Die Freiheit eines Christenmenschen

gestellt von Susanne am 22. April 2017

Hallo Herr Muchlinsky,

zu Beginn des Lutherjahres "500 Jahre Reformation 2017" habe ich zum ersten Mal etwas von "Die Freiheit eines Christenmenschen" gehört. Was ist das für eine Freiheit von der da die Rede ist, habe ich mich gefragt. Ist Christen eine Freiheit beschert, die nicht allen Menschen zuteil wird?

Inzwischen habe ich durch Recherchen im Internet herausgefunden, dass es sich bei "Die Freiheit eines Christenmenschen" um ein Schriftstück handelt, das Martin Luther 1520 verfasst hat. Auch das Schriftstück selbst habe ich im Internet ausfindig machen können. Ein langer Text in 30 Thesen unterteilt.

Das gesamte Schriftstück habe ich nun schon mehrmals durchgelesen, aber so richtig verstanden habe ich es nicht. Es ist für mein Empfinden sehr kompliziert geschrieben.

Können Sie einem theologischen Laien, wie ich es bin, erklären, was Martin Luther mit seiner Schrift "Die Freiheit eines Christenmenschen" zum Ausdruck bringen will?

Ich bin gespannt auf dass, was ich in Ihrer Antwort auf meine Frage zu lesen bekomme und freue mich schon sehr darauf.

Susanne

Liebe Susanne,

ich habe Ihre Frage an Frau Prof. Gesche Linde aus Rostock weitergegeben, weil sie da noch viel besser Bescheid weiß als ich. Außerdem haben mehrere Leute hier nach dieser Schrift von Martin Luther gefragt.

Prof. Linde hat nun geantwortet. Die Antwort finden Sie hier unter diesem Link.

Herzliche Grüße!

Frank Muchlinsky

Kommentare

Hallo Herr Muchlinsky,

vielen Dank für Ihre Antwort auf meine Frage. Mein Dank geht auch an Frau Prof. Dr. Gesche Linde, die ja maßgeblich an der Antwort beteiligt ist.

Die gut erklärte Antwort hat es mir möglich gemacht, das Schriftstück Martin Luthers "Die Freiheit eines Christenmenschen" zu verstehen. Mir ist klar geworden, was Luther mit seinem 30 Thesen langen Schriftstück sagen wollte. Mit Hilfe der Antwort kann ich den Text Luthers nun weiter ergründen und vertiefen.

Herzliche Grüße
Susanne

In Anlehnung an die Antwort zu: "Die Freiheit eines Christenmenschen" habe ich mir in meinem Bibellexikon das Stichwort "Freiheit" nochmal näher angeschaut. Dabei bin ich natürlich wieder vom "Hündchen auf Stöckchen" gekommen. Vom Stichwort "Freiheit" bin ich zum Stichwort "Erwählung" weitergeleitet worden. Hier wird die doppelte Prädestination Calvins thematisiert. Dort ist zu lesen:

Zitat: "Die Prädestination ist keine Doppelte, sondern nur eine Prädestination zum Heil. (Eph. 1,4 und Röm. 8,28) Die Lehre von der doppelten Prädestination kann also von der Schrift her nicht bestätigt werden."

Daraus folgt doch, dass die "Doppelte Prädestination", so wie Calvin sie lehrt, biblisch nicht nachweisbar ist. Alle Menschen sind von Gott allein zum ewigen Heil vorherbestimmt. Keiner zur ewigen Verdammnis. Dies hat bei mir ein großes "?" hinterlassen. Wie kann ein Reformator und Theologe, hier Calvin, eine Lehre vertreten, die nicht biblisch ist?

Martin Luther ist der Reformator, der 1517 mit dem Anschlag seiner 95 Thesen an die Tür der Schloßkirche zu Wittenberg die Reformation "ins Rollen" gebracht hat. Ich denke, er ist damit zum wichtigsten Reformator geworden. Johannes Calvin hat aber mit seiner Lehre auch maßgeblich zur Reformation beigetragen. Das Bekenntnis der Reformierten Kirche geht auf die Lehre Calvin´s zurück. Die Reformierte Kirche gründet sich demnach, im Gegensatz zur Lutherischen Kirche, auf eine Lehre (die Doppelte Prädestination) die biblisch nicht nachweisbar ist!?

Damit komme ich nicht zurecht, oder habe ich hier etwas falsch verstanden? Was sagt die Theologie dazu?

Ich dachte, die vier "Soli" Luther´s gelten für die Reformierte Kirche ebenso, wie für die Lutherische Kirche. Oder ist das nun doch nicht so?

Sola fide = Allein durch Glaube
Solus Christus = Allein durch Christus
Sola gratia = Allein durch Gnade
Sola skriptura = Allein durch die Schrift

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