Den Sonntag oder den Sabbat heiligen?

gestellt von Gast am 13. Juli 2011

Guten Tag! Können Sie mir die Sonntagheiligung biblisch begründen? Ich finde vom 1.Mose bis zum Buch der Offenbarung keinen Grund zur Sonntagheiligung. In der Bibel lese ich, dass Gott den Sabbat geheiligt und gesegnet hat, welcher der Samstag ist. Auch lese ich in der Bibel, das Gott sein Gesetz nie ändert, denn Gott ändert sich nicht. Wie kommt es, wenn Gott den Sabbat (am Samstag) gesegnet hat, und den Segen nicht aufgehoben und verschoben hat, wir den Sonntag heiligen??? Viele Grüße Karsten

 

Lieber Karsten,

Ihre Argumentation ist nachvollziehbar, und es gibt einige christliche Gruppen, die bis zum heutigen Tag den Sabbat als arbeitsfreien Tag "heiligen" (z.B. die sog. "Adventisten"). Im Neuen Testament gibt es auch tatsächlich keine Hinweise, den Sonntag anstelle des Sabbats zu heiligen. Die Verschiebung des wöchentlichen Feiertags bei den ChristInnen vom siebten auf den ersten Tag der Woche, ist erst im Laufe der ersten Jahrhunderte n.Chr. geschehen.

Gottes Gebote ändern sich nicht, doch ändert sich die Auslegung dieser Gebote ständig - und in theologisch redlichen Kreisen auch in Rückbezug auf die Bibel. Eine Übersicht, wie es zu der genannten Verschiebung kam, hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) verfasst. Ich zitiere sie hier in der Hoffnung, dass Ihnen das weiterhilft:

EKD Wie wurde aus dem Sabbat der Sonntag? wrote:

Die ersten Christen und Christinnen stammten aus dem Judentum und begingen deshalb zunächst den Sabbat. Als das Christentum sich über die ganze Welt ausbreitete, kamen jedoch mehr und mehr Christen nicht aus dieser Tradition. Dagegen wurde der auf den Sabbat folgende Tag, der Sonntag, zum wichtigsten Tag der christlichen Woche. Nach dem Zeugnis der Evangelien galt er als Tag der Auferstehung Jesu Christi (vgl. Markus 16,2). Die Christen versammelten sich an diesem ersten Tag der Woche zu abendlichen Mahlfeiern, um der Auferstehung ihres Herrn zu gedenken (vgl. Lukas 24,30-43; Johannes 20.1). Im 2. Jahrhundert finden sich dann weitere eindeutige Belege für einen christlichen Sonntagsgottesdienst. Unter Kaiser Konstantin wurde im Jahr 321 die Feier des Gottesdienstes mit dem arbeitsfreien Ruhetag am Sonntag verbunden; in der Folge dessen war gegen Ende des 4. Jahrhunderts der Sonntag als christlicher Ruhetag etabliert. Im Mittelalter galt der sonntägliche Gottesdienstbesuch als Kirchengebot.

Den ganzen Beitrag finden Sie hier.

Herzliche Grüße, Frank Muchlinsky

Kommentare

Ich kann das nicht nachvollziehen. Wenn Gott den Sabbat geheiligt hat, den 6ten Tag dann darf weder ein Kaiser oder geistlicher oder sonst noch wer sein wichtigstes gebot brechen !!!
In diesem Fall gibt es keine weiteren Auslegungsmöglichkeiten, auch die Bibel darf das nicht ändern. Gott hat 10 Gebote uns auferlegt sein wichtigstes das 4. Sabbat gesiegelt darf demnach nicht gebrochen werden da es keine andere Auslegungsform dafür gab bzw gibt. Oder gelten diese 10 Gebote nicht für christen da sie Moses als seinen juden übertrug ? Und wir uns daraus entwickelt haben ? Jedoch auch wenn wir christen aus dem judentum entstanden sind haben wir ja diese Gebote ebenso für uns interpretiert wo sich keine mehrfach Deutungen ergeben. Demnach werden uns irgendwann sein 4 Engel die Winde treffen. Fast alles unterliegt einer sich weiterentwickelnden Form Sichtweisen, Techniken, baukünsten, Lebenserfahrungen uvm nur die Gebote wurden von Gott uns auferlegt und unterliegen keiner auslegungsmöglichkeit oder Weiterentwicklung die Gebote sind gesprochen und Gott widerspricht sich nicht selbst !!! Er wusste genau was er bei der Schaffung macht ihm wird wahrscheinlich klar gewesen sein das wir einfach noch lange nicht so weit sind uns ihm gerecht zu verhalten, nur weil wir ein Bewusstsein haben hat er uns Hüter seiner Welt auserwählt, was er jederzeit wieder revidieren kann.
Genauso wie Luther dargestellt wird. Das judentum ist in Wahrheit die gefährlichste relegion.

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