Wie berechnet man das Ende der Epiphaniaszeit?

gestellt von Stefan Schulze am 2. Januar 2018
Ostern im Kalender

Foto: Getty Images/Ryan McVay

Stichwort Kalender: Kann man das Ende der Epihaniaszeit durch eine Formel erfassen? Zum Beispiel im Bezug auf Ostern?

Lieber Herr Schulze,
ja, das kann man durchaus. Man muss nur ein wenig rechnen und rückwärts zählen.

  • Zunächst muss man den Ostertermin berechnen. Ostern ist am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Der Frühlingsbeginn ist auf den 21. März festgelegt. Frühestes Osterdatum ist darum der 22. März, das späteste der 25. April.
  • Nun kann man die Passionszeit datieren. Die ist immer gleich lang (6 ½ Wochen) und beginnt am Mittwoch vor dem sechsten Sonntag vor Ostern.
  • Vor der Passionszeit gibt es noch drei Sonntage der sogenannten "Vorpassionszeit". Die werden wie ein Countsown gezählt: 3.Sonntag vor der Passionszeit (Septuagesimä) 2. Sonntag vor der Passionszeit (Sexagesimä), Sonntag vor der Passionszeit (Estomihi).
  • Epiphanias selbst wird nicht nach dem Mond berechnet, sondern nach unserem Sonnenkalender. Es immer auf dem 6. Januar, also 12 Tage nach dem Weihnachtsfest.
  • Auf diese Weise kommt es zu einem Ziehharmonika-Effekt für die Epiphaniaszeit. Sie kann mal länger und mal kürzer sein – je nachdem wie früh oder spät Ostern liegt.
  • Rechnen wir es also einmal durch für die mögliche Länge der Epiphaniaszeit: Die kürzeste Zeit ist, wenn Ostern auf dem frühesten Zeitpunkt liegt, also am 22. März. Davon ziehen wir die Passionszeit (6 Sonntage) und die Vorpassionszeit (3 Sonntage) ab. So ist der früheste Termin für den Beginn der Vorpassionszeit (in einem Jahr, das kein Schaltjahr ist) der 18 Januar. Die Epiphaniaszeit ginge also lediglich vom 6. bis zum 17. Januar, also nur über einen Sonntag hinweg.
  • Die längst mögliche Epiphaniaszeit würde folgende sein: Ostern am 25. April, Beginn der Vorpassionszeit (9 Sonntage vorher) am 21. Februar. Entsprechend würde die Epiphaniaszeit bis zum 20. Februar dauern, mit sechs Sonntagen zwischendrin. In einem Schaltjahr wäre sie sogar noch einen Tag länger, was aber nichts an der Anzahl der Sonntage ändern würde.

Nun, ich gebe zu, eine "Formel" im engeren Sinne ist das eher nicht. Ganz kurz gefasst kann man sagen: Der letzte Sonntag nach Epiphanias liegt immer 10 Wochen vor Ostersonntag. Hier noch einmal für 2018:

  • Ostern: 1. April.
  • 1. Passionssonntag (sechs Wochen vorher): 18. Februar
  • 1. Sonntag der Vorpassionszeit (drei Wochen davor): 28. Januar
  • Letzter Sonntag der Epiphaniaszeit (1 Woche davor): 21. Januar

Herzliche Grüße
Frank Muchlinsky

 

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