Wie lange dauert für die Evangelischen die Weihnachtszeit, nur bis zum 6. Januar?

gestellt von Karl-Wilhelm Frommeyer am 2. Januar 2016

Wie lange dauert für die Evangelischen die Weihnachtszeit, nur bis zum 6. Januar?

Lieber Schreiber,

Mariä Lichtmess, am 2. Februar, 40 Tage nach Weihnachten, beendet nach alter Tradition die Weihnachtszeit. Die Weihnachtszeit im engeren Sinne endet am 6. Januar mit dem Erscheinungsfest (Epiphanias). Nach diesem Tag werden oft praktisch die Christbäume wieder in den meisten evangelischen Kirchen abgebaut. Dies wirkt so, als sei damit die Weihnachtszeit für uns vorbei, deshalb vermutlich Ihre Frage auch.

Es ist aber so: an diesem Tag endet der Weihnachtsfestkreis im engeren Sinne nur. Die Sonntage nach dem 6. Januar beziehen sich nämlich auch  in unserem liturgischen Kalender auf dieses Fest und werden genannt:1./2./ etc. bis zum letzten Sonntag nach dem Erscheinungsfest. Wir feiern dann weiter mit Septuagesimä - 70 Tage vor Ostern.

Also: Wir haben damit schon auch noch etwas von dieser alten Tradition auch bei uns in der Liturgie - allerdings spielt der 2. Februar bei uns als Grenze keine so große Rolle mehr. Der letzte Sonntag nach Epiphanias ist heuer bereits der 17. Januar.

Spannend finde ich, dass die Adventszeit, also diese vier Wochen vor Weihnachten, im gesellschaftlichen Bewusstsein schon oft wie Weihnachten gefeiert werden: da stehen Christbäume in Supermärkten, es gibt "Weihnachtsfeiern" ... Es findet faktisch eine Vorverlagerung von Weihnachten statt. Advent ist nicht mehr so sehr das Warten auf die Ankunft, sondern Weihnachten selbst. Im gelebten Leben! - nicht in der Theorie. Dafür wird nach Weihnachten oder spätestens nach dem 6. Januar, alles "weihnachtliche" wieder abgeräumt.

Das finde ich persönlich schade. Es wäre schöner, wenn wir wieder mehr ins Bewusstsein bekämen, dass die ganze Zeit bis zum 2. Februar eigentlich eine "weihnachtliche" ist - und die Zeit bis zum 24. Dezember eine "adventliche".

In diesem Sinne wünsche ich eine gesegnete Epiphaniaszeit: Die Finsternis vergeht, und das wahre Licht scheint jetzt (1. Joh 2,8)

Herzlich, Ihre

Sabine Löw

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Kommentare

Zitat: Das finde ich persönlich schade. Es wäre schöner, wenn wir wieder mehr ins Bewusstsein bekämen, dass die ganze Zeit bis zum 2. Februar eigentlich eine "weihnachtliche" ist - und die Zeit bis zum 24. Dezember eine "adventliche".

Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Ich kann mich noch zu gut daran erinnern, dass ich als Kind immer sehr traurig war, wenn der Weihnachtsbaum schon Anfang Januar abgeschmückt wurde, und aller Schmuck, der an Weihnachten erinnert, in alten Pappkartons verstaut und auf dem Dachboden getragen wurde.

Mariä Lichtmess ist ein katholischer Feiertag, der in der evangelischen Kirche keine nennenswerte Rolle spielt. Für uns endet der weihnachtliche Festkreis mit dem letzten Sonntag nach Epiphanias.

Mich wundert die Fragestellung: "Nur" bis zum 6. Januar?
Ich freue mich, daß wir die "zwölf Rauhnächte" bis zum Epiphaniastag als Weihnachtszeit begehen, während die Geschäftswelt schon am 27.12. auf Silvester und Fastnachtsparty umstellt. Die Epiphaniaszeit gehört wie der Advent zum "weihnachtlichen Festkreis", aber nicht zur Weihnachtszeit im engeren Sinne - so wie auch Passionszeit und Pfingsten zum Osterfestkreis gehören, ohne Osterzeit zu sein.
Der 2. Februar ("Lichtmess") spielt in der evangelischen Tradition kaum eine Rolle. Es gibt aber derzeit Anregungen, die Epiphaniaszeit mindestens bis zu diesem Datum auszudehnen, was aus ökumenischer Sicht diskutierenswert ist.

Die Weihnachtszeit dauert bis zum 2. Februar, dem Fest Lichtmess. Und wie ist es wenn der letzte Sonntag nach Epiphanias nach dem 2. Februar liegt, so wie 2017. Endet der Weihnachtskreis dann mit dem Ende der Epiphaniaszeit?

Weihnachten geht Laut meines
Pastor bis zum 02.Februar so hat er mir das heute Geschildert.

Datum 26.12.2017

Warum der 2. Februar?

Das Reinigungsopfer
Hintergrund ist ein alter jüdischer Brauch: Nach den Vorschriften des Alten Testaments galt eine Frau 40 Tage nach der Geburt eines Kindes als unrein. Danach musste sie ein Reinigungsopfer darbringen, zum Beispiel eine Taube oder ein Schaf.

Und da die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Mose's kamen, brachten sie ihn gen Jerusalem, auf daß sie ihn darstellten dem HERRN (wie denn geschrieben steht in dem Gesetz des HERRN: "Allerlei männliches, das zum ersten die Mutter bricht, soll dem HERRN geheiligt heißen") und das sie gäben das Opfer, wie es gesagt ist im Gesetz des HERRN: "Ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben."
aus: Lukas, Kapitel 2 (Luther 1912)

Grüße aus dem Westerwald von Andrea
PS: Bei mir hängt die Weihanchtsdeko jedes Jahr bis Anfang Februar, auch weil es schön ist.

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