Weihnachten ist nicht mehr weit

gestellt von GAST am 15. Juni 2013

Hallo Frau Erichsen-Wendt,

im Gemeindebrief unserer Gemeinde werden für die Weihnachszeit sogenannte "Sternpaten" gesucht. In jedem Kirchenfenster soll ein elektrisch beleuchteter sogenannter "Herrnhuter Stern" hinausleuchten in die sündige Welt. Es wird sogar der Name des Spenders auf den Stern gedruckt, und der Messner hat einen Plan und kann genau sagen, wo welcher Spender Stern hängt. Ich meine, die Herrnhuter Brüdergemeine sind ja eher überkonfessionell orientiert. Finden Sie es passend, wenn wir Protestanten da die Werbetrommel rühren?

Zudem bin in der Meinung, nur weil bei Angela Merkel im Kanzleramt zur Weihnachtszeit ein Herrnhuter Stern im imposanten Gebäude im Spreebogen - an der Nahtstelle zwischen Ost und West (Schaltzentrale der Macht) hängt, muss doch nicht unsere Kirche das gleiche Schicksal wiederfahren. Wäre es nicht angebrachter für Jesus Christus, dem Licht der Welt die Werbetrommel zu rühren? Schon mal danke für die Antwort.

Ich hoffe, dass auch eine Gegenantwort möglich ist. Zwecks der Demokratie.

Hallo GAST,

Weihnachten ist nicht mehr weit? Na ja. Jedenfalls fragen Sie sich, ob der „Herrenhuter Stern“ eine angemessene Ausstattung einer Kirche ist und der Verkündigung der Weihnachtsbotschaft dienlich ist.

 

Das Zeichen des Herrenhuter Sterns ist eng mit seiner Entstehungsgeschichte verknüpft. Die Herrnhuter Brüdergemeine ist in der Reformationszeit entstanden und hat sich unter ausgeprägt evangelischem Einfluss zu einer überkonfessionellen christlichen Bewegung entwickelt. Viele Herrenhuter waren in der Mission tätig. Ihre Kinder wuchsen in Internaten auf. Dort, so wird erzählt, bastelten die Kinder die „Herrenhuter Sterne“, um sie ihren Eltern zu Weihnachten  als Geschenk zu schicken. Dies erklärt die weltweite Verbreitung, die die Herrnhuter Sterne zu einem "Erkennungszeichen" christlicher Weihnachtsfrömmigkeit hat werden lassen.

 

Von Beginn an waren die Sterne ein Zeichen für Jesus Christus, das Licht der Welt. Und ich meine: Wer heute in der Advents- und Weihnachtszeit einen Stern in einer Kirche sieht, wer denkt da nicht an den Stern von Bethlehem, der uns heute wie damals den Weg an die Krippe weist? Auch viele Menschen, die an oder in ihren eigenen Häusern einen Herrenhuter Stern aufhängen, tun dies motiviert durch ihren christlichen Glauben.

 

Dass im Bundeskanzleramt ebenfalls in der Adventszeit ein Herrenhuter Stern hängt, bringt aus meiner Sicht die Haltung zum Ausdruck, dass auch der weltanschaulich neutrale Staat von Voraussetzungen lebt, die er selbst nicht garantieren kann.

 

Wenn sich Ihnen, GAST, dieses Zeichen nicht erschließt, wünsche ich Ihnen, dass Sie um Anderes wissen, was Sie im Alltag auf das weihnachtliche Kommen Jesu Christi hinweist.

 

Eine schöne Sommerzeit wünscht Ihnen

Friederike Erichsen-Wendt

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