Kirche als Raum

gestellt von A. Möbius am 19. August 2017

Wenn die Kirche im evangelischen Sinne nicht das "Haus Gottes" ist, was mache ich dann darin (ausser im Gottesdienst)?

Liebe Frau oder lieber Herr Möbius,

den Reformatoren ging es vor allem darum deutlich zu machen, dass es sich bei Kirchen um Versammlungsräume der Christinnen und Christen handelt. Sie sind darum vor allem für Gottesdienste da. Was man darin außer Gottesdienst macht? Nun, man kann beten, andächtig werden, sich umschauen und zur Ruhe kommen, vielleicht Bilder und Fenster betrachten und meditieren. Ich habe für Sie zwei schöne Artikel herausgesucht, in denen die Besonderheiten des Verständnisses vom Kirchraum in der Lutherischen und der Reformierten Kirche beschrieben werden. Schauen Sie gern hier einmal rein:

Artikel "Reformierte Kirchräume" auf calvin.de

Artikel "Theologie des Kirchenraums" von Matthias Hülsmann

Beste Grüße!

Frank Muchlinsky

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Kommentare

DANKE!

"Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst."
Das sind lebendige Steine die das Haus Gottes bauen, und das ist auch das Gebot des Herrn.

Wenn Kirchen für Gottesdienste da sind, dann frage ich mich, warum man in den Kirchen kaum Gottesdienste feiert? Im Sommer stehen die Kirchen leer, weil man anderweitig Freiräume sucht.

Ihre Ansicht kann ich nicht teilen. Gottesdienste werden das gesamte Kirchenjahr hindurch in der Kirche gefeiert. Im Sommer nur hin und wieder mal im Freien, auf größeren Plätzen oder auch im Wald. Himmelfahrt und Pfingsten (meist der Pfingstmontag) sind Feiertage an denen die Gemeinde gerne Gottesdienst im Freien feiert. Ansonsten findet der Gottesdienst in der Kirche statt, auch im Sommer.

Soweit mir bekannt ist, werden in der Katholischen Kirche alle Gottesdienste in der Kirche gefeiert. Außer an Fronleichnam. An diesem Tag beginnt der Gottesdienst in der Kirche und findet seine Fortsetzung, in Form einer Prozession, im Freien.

Die Kirchen stehen also keinesfalls leer. Es wird sehr wohl Gottesdienst in der Kirche gefeiert, im Winter sowieso und im Sommer, in den meisten Fällen, auch.

Ja, ja, man feiert nur ab und zu bei Sonnenschein Gottesdienste auf nicht-kirchlichem-Terrain, also auf Privatgrundstücken oder im städtischen Wald, wo jeder Teilnehmer ganz genau weiß, dass dort ganz andere Gesetze gelten.

Wenn dann mal tatsächlich ein Gottesdienst in der Kirche stattfindet, dann handelt es sich garantiert um einen "ökumenischen" oder um einen Gottesdienst, den irgendwelche Frauen aus dem südamerikanischen Surinam sich ausgedacht haben, um auf deren Probleme aufmerksam zu machen. Der eigentliche Gottesdienstraum wird doch schon längst fremdbestimmt von den unterschiedlichsten Strömungen.

Bloß weil ein Amtsträger mit Talar als Dekoration anwesend ist, auf der grünen Wiese oder im Kirchenraum, heißt es noch lange nicht, dass ein evangelischer Gottesdienst gefeiert wird.

Also ich finde Ihre Kommentare überhaupt nicht nachvollziehbar. In unserer ev. Kirchgemeinde wird an jedem Sonntag des Jahres Gottesdienst IN der Kirche gefeiert, meistens sogar in beiden Kirchen, die zu einer Gemeinde gehören. Dazu kommen im Lauf des Jahres die Gottesdienste an Feiertagen, Taize-Andachten etc. Dagegen kann ich die Freiluftgottesdienste im Kirchenjahr hier an einer Hand abzählen, die dann schon auch mal ökumenisch sind. Für mich ist es absolut in Ordnung, dass es eine Vielfalt an Gottesdiensten gibt ( Sie nennen es "Strömungen") zumal in größeren Städten- suchen Sie sich doch einfach eine Gemeinde, wo Sie sich in den Gottesdiensten wohlfühlen und die Ihren Ansprüchen gerecht wird. Für mich klingen Ihre Kommentare engherzig und vorwurfsvoll, lieber feiere ich dann doch mit Frauen aus Surinam ;).

Liebe Frau Andrea W,
kommt es Ihnen nicht verquer (verdreht) vor, dass Sie von der Konfession her betrachtet "evangelisch" sind, dann aber sinnwidrigerweise Andachten von Taize besuchen??? Taize hat mit unserem Bekenntnis rein gar nichts zu tun. Taize hat eigene Regeln, eigene Ziele, eigene Verhaltensvorschriften...

Womöglich haben Sie sogar einen Buddha in ihrem Garten stehen und eine indische Gottheit in Ihrem Wohnzimmer? Man kann nicht einfach wild drauf los feiern, ohne über die Hintergründe Bescheid zu wissen.

Grundsätzlich ist es so, dass in evangelischen Gottesdiensten "Gott" im Mittelpunkt steht und nicht die Probleme vom anderen Ende der Welt.

Kommt es Ihnen nicht komisch vor, dass ständig eine Gruppe von Menschen unserer Kirchen in Beschlag nehmen und Ihr bestes wollen? Nämlich ihr Geld und die Veränderung Ihrer konfessionellen Gesinnung.

Schlafen Sie mal ne Nacht drüber!

Aber auch falsch. Die Communauté de Taizé ist ein ökumenischer Orden.

Danke, Danke! Ich kann nicht nur autoritär vortragen, sondern auch andersherum vortragen, nämlich anspruchslos, machtlos und undemokratisch. Das bringt uns aber nicht weiter!

Die Brüder von Taize schaffen etwas, was die evangelische Kirche leider nicht gebacken bekommt: Alle Jugendliche, zu unterschiedlichen Zeiten des Jahres, auf einem Berg in Taize zu versammeln, alle Achtung!

z. B. Sommer 2017: Treffen, die nur Jugendlichen zwischen 18 und 35 vorbehalten ist.

Im Kontext des Achten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VIII), ist in Deutschland Jugendlicher, „wer 14, aber noch nicht 18 Jahre alt ist“ (§ 7 Abs. 1 Nr. 2 SGB VIII). Quelle: Sozialgesetzbuch.

Wie schon mal erwähnt: Die Brüder haben ihre eigenen Gesetzesmäßigkeiten, und Vorbilder.

Liebe Gästin,
ach, wissen Sie, ich habe tatsächlich eine kleine Buddhafigur aus Sandelholz im Wohnzimmer stehen und zwar als Souvenir aus Burma...und dieses Figürchen kann meinen persönlichen Glauben an Christus überhaupt nicht tangieren. Und andere Religionen wenigstens etwas in ihren Grundzügen kennenzulernen gehört für mich zur Allgemeinbildung.
Taize-Andachten sind ökumenisch und bieten eine besondere Form, Gottes Nähe zu spüren und christliche Gemeinschaft zu erleben. Wenn Sie damit nichts anfangen können dann haben Sie eben einen anderen Weg.
Gerade weil im Gottesdienst Gott im Mittelpunkt steht sind mir Gottes Geschöpfe und die Schöpfung ( auch am anderen Ende der Welt) nicht egal.
Vielen Dank für Ihre Sorge um mein Geld und meine konfessionelle Gesinnung. Glücklicherweise kann ich selbständig entscheiden, wen oder was ich finanziell oder ehrenamtlich unterstütze, und meinen Glauben wird das nicht verändern.
Alles Gute für Sie!
Andrea W.

Liebe Frau Andrea W.,
das Ziel der Taize Brüder ist die paradisische Vorstellung von der Versöhnung der Menschen aller christlichen Denominationen untereinander. Das wiederum soll die Vorstufe der Versöhnung der ganzen Menschheit werden. Achtung! Jetzt kommts dicke Ende: Der Weg dahin ist nicht die Korrektur des eigenen falschen und mit Irrtum behafteten Denkens entsprechend der Lehre Jesu, sondern die gegenseitige Akzeptanz mit den jeweils verschiedenen Glaubensansichten und -praktiken. Taize zeigt einen Weg auf, wie man den Taize-Christus finden kann: kindlich beten und in sich selbst versinken. In der Selbstversinkung könnte man den Taize-Christus finden. Wer diesen Christus finden will, muss aber bitteschön zuerst mal bettelarm werden (sein Sparbuch den Brüdern überreichen) und dann so leben wie die Brüder: Kindlich beten, kindlich singen, Passivität und Versenkungstechniken und: Touristen für sich arbeiten lassen! Diese Praktiken haben ihr Zuhause in der Esoterik, bei Gesetzesbrechern, in fernöstlichen Religionen und bei Falschspielern.

Jesus wusste, dass seine Botschaft Menschen entzweien wird, und er hat seine Jünger darauf vorbereitet: "Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen....."

Bei den Taizé-Texten und Taizé-Gebeten bleibt leider Vieles unklar, weil die Aussagen recht allgemein formuliert sind und mit Andeutungen gearbeitet wird, die viel Freiraum für eigene Interpretationen lassen. Es drängt sich der Gedanke auf, dass das auch so gewollt ist, damit sich Jeder mit seinem eigenen Verständnis wiederfinden kann und auf diese Weise schon ein Gefühl von Einheit erzeugt wird. Meine Meinung: Ein grandioses Blendwerk, dass nicht besser inszeniert werden kann!

Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen. (Matthäus 18,20)

In der Kirche kann man Wein trinken und Wasser predigen, man kann jubeln, applaudieren, Werbung machen, Geld sammeln, man kann sich als Moralapostel aufspielen und neue Geschäftsmodelle vorstellen, man kann eine Powerpoint Präsentation vorführen und den Beamer einschalten. Du kannst aber auch einfach nur deinen Nebensitzer ärgern. Du kann aber auch einfach mal ruhig dasitzen und nichts tun. Du kannst auch in die letzte Reihe reinsitzen und abwarten was passiert.

Die Frage, was man in der Kirche macht, ist unnötigt, weil die Kirchen sowieso an 6,75 Tagen zugesperrt sind. Der Grund liegt darin, dass es Leute gibt, die in der Kirche Fußball kicken, in die Ecke kaxken und auf den Steinboden urinieren. Es wird in Hülle und Fülle Weihwasser verspritzt und Heerscharen von Bierflaschen auf dem Altar abgestellt. Dann werden unnötigerweise alle Heizungen aufgedreht, bergeweise Kerzen geklaut und ausgibig Wachs auf dem Altartuch und dem Teppich verkleckert und natürlich wird auch die Osterkerze geschändet und die doppelt verschlossene Sakristei aufgehebelt. Metalldiebe klauen die Abendmahlkelche und die Regenrinnen und so mancher Heilige wird vom Sockel gestossen. Leider gibt es nicht genug Rentner, die aufpassen, dass nichts passiert. Deswegen sind die evangelischen Kirchen nur in der Weihnachtszeit so 1 - 2 mal geöffnet. Letztes Jahr war unsere Kirche zu Weihnachten allerdings verschlossen, weil der Hauptschlüssel geklaut wurde.

Das ist ja wohl ein wenig übertrieben, was Sie, liebe Gästin, da in Ihrem Kommentar "zum Besten geben." Die Gesellschaft hat sich zwar, nicht immer zum Guten, verändert. Aber so skrupellos, wie Sie es beschreiben, benimmt sich tagsüber niemand. Und nachts, da sind die Kirchen zu.

Stimmt liebe Susanne!
Unsere Gesellschaft ist nicht soooo skrupellos und unmenschlich wie viele das beschreiben! Das ist doch ein Grund mehr, sich zu fragen, warum unsere Kirchen Tag für Tag ihre Pforten schließen???
Vielleicht lohnt es sich gar nicht, die Türen zu öffen, weil ja sowieso keiner kommt? Vielleicht kann man die Kirchengemeinderäte fragen, ob sie mal 10 Minuten speziell für mich aufsperren. Das dauert allerdings einige Zeit und muss zudem demokratisch abgestimmt werden! Wenn die Mehrheit dagegen ist, hat man eben Pech!. Die Evangelischen sehen die Kirche mehr als Versammlungsraum, und der erfüllt seinen eigentlichen Nutzen nur, wenn eben eine Versammlung statt findet. Wer zwischendurch einfach mal so in die Kirche gehen möchte, der sollte wohl eher in eine katholische Kirche gehen. Die ist meistens offen! Wenn man mit Gott in Kontakt treten möchte, wäre auch ein Besuch in der Moschee machbar. Die ist immer offen und geklaut wird dort seltsamerweise auch nichts.

Ausgehend von dem Begriff "kyriake"-"dem Herrn gehörend" gelten Kirchen als Gotteshäuser. Wie kommt Frau Möbius auf die Idee, dass die Kirche kein Haus Gottes ist? Eine evangelische Kirche wird nicht geweiht und kann deshalb auch nicht entweiht werden. Sie ist sozusagen ein alltäglicher, weltlicher Raum, aber kein sakraler Raum. Dort können sich verschiedene Konfessionen und verschiedene Religionen treffen und Gottesdienste abhalten, ohne dass sie ein Hausverbot befürchten müssen. Umgekehrt geht das auf keinen Fall. In einer katholischen Kirche oder in einer Mosche, oder Synagoge kann niemals ein evangelischer Gottesdienst stattfinden.

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