Taufe in der Freikirche statt Konfirmation

gestellt von ote am 20. März 2012

Quote:

Unser Sohn ( 13 Jahre ) geht seit 6 Jahren regelmäßig in die Freikirche der Siebentags Adventisten und will sich evtl. nächstes Jahr dort taufen lassen und nicht zur Konfirmation gehen.

Er ist ev. luth. als Säugling getauft worden. Meine Frage: kann er später trotzdem ev.-luth. heiraten?
Kann er sich als Erwachsener noch konfirmieren lassen?

Lieber Gast,

ich habe meine Antwort zu überarbeiten, weil ich in der Tat eine Auskunft gegeben habe, die so nicht stimmte. Wenn sich Ihr Sohn in einer Freikirche ein zweites Mal taufen lässt, macht er damit deutlich, dass er aus der Lutherischen Kirche austreten will.

Wenn er kein Mitglied der evangelisch-lutherischen Kirche mehr ist, wird er sich als Erwachsener nicht mehr in einer evangelisch-lutherischen Kirche trauen lassen können, es sei denn, seine Braut würde der evangelisch-lutherischen Kirche angehören.
Eine Konfirmation ist dann ebenfalls nicht möglich und wäre für einen Erwachsenen ohnehin ungewöhnlich.

Mit freundlichen Grüßen
Frank Muchlinsky

Hier lasse ich meine ursprüngliche Antwort noch stehen, damit man sehen kann, was ich zunächst geantwortet habe und was entsprechend hier eine große Diskussion ausgelöst hat:

Lieber Gast,

Ihr Sohn kann theoretisch – trotz seiner Taufe in der Freikirche der Siebenten Tags-Adventisten – Mitglied der ev.-luth. Kirche bleiben. Dazu ist die Konfirmation nicht nötig, sondern lediglich die Taufe.
Als Mitglied der Lutherischen Kirche kann er sich natürlich in einer entsprechenden Kirche trauen lassen. Eine Konfirmation als Erwachsener wäre eher ungewöhnlich und auch nur nötig, wenn er einmal Taufpate für ein Kind werden möchte, das in einer ev.-luth. Kirche getauft werden soll.

Allerdings ist seine Entscheidung gegen die Konfirmation und für die Taufe in der Freikirche meiner Meinung nach ein deutliches Zeichen dafür, dass er lieber dieser Kirche angehören will als der der Evangelisch-Lutherischen. Die Konfirmation ist ja dafür da, dass ein junger Mensch, der sich als Säugling noch nicht selbst entscheiden konnte, ob und zu welcher Kirche er gehören möchte, sich nun entschieden kann. Ihr Sohn entscheidet sich anscheinend für die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten.

Vielleicht hat Ihr Sohn Ihnen schon erzählt, was ihm an der Freikirche besonders gefällt. Sicherlich ist es interessant zu erfahren, was ihn zu diesem Schritt bewegt.

Eine Anmerlung möchte ich noch machen: Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ist Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland ist. Sie stimmen also – wie die verfassten Kirchen - mit den altkirchlichen Bekenntnissen überein und lassen als alleinige Grundlage des Glaubens die Bibel gelten. Mit anderen Worten: Sie sind eine Kirche, keine Sekte.

Mit freundlichen Grüßen
Frank Muchlinsky

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Kommentare

Sowohl bei der Frage als auch bei der Antwort wird deutlich, dass Taufe als Eintritt in eine Kirche gesehen wird. Faktisch ist das leider so, aber es ist eine Verdrehung des ursprünglichen Gedankens.
Mit der Taufe bezeuge ich, dass ich zu Gott gehöre, dass er mich annimmt! Ich bin dann Teil der weltweiten Gemeinde Gottes. Ob Lutherisch, Adventistisch, Baptistisch, Katholisch, Methodistisch, Charismatisch oder was auch immer ist da völlig egal.
Bei der Taufe geht es nicht um kirchenpolitische Interessen und Mitgliederzahlen, sondern um ein gegenseitiges Bekenntnis zueinander von Gott und mir.

Das ist absolut korrekt. Die Bedeutung der Taufe ist die Aufnahme in die Gemeinschaft der Heiligen, also in die eine Weltkirche. Allerdings hat das – nicht zuletzt bei uns in Deutschland - auch Konsequenzen, weil man nach der Taufe einer bestimmten Konfession angehört.

Ich bin kein Mitglied mehr der evang.-luth. Kirche. Weil ich deren Umgang mit dem Glauben, nicht mehr tolerieren konnte. Hinsichtlich ihrer Verquickung mit der Politik.
Ich gehe jetzt immer zum Gottesdienst einer Freikirche. Da wurde mir vom Pastor gesagt, das meine Taufe nicht gelten würde? Ich dachte immer, mit der Konfirmation
habe ich doch den gleichen Status, als mit der Untertauchung bei Z. J. , oder Adventisten ect. ??
Was ist ihre Aussage dazu?

Das stimmt schon. Aus Sicht mancher Freikirchen ist die Taufe als Säugling ungültig. Gleichgültig, ob Sie sich als Konfirmand zu ihr bekannt haben.

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