Lässt sich "Konfirmation" doppelt bestimmen?

gestellt von Gast am 26. Mai 2012

Zum einen bekräftigt Gott sein Ja, das er grundlegend in der Taufe dem Täufling gegeben hat. Im Konfirmationsgottesdienst kommt dies besonders bei der Einsegnung zum Ausdruck: Die Konfirmanden werden unter Handauflegung gesegnet und erfahren so den Zuspruch Gottes. Danach erhalten sie ein Bibelwort als Konfirmationsdenkspruch. Zum andern werden die Konfirmanden auf ihre eigene Haltung zum Glauben und zu ihrer Kirche angesprochen und können auch ihr eigenes Glaubensbekenntnis vortragen, das erheblich vom Glaubensbekenntnis abweichen kann.

Vor der Konfirmation. am Tag zuvor, wird das Konfirmanden-Abendmahl gefeiert. Jesus Christus schloss mit den Jüngern diesen neuen Bund: Die Zeichen dieses Bundes sind das Brot und der Wein. Die Abendmahlsfeier erinnert an diesen neuen Bund. Konfirmanden, die hier am Abendmahl teilnehmen und mitfeiern bekennen sich zum Glauben an Jesus Christus und bekennen die Heilige christliche Kirche. Wozu also dieses Doppel-Gemoppel mit nebulös-verschwommenem Ausgang? Soll bei der Konfirmation das Bekenntnis von den Konfirmanden widerrufen werden? Soll das eine Provokation sein, die bewusst ins Konfirmationsgeschehen implantiert wurde?

Mist produzieren, als "Dünger" sozusagen! Glauben lernt man schliesslich nicht im Konfirmationsunterricht sondern ist ein longlife learning Prozess. In der Landeskirche Württemberg findet demnächst das Konfirmanden-Abendmahl statt. Am Tag darauf findet die Konfirmation statt.

Lieber Gast,

In der Säuglingstaufe bekennen sich die Eltern des Täuflings stellvertretend für das Kind zum christlichen Glauben. Das Kind wird durch die Taufe in die Kirche aufgenommen. In der Konfirmation bekennen sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden zum ersten Mal selbst und zum Christentum, sagen zum ersten mal selbst laut „Ja“ zu ihrer Taufe. Von nun an sind sie mündige Glieder der Kirche.

Weil dieser Schritt durchaus bedeutend ist, bekommen sie einen Spruch aus der Bibel, der sie auf Ihrem weiteren Weg begleiten kann und einen sehr persönlichen Segen mit Handauflegung. Beides geschieht ja zum Beispiel auch bei einer Trauung. Auch die Teilnahme am Abendmahl können Sie als Stärkung verstehen für den weiteren Weg – eiegtnlich genau in Ihrem Sinne als „lebenslanges Lernen“.

In einem Lebensabschnitt, in dem sich für die Jugendlichen sehr viel verändert, möchte die Kirche Gottes Beistand möglichst fühlbar machen. Dazu sind Segen, persönlicher Spruch und Abendmahl sehr gut geeignet. Ein Zuviel davon kann es meines Erachtens nicht geben.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Muchlinsky

 

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