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Auch wenn die Diskussion schon eine Weile her ist ,möchte ich etwas dazu schreiben, vielleicht hilft es ja der ein oder dem anderen, der sich die Frage ansieht:

Vorab: Ich denke, wir dürfen die Bibel nicht völlig losgelöst von Jesu Handeln sehen. Jede Bibelstelle sollte so interpretiert werden, dass sie das Handeln Jesu Christi erhellt- und nicht verstellt.

Wer sagt eigentlich, dass "Zorn" im Widerspruch zur Liebe Gottes steht?
Es gibt einen gesunden, "heiligen" Zorn, der nicht Verdammnis zur Folge hat. Jesus Christus ist hier wegweisend: er ist zornig auf die Geldwechsler und Händler in Tempel. Sie machen Geschäfte mit der Angst der Menschen vor Gottes Strafe, nehmen sie finanziell aus.
Jesus wirft ihre Tische um und treibt sie aus dem Tempel hinaus. Doch er spricht dabei nicht von "Verdammnis" oder davon, dass diese Menschen nicht Gottes geliebte Kinder seien.

Von der Liebe Gottes dagegen zeigt er uns viel.
Jesus macht in seinem Handeln ja immer wieder deutlich wie sehr er die Menschen liebt und wir Christen glauben, dass er dies "im Namen Gottes " getan hat.
Wie sehr Jesus Menschen Gottes Liebe verkündet, zeigen viele Stellen. Für mich persönlich sind zwei sehr zentral:

Am Kreuz spricht Jesus zum Verbrecher: Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein!
Ein klares Signal! Denn am Kreuz gestorbene galten als von Gott nicht geliebt, ja verdammt.
Darüber hinaus gibt er uns das Liebesgebot "Liebe Gott und Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!"
Das ist für mich eine wichtige Schlüsselstelle.
Es wäre paradox Menschen zur Gottes-, Selbst-, Nächsten (und sogar ausdrücklich zur Feindesliebe!) aufzurufen, wenn nicht auch Gott so lieben würde- Ja, seine Liebe der Ursprung und vollkommener und größer wäre.

Doch noch einmal zurück zur Frage nach dem Zorn und der Vereinbarkeit mit der Liebe:
Ich denke: schon Menschen können zornig sein aus Liebe (Ich würde sogar sagen, Zorn kann ein Ausdruck von Liebe sein, wenn man zum Beispiel zornig ist, weil ein anderer sich selbst oder andere ins Unglück stürzt oder zornig ist angesichts der Ungerechtigkeit der Welt) .
Wie viel größer aber ist Gott- und wie sehr kann er aus Liebe zornig sein- ohne dabei jemanden "auf ewig" zu verdammen oder seine Liebe zu entziehen.

So glaube ich fest, das gilt was der Psalmbeter des 30. Psalms erfahren hat: Sein Zorn währt einen Augenblick, ein Leben lang seine Gnade. (...).