Die ägyptischen Plagen

gestellt von Gast am 24. Juni 2017

Zurzeit lese ich das 2. Buch Mose. Hier ist die Rede von 10 Plagen die über das ägyptische Volk kamen. In Deutschland (und Europa) insgesamt gesehen sehe ich heute ein ähnliches Bild. Könnte es sein das sich alles noch einmal wiederholt?

Lieber Gast,

 

schön, dass Sie in der Bibel lesen! Auch schön, dass Sie mit offenen Augen das Zeitgeschehen betrachten! In dem einen aber ein Abbild des anderen zu sehen, ist eine heikle Angelegenheit. Die Gründe für meine Warnung sind diese: Wenn Sie anfangen, Parallelen zu ziehen zwischen der biblischen Geschichte und der Zeit, die Sie gerade erleben, dann haben Sie wahrscheinlich ein paar Berührungspunkte bereits im Kopf. Ich weiß nicht, was genau Sie meinen, aber schauen wir uns mal die möglichen Parallelen an, die Sie ziehen können.

 

In der Geschichte ist von Ägypten die Rede. Sie sagen, das entspräche Deutschland beziehungsweise Europa. Da Sie die Geschichte aus der Bibel ja derzeit lesen, werden Sie aber schnell feststellen, dass diese Parallele nicht eben schmeichelhaft für Europa ist. Schließlich gehen die Ägypter mit den Fremden in ihrem Land extrem schlecht um. Meinen Sie das mit Ihrer Parallele? Dann würden uns die Plagen, wenn wir der Geschichte folgen, und zu Recht treffen, weil unsere Herzen verstockt sind.

 

Und an welche der zehn Plagen denken Sie denn? An Blut in unseren Flüssen? An Frösche? An Stechmücken? An Stechfliegen? An Viehpest? An Geschwüre? An Hagel? An Heuschrecken? An Finsternis? Oder an die Geburt der Erstgeborenen? Und wo erkennen Sie solche Plagen, die uns in Europa befallen? Ich möchte mir nicht denken, dass Sie die Flüchtlinge, die bei uns Schutz suchen, als eine dieser Plagen beschreiben würden, aber was ist es? Die Anschläge auf unser öffentliches Leben? Bedenken Sie: Im 2. Buch Mose sind die Plagen von Gott geschickt worden, damit die Ägypter ihre Gefangenen freilassen. Das ergibt wenig Sinn für unsere Situation.

 

Die Geschichte wiederholt sich auf diese Weise nicht. Die Motivationen der Menschen bleiben sicherlich gleich: Liebe, Eifersucht, Neid, Gier, Egoismus und so weiter und so fort sind unsere Antriebe und lassen uns immer wieder ähnlich handeln. Wir lernen aus unserem Tun, aber das heißt nicht zwangsläufig, dass wir es verändern. Insofern wiederholt sich vieles, aber nicht wie in einem Film, den man ein zweites Mal anschaut, und bei dem man die Handlung noch gut kennt. Wir können etwas verändern, und damit wir das können, müssen wir offen dafür sein, aus dem, was wir lernen, auch Konsequenzen zum Besseren zu ziehen.

 

Das 2. Buch Mose erzählt die Geschichte des Volkes Gottes und seiner Befreiung von der Sklaverei. Es erzählt von der Liebe Gottes zu diesem Volk durch all die Erschütterungen hindurch, die immer wieder kommen. Nach christlichem Verständnis, dürfen sich alle Völker der Erde zu diesem Volk zugehörig fühlen. Seit Jesus Christus dürfen wir ein Teil dieser Geschichte sein. Wir dürfen aus ihr immer wieder lernen und uns an ihr orientieren. Wiederholen soll und wird es sich nicht.

 

Ich grüße Sie herzlich.

Frank Muchlinsky

Kommentare

Nunja. Europa hat derzeit mit massiven Problemen zu kämpfen die sicherlich ihre Ursachen haben, z.B. die Massenarbeitslosigkeit, hin und wieder ein paar Anschläge, Unwetterkatastrophen, Erdbeben, die Kriminalität, welche Überhand genommen hat, oder auch die Einbruchserien, die Liebe ist in vielen erkaltet, der Abfall vom Christentum, nun soll auch noch die Homoehe erlaubt werden, etc. etc. Es ist nur eine Beobachtung, und mir scheint als habe Gott seine schützende Hand von uns gezogen.

Die Leidtragenden sind immer die Arbeitnehmer, wenn Heuschrecken-Investoren diverse Unternehmen aufkaufen, z. B. Nähmaschinenhersteller Pfaff, Modelleisenbahnbauer Märklin oder komplette Kaufhausketten aufkaufen!

In unserer Welt passiert einiges, das uns beängstigt und das uns vor große Fragen stellt, das wir nicht verstehen, aber wie Herr Muchlinsky schon schrieb, ist das 2. Buch Mose die Geschichte von der Liebe Gottes zu seinem Volk, dass er aus der Unterdrückung befreit hat. Die Rettung am Schilfmeer vor dem Heer der Ägypter ist zur Urerfahrung des biblischen Israels geworden. Die Erzählung von den Plagen aus ihrem Kontext herauszureißen macht aus dem rettenden Gott einen strafenden Gott und stellt uns vor die Frage Martin Luthers nach einem gerechten Gott.
Wie im Alten Testament die eine Rettungstat am Schilfmeer zur Urerfahrung Gottes wurde, so ist es im Neuen Testament das Kreuzesgeschen, das Gott sein Sohn hab, als Lösegeld für viele.
In Anbetracht der Erfahrungen die wir in der Welt machen, sei es die Hungersnot in Afrika, der weltweite Terrorismus, oder die hohe Arbeitslosigkeit sollten wir uns vielleicht an die Worte Jesus selbst erinnern: "In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden." Joh 16,33. In Jesus Christus hat sich das Heil für die ganze Welt ereignet, einfürallemal.
Das Unheil, von dem wir in den Medien erfahren und das uns Tag für Tag bedrückt, darauf zurückzuführen, dass Gott seine schützende Hand von uns gezogen hat, macht aus dem liebenden Gott einen strafenden und entspricht nicht der Hoffnung die uns der Glaube an Jesus Christus gibt.
Ich würde eher sagen, die Welt ist von Gott abgerückt, anstatt Gott von der Welt. Als Menschen, die an Jesus Christus glauben, sollten wir nicht Gott die Schuld in die Schuhe schieben sondern uns selbst. Damit meine ich nicht jeden einzelnen sondern die Gesellschaft als Ganze. Vielleicht wird es Zeit sich wieder um Witwen und Weisen zu kümmern und Armen das Evangelium zu predigen.

Ich denke das es an der Zeit ist zur Urgemeinde zurückzukehren.
Es wundert mich ehrlich gesagt nicht das sich kaum ein Mensch zu Christus bekehrt.
In der Apostelgeschichte lese ich etwas anderes als das was ich Heute in den Kirchen sehe.

Große Hitze, Trockenheit, Torf- und Waldbrände, Starkniederschläge mit gewaltigen Überschwemmungen und Erdrutschen, heftige Regenfälle und Hochwasser, Hagel und große Dürren mit Hitzewellen.........

Dann kommen urplötzlich Katastrophen-Sheriffs und Klima-Jünger ins Spiel, von denen man charismatische Lösungen erwartet.

Meine Meinung: Da hilft nur noch Tod oder Massenflucht!

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