Gibt es Unfallkreuz für Verkehrstote nur in Deutschland und was wollen sie sagen?

gestellt von GAST am 28. Oktober 2014

Sind Markierungen der Sterbeorte durch Unfallkreuze ein deutsches Phänomen? Warum werden vor allem für junge Menschen Unfallkreuze aufgestellt und ganz selten für ältere Menschen? Sollen mit den Unfallkreuzen eventuell Schuldzuweisungen an Jesus ausgedrückt werden? Die Uno hat den dritten Sonntag im November zum Weltgedenktag für die Opfer des Straßenverkehrs erkoren. Was hat die Uno mit dem christlichen Symbol "Kreuz" zu tun? Und was meint die evangelische Kirche, wenn Kreuze im öffentlichen Raum aufgestellt werden, zum Gedenken an Verkehrstote, jedoch nicht zum Gedenken an Jesus Christus?

Liebe Schreiberin, 

Unfallkreuze - jetzt im November fallen sie einem wieder besonders am Straßenrand wieder ins Auge, oft steht ein rotes Kerzenlicht daneben. 

Diese Kreuze sind kein rein deutsches Phänomen. Unfallkreuze sind in der gesamten westlichen Welt verbreitet. Neben dem europäischen Raum finden sich solche Mahnmale in den USA, Australien, Japan und Lateinamerika unter Bezeichnungen wie roadside memorials, roadside shrine, altarini, descansos oder animitas.

In Deutschland ist sogar die Errichtung von Unfallkreuzen nicht genehmigt!  Sie wird aber weitgehend von den Behörden toleriert - wie wir eben sehen können. Ich weiß nicht, ob sie mehr für jüngere Menschen stehen - aber wenn, dann könnte ich mir vorstellen, weil ein Tod von einem jungen Menschen einen besonders hart trifft und man Orte des Gedenkens und der Trauer braucht. 

Das mit der UNO kann ich Ihnen leider nicht beantworten. Diese mailen Sie am besten selbst an.

Aber das möchte ich sagen: 

Kreuze finden sich an Straßen.

Kreuze finden sich auch auf Gräbern. 

Kreuze finden sich in Traueranzeigen.

Kreuze finden sich oft in Verbindung mit dem Tod. 

Das Kreuz ist auch  d a s  Symbol für das Christentum an sich.

Als Jugendliche war ich da immer uneins mit diesem Symbol. Viel passender als dieses hätte ich ein Offenes Grab gefunden - weil Jesus ja nicht am Kreuz hängen blieb, sondern auferstanden ist von den Toten. Heute kann ich das Kreuz mehr schätzen, weil es das Leiden von Menschen (und Menschen können auf Erden unendlich leiden) sehr ernst nimmt. 

Interessant ist ja bei den Unfallkreuzen und den Kreuzen auf Friedhöfen, dass sie keine Kruzifixe sind. Jesus hängt nicht mehr daran. Auch da ist er auferstanden! 

Warum also das Kreuz, wenn Menschen sterben? 

 - Um zu zeigen, was diese Bibelstelle sagt - quasi um ein Zeichen für diese Bibelstelle zu haben:

 Als ihr getauft wurdet, seid ihr mit Christus begraben worden, und durch die Taufe seid ihr auch mit ihm zusammen auferweckt worden. Denn als ihr euch taufen ließt, habt ihr euch ja im Glauben der Macht Gottes anvertraut, der Christus vom Tod auferweckt hat. (Kolosser 2,12)

oder noch deutlicher in Römer 6, 3ff: 

 Ihr müsst euch doch darüber im Klaren sein, was bei der Taufe mit euch geschehen ist. Wir alle, die »in Jesus Christus hinein« getauft wurden, sind damit in seinen Tod hineingetauft, ja hineingetaucht worden.
 Durch diese Taufe wurden wir auch zusammen mit ihm begraben. Und wie Christus durch die Lebensmacht Gottes, des Vaters, vom Tod auferweckt wurde, so ist uns ein neues Leben geschenkt worden, in dem wir nun auch leben sollen. Denn wenn wir mit seinem Tod verbunden wurden, dann werden wir auch mit seiner Auferstehung verbunden sein. 
 
In diesem Sinne, liebe Schreiberin, kommen Sie gut durch den November mit Jesus - wo an so vielen Ecken und Enden der Tod zu finden ist.
Jedes einzelne Kreuz, das Sie sehen - verweist auf Jesus. Auf Jesus Christus, der den Tod überwunden hat und mit dem wir auch in der Auferstehung verbunden sind.
 
Mit herzlichen Grüßen, 
Ihre
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