Lutherbibel und Bibel Hoffnung für alle

gestellt von Gast am 30. September 2013

Hallo !

Beim Gemeindefest wurden den Konfis (2 Gruppen - 2 Pfarrerinnen) ihre Bibeln überreicht. Die eine Gruppe bekam die Lutherbibel, die andere Gruppe bekam die Bibel "Hoffnung für alle".

Welche Unterschiede bestehen zwischen diesen Bibeln?
Bedeutet "Frohe Botschaft", "Hoffnung für alle"?

Lieber Gast,

 

Die Bibel ist ursprünglich auf Hebräisch und Griechisch verfasst – das Alte Testament in Hebräisch (und ein paar Teile in Aramäisch), das Neue Testament in Griechisch. Sowohl die Lutherbibel als auch die "Hoffnung für alle" sind also Übersetzungen.

 

Die "Lutherbibel", die man heute im Buchladen bekommt, wurde 1984 herausgegeben und ist eine überarbeitete Version der Bibelübersetzung von Martin Luther. Sie geht also auf eine Übersetzung zurück, die bald 500 Jahre alt ist. Im Laufe der Geschichte wurde sie immer wieder den Entwicklungen angepasst, die unsere deutsche Sprache nahm, aber der "Klang" ist immer noch der, dem Luther der Bibel gegeben hat.

 

Vielen Menschen erscheint darum die Lutherbibel als ein wenig altertümlich. Die Sprache ist nicht die unserer Zeit. Nicht zuletzt darum hat es immer wieder neue Übersetzungen gegeben, die sich vor allem um Verständlichkeit des Bibeltextes bemühen. Zu diesen Übersetzungen gehören zum Beispiel die "Basisbibel", die "Gute Nachricht" und auch "Hoffnung für alle", die erstmalig 1983 erschien. Allerdings bemüht sich die "Hoffnung für alle"-Übersetzung nicht nur um Verständlichkeit, sondern sie will die originalen texte auch möglicht zuverlässig übersetzen.

 

Als Kostprobe können Sie mal vergleichen, wie sich der Anfang der bekannten Weihnachtsgeschichte nach Lukas in den beiden Übersetzungen anhört:

 

Lk 2,1-5 nach "Luther 1984":

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.

 

Lk 2,1-5 nach "Hoffnung für alle"

In dieser Zeit befahl Kaiser Augustus, alle Bewohner des römischen Reiches in Listen einzutragen. Eine solche Volkszählung hatte es noch nie gegeben. Sie wurde durchgeführt, als Quirinius Statthalter in Syrien war. Jeder musste in seine Heimatstadt gehen, um sich dort eintragen zu lassen. So reiste Josef von Nazareth in Galiläa nach Bethlehem in Judäa. Denn er war ein Nachkomme Davids und in Bethlehem geboren. Josef musste sich dort einschreiben lassen, zusammen mit seiner Verlobten Maria, die ein Kind erwartete.

 

Auf der Seite "Bibelserver.com" können Sie sich noch weitere Übersetzungen anschauen. Der Name der Bibelübersetzung selbst ist keine alternative Übersetzung zu "Frohe Botschaft" (griechisch "Euangelion"), lehnt sich aber daran an. Wenn Sie mehr über verschiedene Arten der Bibelübersetzung wissen möchten, empfehle ich Ihnen einen Artikel in unserem "Glauben-Bereich" zu diesem Thema.

 

Mit freundlichen Grüßen

Frank Muchlinsky

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