Gehören Martinstag und Nikolaus in das evangelische Kirchenjahr?

gestellt von Jacqueline Ellhof am 25. Oktober 2016

Hallo,

momentan unterrichte ich eine 5. Klasse in evangelischer Religion. Die kommende Einheit wird "Das Kirchenjahr" sein. Allerdings stoße ich auf viele unterschiedliche evangelische Kirchenjahreskreise. Bei eingen sind der Nikolaustag ebenso wie der Martinstag aufgezählt, bei anderen nicht. Ich würde diese Tage nicht zwingend dazu nehmen, allerdings wird den Kindern der Martinstag ebenso wie der Nikolaustag natürlich als "Fest" einfallen. Wie kann ich dies begründen? Oder sollte man direkt auf das christliche Festjahr zurückgreifen und eben diese noch hinzunehmen?

Liebe Grüße

Liebe Frau Ellhof,

Martinstag und Nikolaustag sind Feste zweier Heiliger. Da die evangelische Kirche der Heiligenverehrung eher kritisch gegenüber steht, gibt es hier und da die Entscheidung, diese beiden  Feste als katholisch zu verstehen und (wie zum Beispiel Fronleichnam) aus dem evangelischen Kirchenjahreskreis zu streichen. Martin Luther hat schon damit angefangen, indem er dem Heiligen Nikolaus das "Christkind" als Konkurrenten gegenüberstellte. Wenn Sie gern die ganze Geschichte dazu lesen möchten: Klicken Sie mal hier.

Auf jeden Fall sind Martinstag und Nikolaus für Kinder ausgesprochen schöne Feste, und das erklärt, warum sie auch in den meisten evangelischen Kitas gefeiert werden. Ich würde Ihnen empfehlen, die beiden Tagein der Vorstellung des Jahreskreises hinein zu nehmen und zu erläutern, dass sie eben Heiligengedenktage sind. Immerhin bekam Luther auch darum den Namen Martin, weil er am 11.11. getauft wurde. Ich habe wenig Bedenken, diese Tage auch im evangelischen Kirchenjahr zu feiern. Die Geschichten, die von Martin und Nikolaus erzählt werden, sind außerdem spannend und regen zum Nachdenken an.

Herzliche Grüße

Frank Muchlinsky

Kommentare

Martin Luther wurde doch am 10.11. geboren, aber am 11.11. getauft - daher sein Vorname.

Der Fehler wurde behoben. Danke für den Hinweis.

Wie jetzt?
Sie haben keinerlei Bedenken, im Herrenjahr (Kirchenjahr) weitere Herren (St. Martin + St. Nikolaus) zu verherrlichen?

Martin Luther (und ich) sind nicht erfreut, wenn ständig stillschweigend neue Konkurrenz ins Kirchenjahr aufgenommen werden.

Natürlich mögen Kinder sehr gerne den Nikolaus und St. Martin und Halloween und Kürbisfeste. Ich mag`s ja auch!

Man kann ja Fasching feiern, Nikolaus-feiern, Halloween feiern, Laternenfeste feiern...bis zum Überdruß, aber man sollte die Konkurrenz nicht unbedingt im Zusammenhang mit dem evangelischen Kirchenjahres vorstellen.

Welche Konkurrenz? Eine Heiligenverhehrung gibt es in der evangelischen Kirche nicht. Ein Heiligengedenken sehr wohl, siehe Artikel 21 Confessio Augustana. Auch wenn es immer mal wieder unter den Teppich gekehrt wird, gibt es ein Gedenktag der Heiligen, der ebenso wie das katholische Allerheiligen auf den 1. November fällt. Außerdem finden sich auch die Gedenktage der Apostel und Evangelisten in evangelischen Agenden, daneben der Gedenktag der Erzengel, sowie der Gedenktag des Erzmärtyrers Stephanus am 26. Dezember sogar ein Marienfest ist dabei, nämich das Fest Mariä Heimsuchung am 2. Juli und der Gedenktag der unschuldigen Kinder. Somit sind Nikolaus und Martin sehr wohl mit der evangelischen Tradition verbindbar und die "Abschaffung" des Nikolauses und die Einführung des "Christkindes" wohl eher als Schnellschuss Luthers zu bezeichnen.

Wie Sie richtig bemerken und in einer langen, langen Liste aufzählen, distanzieren sich "die Evangelischen" immer weiter vom Reformator Martin Luther.

Auch der EKD-Vorsitzende verhält sich Martin Luther gegenüber recht stiefmütterlich und pilgerte erst neulich, "nun gerade erst recht" auf den Tempelberg und das, obwohl sich Luther abfällig über das Pilgern geäußert hat! Mit seiner Kritik hat Martin Luther aber vor allem den "Ablass" der damaligen Kirche im Visier gehabt, dass man also mit Geldleistungen, durch Pilger- und Bußgänge sich ein Stück vom himmlischen Seelenheil erkaufen könne. Seither hat man das Pilgern in der evangelischen Kirche komplett vergessen und man hat das Pilgern weitgehend abgelehnt und strikt verpont. Mutwillig oder nicht mutwillig, das weiß ich nicht, wird alles wieder eingeführt, was Martin Luther stark verurteilt hat. Da pilgert der Ratsvorsitzende los und legt wegen dem Seelenheil der Muslime und dem Seelenheil der Juden am Tempelberg sein Kreuz nieder.

Dass die evangelische Kirche muslimische, ungetaufte Erzieherinnen einstellen dass wir "die Beschneidung" feiern + besondere Chef-Engel bejubeln und an sie gedenken (z. B. an den Erzengel Michael, der Adam + Eva aus dem Paradies vertrieb) und dass wir auf "das Wort" keinen Wert mehr legen, sondern alles bildlich präsentieren wollen, in Form von Theater, Kunst, Malerei, wo die "künstlerische Freiheit" + die "Kunstfreiheit" herrschen und so, völlig legitim, das Wort Gottes nach eigenem künstlerischem Ermessen abändern können......Was soll man dazu noch sagen???

Das 500-jährige Reformationsjubiläum ist eigentlich leeres Getue!

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