gestellt von Maria Wall am 2. Juni 2012

Was hat es für Folgen für einen aus evangelischer Sicht, wenn man aus der evangelischen Kirche austreten will, außer dass man nicht mehr kirchlich heiraten kann, nicht Pate werden, etc.?

Mein Sohn fragt mich das immer. Er glaubt daran, dass Jesus für seine Sünden gestorben ist. Er fühlt sich aber in der der ev. Kirche nicht wohl, da sie ihm zu politisch ist. Es wird seiner Meinung nach meistens, sogar in den Predigten, über den Klimawandel und Frauenprobleme gepredigt. Außerdem spürt man in unserer Gemeinde keine Gemeinschaft, so wie sie im Neuen Testament beschrieben wird.

Man kann doch auch ohne Kirche an Gott glauben, oder?

Liebe Frau Wall,

sicherlich kann man auch an Gott Glauben, ohne in der Kirche zu sein. Allerdings ist der Glaube an den christlichen Gott schwer ohne Kirche denkbar. Der christliche Glaube hat nicht nur eine Ausrichtung „von unten nach oben“, vom Individuum zu Gott, sondern die zweite, „horizontale“ Ausrichtung gehört ebenso dazu – die Gemeinschaft der Gläubigen. Wie es unser Glaubensbekenntnis sagt: „Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen.“ Der christliche Glaube denkt immer die Gemeinschaft mit den anderen Menschen mit – nicht nur die Beziehung zu Gott. Wer sich aus dieser Gemeinschaft verabschiedet, verabschiedet sich von einer der wichtigsten Glaubensaussagen des Christentums.

Für die Kirche hat das zur Folge, dass sie einen Ausgetretenen – auf dessen ausdrücklichen Wunsch – aus ihrer Gemeinschaft entlässt. Wenn Ihr Sohn sich in seiner Gemeinde nicht wohl fühlt, sollte er überlegen, ob er nicht daran etwas ändern möchte. Er kann sich engagieren, kann über Inhalte und Formen diskutieren. Sie beschreiben Ihren Sohn als jemanden, der seinen Glauben leben möchte, und mitdenkt. Als Gemeindepastor würde ich mich über solche Gemeindeglieder und über ihre Kritik und Anregungen freuen.

Sollte er seine Heimat in dieser Gemeinde gar nicht finden können. Kann er die Gemeinde wechseln – wenn das nichts nützt, kann er sich einer anderen Konfession anschließen. Der Austritt sollte für einen wirklich gläubigen Menschen der allerletzte Ausweg sein, denn er führt in die geistliche Einsamkeit. Christlicher Glaube will die Gemeinschaft, lässt sich durch sie anregen und erneuern – und setzt sich auch mit ihr auseinander.

Herzliche Grüße

Frank Muchlinsky

Kommentare

Die ev. Kirche ist viel zu politisch. Exakt!
Gottesdienst zum Tag der Arbeit! Ts!

In den Predigten geht es nur noch um die Flüchtlinge, über den Klimawandel und über die Welt-Frauenprobleme oder um den Valentinstag. Korrekt!

Außerdem spürt man in der ev. Kirche keine Gemeinschaft, so wie sie im Neuen Testament beschrieben wird. Adäquate Aussage!
Gedenktagsgottesdienst an den Tsunami?......Kopfschüttel.....

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