Ist eine Taufe eine private Veranstaltung?

gestellt von Christin Quest am 15. September 2017
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Foto: © epd-bild / Jens Schulze/Jens Schulze

Hallo!

Ist ein Taufgottesdienst für jeden "zugänglich"? Meine Nichte wird getauft und ihr leiblicher Vater hat mitbekommen, dass bald eine Taufe ansteht. Da das Verhältnis zwischen meiner Schwägerin und dem Kindsvater sehr angespannt ist, möchten wir vermeiden, dass er die Taufe stört. Daher die Frage: Ist ein Taufe eine private Veranstaltung oder hat jeder Zutritt? Könnte der Pastor in bitten, die Kirche zu verlassen?

Liebe Frau Quest,

 

es tut mir Leid, dass Sie sich nicht ungetrübt auf die Taufe Ihrer Nichte freuen können. Ich kann nachvollziehen, dass es für alle beteiligten unangenehm wäre, wenn der Vater des Täuflings die Taufe tatsächlich stören würde. Allerdings findet eine Taufe immer in einem Gottesdienst statt, und sei er auch noch so klein. Und ein Gottesdienst ist immer öffentlich. Das bedeutet, man kann dem Vater des Kindes nicht von vornherein verbieten, an dem Gottesdienst teilzunehmen.

 

Darum wäre es der beste Weg, eine Störung auszuschließen, indem man ihn vorher direkt bittet, nicht zur Taufe zu kommen. Sollte er es dennoch tun und die Taufe tatsächlich stören, indem er sich zum Beispiel lautstark äußert oder auf andere Weise den Ablauf stört, dann könnte der Pastor von seinem Hausrecht Gebrauch machen und ihn bitten, die Kirche zu verlassen. Wenn er allerdings friedlich in der Bank sitzt, kann ihm das nicht verboten werden. Allerdings können Sie als Familie ihn, wie erwähnt, vorher dringend bitten nicht zu kommen.

Ich hoffe, dass es Ihnen gelingt, einen Weg zu finden, auf dem Sie eine frohe Taufe feiern können.

 

Herzliche Grüße!

Frank Muchlinsky

Kommentare

Der Gottesdienst ist das eine, das anschl. Tauffest das andere. An der Taufe würde ich ihn teilnehmen lassen, aber an der Feier (privat) muss ich ihn ja nicht einladen. Ob er den Gottesdienst tatsächl. stört, ist ja wieder eine andere Frage. Dann kann ihn der Pastor natürlich ausschließen. Als "Erzeuger" sollte er bei wichtigen Lebensstationen seines Kindes dabei sein.

Wenn der Vater mit der Taufe nicht einverstanden ist, dürfen wir genau genommen gar nicht taufen.

Darum geht es hier allerdings nicht, so weit ich das verstanden habe.

ES ist bedauerlich, wenn sich die leiblichen Eltern nicht soweit einigen könne, dass der Vater bei der Taufe ,aber nicht der Feier dabei sein kann.Ansonsten kann es niesendem verboten werden bei vernünftigem Benehmen in die Kirche zu gehen.

Ich glaube kaum, dass es in Jesu Sinne ist, den Vater eines Kindes von dessen Taufe fern halten zu wollen! Ich weiß (aus ureigener Erfahrung!), dass zerbrochene Familien / Familien mit getrennten Elternteilen viel Stresspotential haben. Aber in so einer "Antwort von offizieller theologischer Seite" nicht einmal darauf hinweisen, dass Eltern beide wichtig sind für ein Kind und dass es keine Lösung ist, den Vater einfach raus zu drängen? Liebe Mutter des Kindes, ich bin sicher, dass Sie Ihr Kind von Herzen lieben und dass Sie nur das Beste wollen. Aber dem Kind den Papa bei einem so wichtigen Moment wie der Taufe vorenthalten ist nicht "das Beste", auch wenn es die Feier stressfreier macht. "Ist's möglich, so habt mit allen Menschen Frieden", sagt Paulus, und das gilt doch besonders für Menschen, die für Ihr Kind wichtig sind. Ich glaube nicht, dass die Aufnahme in die Korche für Ihr Kind beginnen sollte mit "Den (ausgerechnet deinem Papi) wollen wir hier nicht.

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