Warum der Kreuzestod Jesu?

gestellt von Sarah am 6. März 2018
Jesus am Kreuz

Foto: Choat Boonyakiat/stock.adobe

Hallo Herr Muchlinsky,
Ich beschäftige mich gerade mit der Frage nach einer sinnvollen, lebensbringenden, gesunden Kreuzestheologie.
Daher interessiert mich:
Wie verstehen Sie den Kreuzestod Jesu, besonders in Hinblick auf die Sühneopfer Theorie und den Stellvertretertod?
Wie würden Sie den Tausch am Kreuz erklären?
Vielen Dank im Voraus
Sarah

Liebe Sarah,

ich schmunzle, während ich Ihre Frage lese. "Eine sinnvolle, lebensbringende, gesunde Kreuzestheologie" suchen Sie. Denn es bedeutet doch wohl im Rückschluss, dass Sie diese Theologie bislang als sinnlos, lebensfeindlich und ungesund erfahren haben. Die Rede vom Kreuz und vor allem die von Sühne, dem Opfer ist in der Tat so dunkel, dass man lange nach der "Frohen Botschaft" darin suchen muss. Da Sie nach meiner Vorstellung fragen, darf ich mir erlauben nicht zu referieren, was seit Anselm von Canterbury alles dazu gesagt und geschrieben wurde. Darauf bin ich auch bereits in einer anderen Antwort eingegangen.

Die Voraussetzung für den Gedanken des Sühneopfers und all dem ist ja, dass der Mensch es nötig hat, dass Gott zu solch einer Maßnahme greift. Im Allgemeinen wird gesagt, dass der Mensch grundsätzlich sündig ist und Gott nicht gerecht werden kann. Das ist guter Grundsatz der Theologie. Ich teile diesen Grundsatz. Die Sünde des Menschen allerdings, sehe ich nicht in den einzelnen Verfehlungen und Gesetzesbrüchen, sondern in der grundsätzlichen Haltung des Menschen, wie Gott sein zu wollen. So lese ich auch Gen 3: Der Mensch isst vom Baum der Erkenntnis und wird nun Gott dadurch sehr ähnlich. ("Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Gen 3,22) Das ist der Grund dafür, dass er aus dem Paradies vertrieben wird, nicht etwa, weil er ein Gebot Gottes gebrochen hat. In seinem Versuch, wie Gott zu sein, schafft der Mensch schließlich nur eine größere Distanz zwischen sich und Gott. Und so geht die Geschichte weiter. Die Tatsache, dass wir nicht nur Geschöpf sind, sondern auch schöpferisch begabt, macht es uns Menschen möglich, Gutes wie auch großes Unheil zu erschaffen. In seinem Streben wie Gott zu sein, sucht der Mensch nach möglichst großer Macht: Macht über die Natur, Macht über andere, Macht über Leben und Tod. Dabei vergrößert er den Abstand zwischen sich und Gott immer mehr.

Das ist meiner Meinung nach der Grund, warum Jesus Christus für uns sterben musste. Das fatale Streben der Menschheit nach Göttlichkeit konnte nur dadurch durchbrochen werden, indem nicht der Mensch Gott wurde, sondern Gott selbst Mensch wurde. Während der Mensch verzweifelt nach Macht strebt, gibt Gott diese Macht vollständig auf. Und dazu gehört, dass er so verwundbar wurde, wie es eben nur sein kann. Das ist schon im Bild vom kleinen Säugling in der Krippe erkennbar, aber erst am Kreuz wird deutlich: Gott macht sich vollständig zum Menschen. Insofern leidet Jesus stellvertretend für uns Menschen, weil wir in unserem Wahn, wie Gott sein zu wollen, es eben nicht zulassen, dass wir selbst leiden. Gott wird Mensch, wie der Mensch eigentlich sein könnte: Als der, der sich an das Kreuz schlagen lässt, nicht als der, der andere schlägt.

So kann der Mensch erlöst sein von dem Streben, Gott zu sein, weil Gott ganz Mensch wird bis in den Tod. Dass die Menschheit immer noch – manche meinen mehr denn je – versucht, wie Gott zu sein, ist richtig. Die vollständige Erlösung ist noch nicht da. Wir können auf sie hoffen, aber bis es so weit ist, hängt unsere eigene Erlösung davon ab, ob wir uns zu diesem Gott bekennen, der sich verletzen ließ.

Darum finde ich diesen Ansatz auch "lebensbringend", weil es das Leben nicht als sorglose, leidensfreie Bahn missversteht. Aber Sie dürfen das auch anders sehen. Ich hoffe nur, dass ich Ihnen bei Ihrer Suche etwas weiterhelfen konnte.

Sehr herzliche Grüße!

Frank Muchlinsky

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Kommentare

Herr Muchlinsky erklärt die Kreuzestheologie mit dem Machtstreben der Menschen.
Ich sehe hinter diesem Machtstreben ANGST!
Trump - mächtigster Mann der Welt hat ANGST,
dass Amerika nicht mehr das stärkste Land ist.

Wir kommen als Menschheit aus der ANGST.
Und wir gehen als Menscheit in die LIEBE.

Die ANGST hatte in der frühen Menschheitgeschichte eine wichtige Bedeutung.
Die Hälfte der Menschen aus der Steinzeit wurde erschlagen.
Nur wer damals Angst und Schrecken verbreitete
hatte gute Chancen zu überleben.
In der Zeit galt:
haust du mich 1x - dann hau ich dich 10x
Also: 1:10

Irgendwann erreichten die ersten Menschen die nächste Entwicklungsstufe:
Auge um Auge - Zahn um Zahn.
Also 1:1 - mehr muß nicht sein!
Dann behalte ich meine Ehre als Mann,
und muß keine Angst mehr haben
als Schlappschwanz zu gelten
und nachts überfallen zu werden.

Und dann erreichte Jesus vor 2000 Jahren die Stufe:
ich muß als Mann gar nicht zurückschlagen und behalte meine Ehre
und muß keine Angst haben, als Schlaffi zu gelten.
Also: 1:0

Damit hat er das ganze Denken der Menschen auf den Kopf gestellt:
Ihr Männer - habt keine Angst davor, wenn Frauen die gleichen Rechte bekommen.
(Frauen sollten bei Ehebruch nicht mehr gesteinigt werden)
Ihr Mächtigen - habt keine Angst vor Machverlust.
(die letzten werden die ersten sein)
Ihr Gesetzestreuen - habt keine Angst vor Veränderung.
(Das Gesetz ist für den Menschen da)

Jesus hat der Angst keine Macht gegeben
(obwohl er oft genug in der Versuchung war!)
und die Liebe durchgehalten,
durch alle Widrigkeiten des Lebens
bis zum letzten Atemzug, als er sagte:
"Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun."
Er hatte auch Angst:
"Mein Gott mein Gott, warum hast du mich verlassen!"
"Vater, wenn es möglich ist, lass diesen Kelch an mir vorüber ziehen"
Aber er hat dieser Angst keine Mcht gegeben - im Gegenteil:
"Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun",
betete er für seine Peiniger.
Er verfluchte sie nicht - sondern betete für sie.
Die Liebe durchgehalten bis zum letzten Atemzug.
Damit war alles geatn,
um die Entwicklung der Menschheit eine Runde weiter zu drehen:
"Es ist vollbracht."
Und der Haptmann antwortete daraufhin noch unterm Kreuz:
"Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn."

Die Liebe hat den Sieg errungen,
das Gesicht der Menschheit hat sich seitdem und für immer verändert.
Ostern ist dann "nur noch" die Siegerehrung.

Mit Jesus hat das Reich Gottes angefangen,
aber schon seine Jünger unterlagen wieder der Angst,
sind weggelaufen,
ehe der Hahn 3x krähte.

Gottes Reich hat begonnen,
ist aber noch im werden, noch nicht voll da.
Momentan leben wir in einer Umbruchszeit.
Leider liegt die Angst noch zu oft mit 51% vorne:
Brexit, Erdogan, Trump - alles Angstentscheidungen mit 51%.
Man unterschätze die Angst nicht - aber füttere natürlich die Liebe!
(google das Gleichnis von den 2 Wölfen...)

Ich bin mir ziemlich sicher:
in ein paarhundert Jahren schauen die Menschen auf uns zurück,
und wir werden ihnen schrecklich leid tun
weil in unserer Zeit die Angst viel zu oft 51 %Punkte hatte,
während Glaube, Vertrauen, Liebe viel zu oft nur bei 49% lagen
und deshalb viel zu oft das Sagen hatte.
Aber im weiteren Lauf der Menscheitsentwicklung
wird die Angst immer mehr der Liebe weichen.
Das ist von Gott so vorgegeben (worden)
ist quasi ein Naturgesetz.
Nebenbei: Betriebe, in denen Vertrauen herrscht,
produzieren besser und billiger,
als Betriebe, in denen Mißtrauen herrscht
und alles und alle ständig kontrolliert werden.

In der Zukunft wird es übrigens 0:0 lauten,
dann hat es niemand mehr nötig Angst zu verbreiten
und niemand hat es mehr nötig Angst zu haben.
Und diejenigen,
die noch in einer früheren Entwicklungsstufe rumhampeln,
werden von den Menschen mit der höheren Enwicklungsstufe
voller Mitteid in eine "Weiterentwicklungsanstalt" gesteckt.

Dummerweise macht jeder einzelne Mensch
jede Entwicklungsstufe der gesamten Menschheit durch.
Aber dann hat man vielleicht schon mit 15 Jahren im Durchschnitt die Stufe erreicht,
die wir heute erst mit 30 Lebenjahren durchschnittlich erreichen
und mit 30 die Entwicklungstufe,
die man heute erst mit 60 hat
usw usw.

Aussage 1: "Jesus ist für unsere Sünden gestorben"

Er ist die Sühne für unsere Sünden, aber nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt. (Quelle: 1. Johannes 2:2 EU)
Denn auch Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, er, der Gerechte, für die Ungerechten, um euch zu Gott hinzuführen; dem Fleisch nach wurde er getötet, dem Geist nach lebendig gemacht. (Quelle: 1. Petrus 3:18 EU)
Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, […] (Quelle: 1. Korinther 15:3 EU)

Aussage 2: "Niemand kann für die Sünden Anderer sterben"

Nein, jeder stirbt nur für seine eigene Schuld; nur dem, der die sauren Trauben isst, werden die Zähne stumpf. (Quelle: Jeremia 31:30 EU)
Nur wer sündigt, soll sterben. Ein Sohn soll nicht die Schuld seines Vaters tragen und ein Vater nicht die Schuld seines Sohnes. Die Gerechtigkeit kommt nur dem Gerechten zugute und die Schuld lastet nur auf dem Schuldigen. (Quelle: Hesekiel 18:20 EU)
Väter sollen nicht für ihre Söhne und Söhne nicht für ihre Väter mit dem Tod bestraft werden. Jeder soll nur für sein eigenes Verbrechen mit dem Tod bestraft werden. (Quelle: 5. Mose 24:16 EU)

Woher wissen Sie, welche der beiden Aussagen stimmt?

Nach dem der Mensch der am Anfang keine sünde hatte vom Baum der Erkenntnis gegessen und Gottes wort gebrochen hat wurde er von dort verjagt und die Tür zur Paradies wurde geschlossen. Wir sind nicht dieser Mensch sondern dieser Mensch war Adam und Eva. Ohne das wir davon gegessen haben wurden auch wir mit dieser sünde gemarktet. Damit diese Marke diese sünde gereinigt wird musste ein gleicher Wesen mit gliechen Voraussetzungen diesen umkehren. Was heisst das ? Was war passiert.
Der Mensch der ohne sünde hatte hat durch das brechen des Gottes Wortes die sünde geboren. Also musste ein Mensch ohne sünde genau das umkehren. Genau dies geschah am Kreuz. Was ist passiert ? Gott gab seinem Wort den Auftrag am Kreuz seinen Geist auf zu geben und nach drei Tagen wieder zu sich zu nehmen. Nach dem dies geschehenes ist ist das was am Anfang war getilgt wurden. Jesus Christus starb nicht am Kreuz weil er gekreuzigt worden ist und ausgeblutet hat oder vergiftet worden ist von den nägel oder seine händer und beine sich entzündetetn etc sondern er starb um Gott zu ehren mit diesem Auftrag. Man konnte Jesus Christus nicht töten weil er ohne sünde von niemandem getötetet werden konnte deshalbt steht in Qran das man ihn nicht getötet hat sondern sie es so gesehen haben als hätten sie. Was heisst das ? Das heisst weil sie ihn gekreuzigt hatten dachten sie ihn selbst getötet zu haben obwohl er selbst seinen Geist aufgab mit seinem erhalteten Auftrag. Als dies Vollbracht war wurde die Tür vom Paradies wieder eröffnet und die Tür dazu war er selbst der Christus. Doch die Menschen sind nicht in dieser Wahrheit geblieben und haben das geschöpf zu Gott erklärt weil sie die Bibel verse von ihrem kontex gerissen haben und Jesus Christus als Gott erklärt haben haben sie die Wahrheit vom Christus gebrochen.

Göttliches Trinität ist Gott war 1 ist 1 bleibt 1 in Ewigkeit ein Gott. Er ist weder fleisch angenommen noch physisch jemanden gezeugt.

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