Wüstenerfahrungen

gestellt von Gaestin am 20. März 2012

Von den deutsch/amerikanischen Willow Pastoren hört man in Deutschland immer wieder, dass die "Wüstenerfahrungen" des Menschen sehr wichtig sind, weil in der Wüste Gott am Werk ist, an dem Menschen arbeitet. Sofern sich der Mensch für Gott entscheidet.

Was ist damit gemeint? Was bedeutet Wüste und Wüstenerfahrungen?
Wird hier auf das Volk Gottes angespielt, dass von Gott aus Ägypten geführt wurde und gemeinsam 40 Jahre durch die Wüste zogen und das Volk Gott immer wieder untreu wurde? In der Wüstenzeit nicht mehr an ihn geglaubt haben? Um das goldene Kalb tanzten usw.

Oder wird auf die Wüstenzeit von Jesus hingewiesen? Denn gleich nach seiner Taufe geht Jesus in die Wüste! Er hat Gottes Liebe und will sich sein Leben lang vom Geist Gottes, dem Geist der Liebe leiten lassen. Gott ist das wichtigste in seinem Leben, also folgt er ihm! Jesus sitzt in der Wüste, da kommt der Satan, der Teufel! Jesus wird vom Teufel auf die Probe gestellt, er soll aus Steinen Brot machen usw.... Doch Jesus bleibt standhaft und unterwirft sich nicht dem Teufel.
Wenn also Pastoren auf die Wüstenzeit eines Menschen ansprechen, was genau ist damit gemeint?

Frage von Gästin

Liebe „Gästin“,

ein paar Antworten auf Ihre Frage haben Sie schon selbst gegeben. Wenn wir die Wüste als ein Bild für Erfahrungen in unserem Leben verwenden, dann kommen uns viele Assoziationen in den Sinn. Sicherlich gehören bei einer Christin oder einem Christen auch die beiden Gedanken dazu, die Sie nennen:

Die Wüste ist ein Bild für eine „lange Durststrecke“, wie sie es für das Volk Israel war. Sie ist ein Bild für „Entbehrung und Anfechtung“, wie es auch in der Geschichte von der Versuchung Jesu beschrieben wird. Wie das Volk Israel sieht sich auch Jesus verschiedenen Versuchungen ausgesetzt.

Darüber hinaus kann man die Wüste auch einfach als ein Bild für „schwere Zeiten“ nehmen. Wenn jemand darauf hinweist, dass auch in den Wüstenerfahrungen Gott am Werk ist, kann das heißen, dass wir uns auch in schweren, kargen, harten Zeiten darauf verlassen sollen, dass Gott dabei ist – eben nicht nur auf der „Grünen Aue“ aus Psalm 23, sondern auch dann, wenn das Leben uns hart zusetzt.

Wer das erfahren kann, hat es leichter als jemand, der sich „in der Wüste“ nur ganz allein fühlt.

Herzliche Grüße
Frank Muchlinsky

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