Wer verfolgt die Christen am Ende der Zeit?

gestellt von PRISON PETER am 16. Juli 2013

Es gibt ca. 3,700 christliche Gemeinschaften auf der Welt. Alle haben gemeinsam, dass sie an Jesus Christus glauben. Wieso gibt es dann Gemeinschaften, die sagen, dass Gottes Gebote aufgehört haben zu existieren, und andere proklamieren die Einhaltung der Gebote?

Mit welcher biblischen Rechtsgrundlage ist der Kirchenverband dafür, dass der Islam seine Moscheen in unser christliches Abendland aufbauet, obwohl jeder Christ der zu dem Islam konvertiert, ein verlorener Mensch ist? Denn nur Jesus Christus ist der "Weg, die Wahrheit und das Leben, und niemand kommt zum Vater als denn durch mich." (Joh 14,6-7).

Am Ende der Zeit gibt es eine Christenverfolgung, so steht es in Offenbarung. Frage: wer könnte uns Christen verfolgen? Gegenwärtig ist das Christentum die größte verfolgte Gruppierung in der Welt, und verfolgt wird sie von dem Islam. Also, wer verfolgt die Christengemeinde in der endenen Zeit?

Lieber Prison Peter,

 

wenn ich Sie richtig verstehe, geht es Ihnen zum einen um die Frage, wie das Christentum sich dem Islam gegenüber verhalten soll, und andererseits fragen Sie danach, wer in der Bibel gemeint ist, wenn in der Offenbarung davon die Rede ist, was die Christen zu erleiden haben werden.

 

Sie schreiben, dass Sie kein Verständnis dafür haben, dass Moscheen in unserem Land gebaut werden, weil es ein christlich geprägtes Land ist. Aus christlicher Sicht mag man wie Sie sagen, dass jeder Christ, der zum Islam konvertiert, verloren ist. Sie führen eine Stelle aus dem Johannesevangelium dafür an. Ja, mit diesem Satz könnte man allen anderen Religionen absprechen, dass sie den Menschen Heil bringen können. Und das wurde auch schon getan. Muslime wurde Jahrhundertelang von den Christen "Ungläubige" genannt.

 

Und umgekehrt? In den Augen strenggläubiger Muslim sind wir die Gottlosen. Die erste "Säule des Islam" ist das Bekenntnis ("Shahada"): "Es gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed ist sein Prophet." Wenn wir daran festhalten, dass es keinen anderen Weg als unseren eigenen gibt, dann muss das zwangläufig dazu führen, dass wir einander bekriegen. Das aber will weder unser Gott, noch will es Allah. Also müssen wir nachsehen, was wichtiger ist: Wollen wir einander respektieren und also akzeptieren, dass auch die andere Religion ein Weg zum Heil sein kann? Oder wollen wir darauf bestehen, dass die anderen Ungläubige sind, denen man verbietet, in den Ländern, wo sie die Minderheit sind, Kirchen oder Moscheen zu bauen?

Ich bin der Überzeugung, dass unserem Glauben nichts abhanden kommt, wenn wir auch anderen Religionen zugestehen, Wege zu Gott zu sein. Vielmehr würden wir dem Willen Gottes viel mehr widersprechen, wenn wir mit Gewalt gegen Menschen vorgehen, die anders glauben als wir.

 

Nun noch zu Ihrer Frage nach der großen Verfolgung am Ende der Zeiten. Die Apokalypse oder auch Offenbarung des Johannes wurde geschrieben in einer Zeit, in der die Christinnen und Christen bereits unter massiver Verfolgung durch den römischen Staat litten. Wenn der Autor des Buches also von dem Drachen, der großen Hure Babylon oder dem großen Tier aus dem Meer schreibt, dann sind damit diejenigen gemeint, die vor fast 2000 Jahren die Christen verfolgten.
Der Verfasser der Apokalypse war der festen Überzeugung, dass er bereits in der von ihm beschriebenen Endzeit lebt. Er war sich – zusammen mit den Christen seiner Zeit – ganz sicher, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis Jesus (das "Lamm" in der Offenbarung) wiederkäme. Dann würde die Welt enden und Gott sein Werk vollenden. Also, kurz und gut: Wenn Sie fragen, wer die Christen am Ende der tage verfolgen wird, so lautet die Antwort der Bibel: "Die Römer."

 

Nachdem die Christenheit fast zweitausend Jahre lang auf das Wiederkommen Jesu wartet, ist die Vorstellung von der großen Bedrängnis am Ende der Zeiten in den Hintergrund gerückt. Wir warten immer noch, doch geht es uns vor allem darum, dass am Ende der Zeit Jesus Christus alle Menschen zu seinem Gericht rufen wird.

 

Ich grüße freundlich!

Frank Muchlinsky

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