Bleibt die Familie nach dem Tod bestehen?

gestellt von Christian Peeck am 16. November 2016

Hallo Herr Muchlinsky,

Meine Frau und auch ich waren Mormonen. Ich bin mittlerweile dort ausgetreten meine Frau ist inaktiv. Ich selbst möchte mich jetzt wieder auf meine evangelischen Wurzeln besinnen und mich taufen lassen. Die Mormonen lehren, dass sich die Familie nach dem Tod wieder sieht. Mich und auch meine Frau würde interessieren was die evangelische Kirche dazu sagt. Werden sich Familien im Jenseits wieder treffen? Könnten sie zu Ihrer Antwort Bibelstellen mit anführen damit meine Frau und ich sie zusammen lesen können. Ich danke Ihnen jetzt schon für ihre Antwort.

Christian Peeck

Lieber Herr Peeck,

danke für Ihre Beharrlichkeit!

Vom Leben nach dem Tode wissen wir leider nur allzu wenig, obwohl unser Glaube uns Hoffnung macht, dass wir auch über den Tod hinaus in Gott geborgen sind. Die biblischen Zeugnisse sind ebenfalls sämtlich aus dieser Hoffnung heraus geschrieben: So wir Jesus Christus nicht tot geblieben ist, so wird es allen ergehen, die an ihn glauben. Das apostolische Glaubensbekenntnis formuliert: "Ich glaube an … die … Gemeinschaft der Heiligen, Auferstehung der Toten und das ewige Leben." Es geht also im christlichen Glauben in erster Linie nicht um die Familie, zu der man in diesem Leben gehört. Schon Jesus selbst hat seiner Herkunftsfamilie wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Er nannte vielmehr die Gemeinschaft derer, die sich um ihn und das Wort vom Reich Gottes versammelten, seine Familie. Dazu können Sie zum Beispiel Markus 3,20-21 und 31-35 lesen:

Und er ging in ein Haus. Und da kam abermals das Volk zusammen, sodass sie nicht einmal essen konnten. Und als es die Seinen hörten, machten sie sich auf und wollten ihn ergreifen; denn sie sprachen: Er ist von Sinnen. ...

Und es kamen seine Mutter und seine Brüder und standen draußen, schickten zu ihm und ließen ihn rufen. Und das Volk saß um ihn. Und sie sprachen zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder und deine Schwestern draußen fragen nach dir. Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter und meine Brüder? Und er sah ringsum auf die, die um ihn im Kreise saßen, und sprach: Siehe, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder! Denn wer Gottes Willen tut, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter.

(Mk 3,20-21,31-35)

Die Hoffnung auf ein Wiedersehen nach dem Tod ist darum entsprechend auf alle bezogen, die daran glauben. Sie sind die "Gemeinschaft der Heiligen", von der das Glaubensbekenntnis spricht. Es wind wie gesagt, Aussagen der Hoffnung und des Glaubens, die hier ausgesprochen werden. So ist es auch im 1. Brief an die Thessalonicher, in denen Paulus an die Gläubigen schreibt:

Wir wollen euch aber, Brüder und Schwestern, nicht im Ungewissen lassen über die, die da schlafen, damit ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, die da entschlafen sind, durch Jesus mit ihm führen. Denn das sagen wir euch mit einem Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und übrig bleiben bis zum Kommen des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die entschlafen sind.

Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Ruf ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und die Toten werden in Christus auferstehen zuerst.  Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken, dem Herrn entgegen in die Luft. Und so werden wir beim Herrn sein allezeit. So tröstet euch mit diesen Worten untereinander.

(1. Thess 4,13-18)

Die Argumente sind wieder diese: Jesus Christus ist gestorben und auferstanden. Darum haben wir Hoffnung, dass es uns ebenso ergehen wird. Wir haben also durchaus die Hoffnung, dass wir einander wiedersehen, wenn der Tag kommt. Das gilt nicht speziell für unsere Familie, sondern es gilt für alle. Darum hoffen Sie gern weiter darauf, dass Sie auch Ihre Lieben wiedersehen werden.

Ich grüße Sie herzlich.

Frank Muchlinsky

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