Kann eine Konvertierte Pfarrerin werden?

gestellt von Katharina Schreyer am 16. Juli 2015

Lieber Pfarrer Muchlinsky,

schon seit einigen Jahren lässt mich die Theologie nicht mehr los. Ich bin Katholikin, aber oft frustrieren mich die Glaubenssätze der katholischen Kirche. Ich fühle mich bereits seit einigen Jahren zu mehr berufen, weiß aber, dass es in meiner Kirche keinen besonderen Platz für Frauen gibt. Wieso sind in der evangelischen Kirche alle so frei und fröhlich und in der katholischen, eher zwanghaft und verbittert? Kann man als überzeugte konvertierte Gläubige, evangelische Pfarrerin werden?

Über eine Antwort von Ihnen, würde ich mich sehr freuen.

Herzliche Grüße
Katharina Schreyer

Liebe Frau Schreyer,

Wenn Sie tatsächlich Mitglied der evangelischen Kirche werden, können Sie auch Pfarrerin werden. Dafür müssen Sie freilich evangelische Theologie studieren und sich dann die entsprechenden kirchlichen Prüfungen absolvieren. Diese kirchlichen Prüfungen werden von den jeweiligen Landeskirchen durchgeführt. Das heißt, dass Sie sich in jedem Fall mit der Landeskirche, in der Sie gern als Pfarrerin arbeiten möchten, in Verbindung setzen müssen. In der Regel gibt es in den Landeskirchenämtern einen Ausbildungsreferenten, der Ihnen gern erklärt, wie der Weg genau aussieht.

Hier kommen Sie zu einer Übersicht der verschiedenen evangelischen Landeskirchen.

Herzliche Grüße

Frank Muchlinsky

Kommentare

"Wieso sind in der evangelischen Kirche alle so frei und fröhlich und in der katholischen, eher zwanghaft und verbittert?"

Sie waren offensichtlich noch nie in einer sächsischen Kirchgemeinde... die sind genauso verbittert und gar nicht fröhlich. Es gibt große Unterschiede zwischen den evangelischen Landeskirchen (uniert, lutherisch) und zwischen Kirchgemeinden.

Weil meine Frau katholisch ist, habe ich Erfahrung mit Kirchengemeinden in beiden Konfessionen. Dort habe ich nicht erlebt, dass die Unterschiede gross seien. Die katholischen Gemeinde, in der ich derzeit "zu Gast" bin, wirkt auf mich jedenfalls freier und fröhlicher, als ich es oft bin. Aber auch die evangelische Gemeinde ist lebhaft und fröhlich.
Die Auseinandersetzung mit den "Glaubenssätzen" der katholischen Kirche hat bei mir dazu geführt, dass ich erst begonnen habe, mich wieder mit evangelischen Glaubensauffassungen auseinanderzusetzen. Dort stelle ich dann häufig fest, dass es innerevangelisch selbst in essentiellen Thematiken oft sehr unterschiedliche Auffassungen gibt. An wen soll oder will man sich halten? Das ist in der evangelischen Kirche viel schwieriger als in der katholischen Kirche. Also besucht man den "Protestantomaten" :-) und erhält (in meinem Fall) als Ergebnis: Johann Sebastian Bach. OK, sage ich mir, Bach war evangelisch, hat aber die h-moll-Messe geschrieben und war auch in beiden Kirchen wahlweise zu Hause oder zu Gast. Macht für mich also Sinn.

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