Keinen Sex mehr mit der Freundin?

gestellt von Herr T. am 21. Mai 2013

guten tag

ich habe eine frage: ich bin ein sehr gläubiger mensch, habe aber leider wohl in der vergangenheit zu wenig in der bibel gelesen, was ich erst in den letzten monaten nachgeholt habe! ich habe vor 2 jahren eine frau kennengelernt die ich mittlerweile sehr liebe(anfangs war ich mir nicht so sicher) bin aber schon von anfang an mit ihr in einem sexuellen verhältnis gewesen ohne mir bewußt zu sein dass ich dabei wohl schwere sünde begehe.

 

wenn ich alles richtig empfinde und begreife verstößt es laut bibel der unzucht. darüber bin ich mir aber erst wirklich seit kürzerem bewußt. meine angst: normalerweise müsste ich den pfad verlassen und erst heiraten....da ich (bzw wir)aber diese sünde schon begangen haben weiß ich langsam nicht mehr was richtig oder falsch ist!-zwickmühle- wenn ich meiner freundin sage dass ich keinen sex mehr mit ihr will, zerstöre ich vielleicht das bisher aufgebaute aber halte ich mich nicht an die bibel, nur auf mein herz, komme ich vielleicht in die hölle!?

 

vielleicht bin ich nicht normal, denn ich denke dass die meisten menschen mir raten würden mein leben zu geniessen und auf mein herz zu hören! aber jesus und gott sind mir wiederum auch absolut wichtig. hinzu kommt noch dass meine freundin sich kurz vor meinem kennenlernen von ihrem mann hat scheiden lassen(aber nicht wegen mir). ich war mit meiner freundin in der grundschule zusammen in der selben klasse und wir haben uns 35 jahre nicht mehr gesehen. für uns war das alles wie gottgewollt aber jetzt plagen mich die zweifel! und sie langsam wegen meiner zweifel!

 

über eine antwort wäre ich sehr sehr dankbar, denn ich tue mich nicht mehr leicht damit und bin schon kurz vor dem verzweifeln. mit freundlichen grüßen

Lieber Herr T.,

 

Sex ist keine Sünde! Wenn Sie und Ihre Freundin Freude am gemeinsamen Sex haben, dann wäre Gott sicherlich der Letzte, der sich darüber ärgert. Auch die Bibel sagt nicht, dass Sex grundsätzlich schlecht sei. Die Bibel richtet sich gegen Sex als Waffe oder als zerstörerische Kraft. Wenn von "Ehebruch" die Rede ist, heißt das, dass hier eine wichtige gesellschaftliche Grundlage, die Familie, die Großsippe, infrage gestellt wird. Wer verheiratet ist, soll Verantwortung für den Partner tragen. Wenn Sie und Ihre Freundin ungebunden sind, nimmt niemand Schaden an Ihrer Liebe zueinander.

 

Darum: Sex ist eine gute Gabe unseres Schöpfers. Ein ganzes Buch der Bibel besingt die erotische Liebe: Das Hohelied Salomos. Abwechselnd beschreiben ein junger Mann und eine junge Frau, wie sehr sie ihre Freundin, ihren Freund lieben und begehren. Wie sie sich freuen auf das nächste Mal, wo sie sich treffen und nur der gemeinsamen Liebe hingeben wollen. Dran ist nichts Sündiges oder Unzüchtiges. Lesen Sie mal dieses Buch der Bibel: Hoheslied

 

Es ist schön, dass Sie gern und viel in der Bibel lesen. Ich empfehle Ihnen aber auch, dass Sie sich mit anderen Menschen darüber austauschen, was Sie da lesen. Die Bibel ist uralt und kann und will nicht wörtlich umgesetzt werden.

 

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Freundin alles Gute! Und bedenken Sie: Genuss und Frömmigkeit sind keine Gegner.

 

Ihr Frank Muchlinsky

Fragen zum Thema

Kommentare

Gegen Sex vor der Ehe gibt es gar keine so präzise (und unwidersprochene) Formulierung in der Bibel (so weit man mir bisher sagen konnte). Überall, wo ich nachgelesen habe, wird darauf verwiesen, dass ja von mit "seiner Frau" / "ihrem Mann" gesprochen würde, wenn es um Sex geht. Ob in in welcher Form die beiden auf eine für uns heute übliche Art geheiratet hatten (vor dem staatlichen Vertreter des Standesamtes), bleibt völlig offen. Der Hinweis, wie die Ehe vollzogen wurde, ist meist "er nahm sie zur Frau" - wohl oft genug, in dem er schlicht Sex mit ihr hatte. So zum Beispiel auch Adam und Eva. Sie waren nicht verheiratet in "unserem" Sinn, es gab noch kein Standesamt. Adam hat Eva einfach "zur Frau genommen". Und so heißt es an vielen Stellen der Bibel. Das ist der Knackpunkt: die willentliche, feste Entscheidung, diesen einen Partner treu zu lieben und mit diesem "eins" zu werden - durch Sex (und keinen Sex mehr mit anderen zu haben).
Es ist durchaus möglich, dass die Aussagen "sie werden ein Leib sein" sich auf eine feste, treue Partnerschaft bezieht.
Jesus sagt: "habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer am Anfang die Menschen als Mann und Frau erschuf und dass er gesagt hat: Deshalb wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und sich mit seiner Frau verbinden, und die zwei werden ein Leib sein? Sie sind also nicht mehr zwei sondern ein Leib" (Mt 19, 4)
Jesus sagt hier mit keinem Wort etwas von einer Eheschließung. Das Paar wird dadurch zu einem Paar , weil sie ein Leib werden (= mit einander schlafen).
Und außerdem: wenn wir schon die damalige Sitte, dass ein Mann eine Frau (juristisch) heiraten muss, um Sex mit ihr zu haben (dabei war der Grund nicht der Sex sondern die Versorgung der Frau und der Kinder aus der Beziehung, weil Frauen kein eigenes Einkommen hatten), dann müssen wir uns fragen lassen, warum wir ausgerechnet diesen Punkt aus der Bibel strenger nehmen, als es vielleicht je gemeint war, aber zum Beispiel den Punkt nicht, dass eine Frau in der Gemeinde zu schweigen und ein Kopftuch zu tragen habe (wie Palus mehrfach eindeutig schreibt), oder dass wir ein Geländer um unseren Dachgarten zu ziehen hätten (wer also keinen Dachgarten hat, beginge von daher eine Sünde). Bloß gut, dass wir Christen eben nicht so denken, sondern zwischen Sinn und Buchstabe einer Aussage der Bibel unterscheiden können.
Außerdem beachte man das Mosaische Gesetzt, in dem sehr präzise ausgeführt wird, dass (verlobte) Menschen, die vor der Ehe Sex haben, mit dem Tode zu bestrafen sind - aber nur, wenn es sich um mutmaßlich freiwilligen Sex mit einem anderen als dem/der Verlobten handelt! Gegen Sex mit dem/der Verlobten sagt Moses kein Wort. Ganz im Gegenteil: Haben zwei Sex miteinander, die noch nicht verlobt sind, dann schreibt das Gesetz Mose lediglich vor, dass der Mann das Mädchen dann zu heiraten habe (und natürlich dem Brautvater den Brautpreis bezahlen muss) (5. Mose 22,28).
Außerdem bedeuten (nach der Elberfelder Bibel) quasi sämtliche Stellen, in denen die Bibel (vor allem im NT) von sündiger "Unzucht" und "sexuelle Unmoral" ausspricht im Original "Hurerei" oder Unzucht mit Blutsverwandten, Tieren, etc. Es ist also ganz eindeutig nicht von normalem Sex mit dem eigenen, geliebten Partner die Rede, sondern von Sex der bloßen Fleischeslust wegen mit beliebig wechselnden Partnern parallel.
Es ist grotesk, die Auflehnung Paulus' gegen die damals weit verbreiteten sexuellen Ausschweifungen (die wohl das Vorstellungsvermögen der meisten von uns weit übersteigen dürften), als Geiselung eines liebevollen Aktes zwischen zwei sich liebenden Menschen zu missbrauchen, nur weil diese juristisch nicht verheiratet sind (wobei das Gesetz eine "eheähnliche Gemeinschaft" auch ohne Vertrag durchaus anerkennt).
Und ganz über allem steht ohnehin das höchste Gebot, das unser Herr Jesus Christus uns gegeben hat: liebet einander! Also, nach meinem Verständnis steht das im Widerspruch dazu, andere zu verurteilen, wegen etwas, was möglicherweise ohnehin nur zweifelhaft aus der Bibel abgeleitet werden kann.
Völlig unzweifelhaft steht übrigens in der Bibel als Wort unseres Herrn: "richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet!"

Unzucht ist eigentlich zu übersetzen mit "sexuelle Handlung außerhalb der Ehe", es kommt von dem Wort pornea (glaube so geschrieben).

Sex vor der Ehe ist Sünde, Sex außerhalb der Ehe, sich nackt ausziehen, sich anfassen, alles sexuelle Handlung.
In der Ehe jubelt Gott, wenn Menschen Sex haben, doch außerhalb ist es nicht richtig.
Gott hat uns Menschen dieses großartige Geschenk gemacht und wir sollten es nicht falsch verwenden.

Stellt euch vor ihr bekommt einen tollen tiefliegenden Ferari, ihr sollt damit auch nicht über die Wiesen und ungeebneten Straßen fahren und wenn wir es doch machen kriegt er kratzer oder verliert seine Schönheit, geht kaputt.

Die Ehe ist also, wie eine geebnete Straße, solange man sich auf dieser befindet ist es Sünde.

Und Gott sagt: „Macht nicht gemeinsame Sache mit Ungläubigen. Wie kann die Gerechtigkeit sich mit der Gesetzlosigkeit zusammentun? Wie kann das Licht mit der Finsternis zusammenleben? Welche Übereinstimmung kann es zwischen Christus und dem Teufel geben? Wie kann ein Gläubiger der Partner eines Ungläubigen sein? Und welche Gemeinschaft kann zwischen dem Tempel Gottes und Götzenbildern bestehen? 2. Kor in Vers 6

Wie kannst du mit jemandem zusammen sein, der Jesus nicht als Herr hat?
Wenn Jesus dein Herr ist darfst du sie nicht heiraten und wenn du es schon getan hast musst du ihr treu bleiben und trotzdem Gott um Verzeihung bitten.

Wie sollte Licht und Finsternis eine Ehe führen können?

Lieber Gast,

danke für Ihren Beitrag. Ihre Meinung ist nicht die meine, und sie ist auch nicht die einzig mögliche. Dennoch: Danke.

Beste Grüße

Frank Muchlinsky

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