Übertritt mit der Familie

gestellt von Svenja Abendroth am 6. Juli 2017

Guten Tag,
mich beschäftigt die Frage wie ein Übertritt für meine Kinder aussieht.
Mein Mann ist evangelisch, unsere Kinder (16 und 7) und ich sind katholisch.
In vielen Themen ist mir die evangelische Kirche näher!
Ich hätte aber nicht gerne eine andere Konfession, als meine Kinder. Die Große ist natürlich bereits zur Kommunion und Firmung gegangen, sie ist such in einem Alter, in dem sie selbst entscheiden kann.
Können mein Mann und ich das für unseren Sohn entscheiden? Wäre es da ein Formular ohne Gespräch?
Ich würde den Übertritt gerne vollziehen, bevor er zur Kommunion gegangen ist.
Mit freundlichen Grüßen

Liebe Frau Abendroth,

Ihre ältere Tochter darf und muss natürlich selbst entscheiden, ob sie in ihrer Konfession bleiben möchte. Für Ihren Sohn könnten Sie das bei einem Übertritt mitentscheiden. Das heißt, Sie können Ihren Austritt aus der katholischen Kirche beim Standesamt erledigen und den für Ihren Sohn gleich mit. Dann können Sie alle zusammen in die evangelische Kirche eintreten. Das geschieht vor Ort in der evangelischen Kirchengemeinde.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Muchlinsky

Kommentare

Ich möchte die knappen Infos des Kollegen noch ein wenig ergänzen.
Ihr Sohn ist noch nicht religionsmündig. Rein rechtlich betrachtet, entscheiden Sie als Eltern deshalb über seine Konfession. Wenn beide Eltern möchten, dass er in die evangelische Kirche aufgenommen wird, dann müssen Sie und Ihr Mann für ihn den Austritt aus der katholischen Konfession vollziehen (auf dem Standesamt) und dann in einer Wiedereintrittsstelle oder bei Ihrem ev. Ortspfarrer den Eintritt in die ev. Kirche vollziehen.
In der Regel führt man sowohl bei der Wiedereintrittsstelle als auch beim Ortspfarrer ein kurzes Gespräch, bei dem dann ein Formular ausgefüllt wird. Sie brauchen dazu den Beleg über den Austritt, eine Geburtsurkunde und am besten auch eine Taufurkunde. Im Falle Ihres Sohnes müssen beide Eltern das Antragsformular unterschreiben.
Das Gespräch ist nichts wovor Sie Angst haben müssen, es ist kein Bewerbungsgespräch und keine Inquisition, sondern einfach freundliches Interesse an den Menschen, die man künftig zu seinen Brüdern und Schwestern zählt. Ich mache es in diesen Fällen so, dass eintretende Erwachsene eine Bibel geschenkt bekommen und Kinder halt eine Kinderbibel ihrem Alter entsprechend.
Für mich gehört bei diesem Gespräch außerdem ein gemeinsames Gebet dazu. Es ist ja schließlich nicht der Eintritt in einen Schützenverein, sondern in die ev. Kirche.

In der Folge wird bei uns der Eintritt der Gemeinde im nächsten Gottesdienst bekannt gegeben und auch in die Fürbitte aufgenommen. Da ist es natürlich schön, wenn die Personen, um die es geht, auch anwesend sind. Allerdings kann ich auch Bedenken nachvollziehen, dass sich das komisch anfühlt. Ich denke, da kommt es letztlich auf die Gemeinde an. Es gibt Gemeinden, da bekommt vom Eintritt keiner was mit.

Persönlich würde ich Ihnen raten, sich als Familie zusammen zu setzen und noch einmal alle - auch ihr kleiner Sohn - zu überlegen. Ich mache mir da z.B. Gedanken um Ihre Tochter, die möglicherweise ja dann als einzige in der katholischen Konfession bleibt. Da sie gefirmt ist, hat sie ja auch erst vor kurzem ein Ja dazu gegeben.
Wie ist das bei Ihrem Sohn? Evtl. hat er ja katholischen Religionsunterricht oder katholische Freundinnen und Freunde, mit denen er gerne gemeinsam zur Kommunion ginge. Er würde in den ev Religionsunterricht wechseln müssen und die Kommunion fiele flach.
Wie ist das mit den Taufpaten? Der Fairness halber sollte man diese über den Konfessionswechsel unterrichten. Es wäre sehr schade, wenn da gute Kontakte abbrechen.

Reden sie miteinander und machen Sie Ihre Gefühlslage für Mann und Kinder transparent, damit der mögliche Übertritt wirklich bewusst geschieht. Es ist sicherlich in der heutigen Zeit ungewohnt darüber zu sprechen, aber eigentlich eine gute Gelegenheit sich selbst mal religiös zu verorten.

Es ist ja doch schon was, was Sie auch aufgeben, wofür es in der ev. Kirche möglicherweise keinen Ersatz gibt.

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