Kann ich nach dem Austritt am Abendmahl teilnehmen?

gestellt von O. Schwerin am 28. April 2019

Hallo Frau Klee,

ich bin getauft, aber seit einigen Jahren nicht mehr in der Kirche.
Meine Tochter wird nun konfirmiert und wir sind zum Abendmahl eingeladen.
Darf ich daran teilnehmen, auch wenn ich nicht mehr in der Kirche bin?

Liebe Familie S.!

Was für ein schöner Anlass, die Konfirmation Ihrer Tochter steht bald bevor! In vielen Kirchengemeinden wird diese Konfirmation mit der Feier des Abendmahls verbunden - manchmal ist das sogar das erste Abendmahl, welches Konfirmandinnen und Konfirmanden in der Gemeinde feiern. Ein wichtiger Augenblick!

Ich kann verstehen, dass Sie als Familie daran teilnehmen möchten. Sie möchten selbst Teil der Mahlgemeinschaft sein. Christus selbst ist es, der zum Abendmahl einlädt. Deswegen sind nach evangelischem Abendmahlsverständnis alle eingeladen, die getauft wurden. Das gilt von evangelischer Seite auch für Christ*innen einer anderen Konfession. Als Sakrament ist das Abendmahl ein Geschenk an uns: Wir müssen nichts dafür tun, um dieses Geschenk zu empfangen. In einer Orientierungshilfe der EKD im Jahr 2003 wird noch einmal betont, dass das Abendmahl allen Getauften gilt.

Wie das mit der Kirchenmitgliedschaft ist, entscheidet jedoch jede Landeskirche und jede Kirchengemeinde für sich. Insbesondere gilt für die Kirchengemeinden lutherischen Bekenntnisses (VELKD), dass die Kirchenmitgliedschaft für das Abendmahl vorausgesetzt wird. In reformierten und unierten Kirchen wird das oft anders gehandhabt. Daher kann es ratsam sein, sich einmal vor Ort zu erkundigen, wie bei Ihnen die konkrete Praxis ist.

Beste Grüße und eine wundervolle Feier,

Johanna Klee

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Kommentare

Die Orientierungshilfe der EKD betont nicht, dass Menschen, die sich bewußt und willentlich aus der Gemeinschaft der Gläubigen verabschiedet haben, zur Abendmahlsgemeinschaft eingeladen sind. Es geht doch da eher um Getaufte, die einer anderen Konfession angehören.
Was mit Menschen ist, die aus der Kirche ausgetreten sind, läßt das hier angeführte Büchlein offen. An keiner Stelle wird der Begriff "Ausgetretene" auch nur erwähnt.
Nicht nur die lutherischen Kirchen, auch die Grundordnungen bzw. den Lebensordnungen der Kirchen der Union sagen dezidiert, dass mit dem Kirchenaustritt die Zulassung zum Abendmahl verloren geht.

(Vergleiche dazuz Art. 38 Abs. 3 Ordnung des kirchlichen Lebens der EKU und C.1.5. Leitlinien des kirchlichen Lebens der VELKD.)

Ja, danke, ich habe es geändert. Einige Landeskirchen wie z.B. die EKHN und das Rheinland handhaben das mittlerweile anders.

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