Gottedienstbesuch während der Konfirmandenzeit

gestellt von Desiree Barth am 3. August 2017

Sehr geehrter Herr Muchlinsky,

mein Sohn ist ab September Konfirmand. Da wir schon am 22.4. Konfirmation haben, ist es schwierig die vorgegebenen 28 Mal Gottesdienstbesuch zu erfüllen.
Ist es im Kirchenrecht möglich, dass mein Sohn von der Konfirmation ausgeschlossen werden kann, wenn die 28 x nicht erreicht werden?

Mit freundlichen Grüßen

D.Barth

Liebe Frau Barth,

wie oft ein Konfirmand während des Konfirmationsunterrichts einen Gottesdienst besuchen soll, legt eine Kirchengemeinde selbst fest. Die Konsequenzen liegen ebenso im Ermessen der Gemeinde, beziehungsweise der Pfarrerin/des Pfarrers vor Ort. Das kann in Extremfällen dazu führen, dass einem Konfirmanden die Konfirmation verweigert wird. Mich wundert, dass nur so wenig Zeit für die Gottesdienstbesuche ist. Normalerweise dauert der Konfirmandenunterricht mindestens zwei Jahre.

Am besten wird es sein, wenn Sie mit der Pfarrerin/dem Pfarrer Ihrer Gemeinde persönlich sprechen.

Mit herzlichem Gruß

Frank Muchlinsky

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Kommentare

Ich habe mir mal den "Spaß" erlaubt und mit Hilfe meines Taschenkalenders nachgezählt, ob es möglich ist, in dieser doch sehr kurzen Konfirmandenzeit (September 2017 bis 22. April 2018), 28 Gottesdienstbesuche "auf die Reihe" zu bekommen. Mein Ergebnis: Es ist nicht einfach dies zu schaffen, aber wenn man alle Feiertage mit berücksichtigt, ist es möglich. Und man kann dann sogar den Einen oder Anderen Gottesdienstbesuch am Sonntag "schwänzen".

Aber ACHTUNG! Bitte mitzählen, damit es nicht am Ende doch eng wird mit den 28 Gottesdienstbesuchen. :-)

Während der Konfirmandenzeit gibt es KEINEN Konfirmandenunterricht mehr, sondern nur noch Konfirmandenarbeit. Diese "Arbeit" ist jugendverbandlich (durch einen Verein) organisiert. Die Arbeitsform legt Wert auf "Freiwilligkeit" und "Selbstorganisation", "Mitbestimmung" und
Partizipation, "Freiraum ohne Leistungsdruck" – man MUSS nicht, man DARF. Das sind die wesentlichen Merkmale!

Und vor allem ihre "Subjektorientierung": Man orientiert sich am Subjekt Jugendlicher, an seinen Interessen, Lebenslagen und blablabla. Eine Orientierung an Christus entfällt daher logischerweise.

Dann wurde blödsinnigerweise auch noch Konfirmanden"unterricht" im 3. (bzw. 4.) Schuljahr (KU 3 / KU 4) in Baden und Württemberg eingeführt und in weiteren Bundesländern. Dieser Unterricht wird von den Eltern selber inhaltlich gefüllt und in der eigenen Mietwohnung oder Eigentumswohnung abgehalten.

Die Kirche möchte jedoch, dass die Konfirmanden 28 x den Gottesdienst besuchen. Dazu ist aber ein volles Kirchenjahr notwendig: Also: Adventszeit, Warten auf die Geburt Jesu, Leben und Wirken von Jesus, Ostern, Pfingsten und und und.

Tscha! Die Konfi-zeit wurde durch Vereine, Verbände und Privatpersonen und durch die Kirchengemeinden selber, zeitlich um die Hälfte gekappt! Die Schreiberin Frau Barth hatte mit ihrem Sohn/Tochter am 22.04.17 Konfirmation. Ostern ist aber grundsätzlich jedes Jahr zwischen dem 22. März und dem 25. April. Die Konfirmanden erlebten folglich das Pfingsfest gar nicht und auch nicht das weitere Kirchenjahr bis zum Ewigkeitssonntag. Den Konfirmanden wurde quasi das halbe Kirchenjahr einfach vorenthalten!

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