Können wir uns evangelisch trauen lassen?

gestellt von Sabine Ochs am 29. Juni 2015

Hallo Pastor Muchlinsky,

mein Partner und ich möchten heiraten, er ist katholisch und ich bin evangelisch getauft und konfirmiert, aber aktuell nicht Steuerzahlendes Mitglied der Kirche. Können wir dennoch evangelisch getraut werden? wir leben in Bayern - falls das bzgl. der Landeskirche wichtig ist.

Vielen Dank für Ihre Antwort.

Liebe Frau Ochs,

Damit ein Paar evangelisch getraut werden kann, muss mindestens ein Partner Mitglied der evangelischen Kirche sein. Das ist in sämtlichen Landeskirchen die Regel. Sie haben also leider nur die Möglichkeit, sich in einer katholischen Kirche trauen zu lassen, oder einer von Ihnen tritt vor der Trauung in die evangelische Kirche ein.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Muchlinsky

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Kommentare

..interessieren, ob Sie aus der Kirche ausgetreten sind, Frau Ochs.

Kein "steuerzahlendes" Mitglied zu sein, sagt nicht so viel. Arbeitslose z.B. zahlen aufgrund nichtvorhandenen Einkommens ja auch keine Kirchensteuer - deshalb werden sie aber nicht plötzlich aus der Kirche ausgeschlossen.

...aber nur wenn sie Kirchensteuer zahlen!

Das Arbeitsamt zahlt sehr wohl Kirchensteuer. Aber nur "rein rechnerisch". Das heißt: Im Endeffekt hat der Arbeitslose durch den (rechnerischen) Kirchensteuerabzug weniger auf dem Konto. Warum sich die Kirche das bieten lässt, das ist doch die große Frage???

Tatsächlich wird allen Arbeitslosen in Deutschland, egal ob sie der Kirche angehören oder nicht, ganz legal ein der Kirchensteuer entsprechender Betrag abgezogen - doch die Kirchen sehen davon keinen Cent. Und das - obwohl Kirche sehr gerne Geld annimmt - auch von den armen Arbeitslosen.

Sinnvoller wäre es, wenn man rechtzeitig vor der Arbeitslosenhilfe, also den Hartz-4-Bezügen, von der Kirchenzugehörigkeit austritt, dann bleibt mehr Netto auf dem Konto.

...der sich hartnäckig hält. Das gibt es seit 2005 nicht mehr.

Wenn man in einer Anerkannten Christlichen Kirche ist, z. B. in einer evangelischen Freikirche oder in einem evangelischen Verein, dann müsste es doch klappen mit der evangelischen Trauung, oder sehen Sie da größere Probleme? Ich meine, die ACK-Kirchen arbeiten doch auch aktiv im Kirchengemeinderat mit und in den Kirchengemeinden, obwohl diese ja ursprünglich zu einem Verein oder einer Freikirche gehören und dort ihren 13.ten zahlen. Da wird ja wohl eine Trauung in einer evangelischen Volkskirche auch noch möglich sein, obwohl man keine Kirchensteuer zahlt.

... ist nicht, ob jemand Kirchensteuer zahlt, sondern ob er der evangelischen Kirche angehört. Einer der beiden Partner muss zwingend der evangelischen (Landes-)Kirche angehören, wenn die Trauung nach diesem Ritus vollzogen werden soll. Die Kirche mieten für freikirchliche Trauungen kann man sicher...

Äh! In der Regel setzt eine evangelische Trauung die Kirchenmitgliedschaft beider Ehepartner voraus. Wenn nun eine Muslima einen Christen heiraten möchte, in einer evangelischen Kirche, dann wird`s brenzlig.

Es ist m. E. ein „Schmarr`n“, wenn auf das übliche Eingangsvotum verzichtet wird, nämlich dass der Gottesdienst im Namen des dreieinigen Gottes gefeiert wird. Wenn die Kirche stattdessen Muslimas oder Muslimen anbietet, die Feier „im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen“ zu eröffnen, dann ist das ein kirchengemeindlich organisierter Schmu und sonst nix.

Ich meine, letztendlich ist der Pfarrer nur für das verantwortlich, was er selber in der Kirche vorträgt. Wenn muslimische Hochzeitsgäste in der evangelischen Kirche aus dem Koran vorlesen, dann geht das in erster Linie den Pfarrer gar nichts an.

Das stimmt nicht. Pfarrerin und Pfarrer sind für den gesamten Gottesdienst verantwortlich. Wenn ein Teil des Brautpaars einer anderen Religion angehört, so gilt diese Religion quasi als Gast in der Kirche. Lesungen aus anderen Schriften als der Bibel sind nicht vorgesehen.

Welcher Muslim will denn in einer Kirche heiraten? Das ist vom Religiösen her gar nicht erlaubt. Ein Muslim darf zwar Christin oder Jüdin heiraten, aber nicht einer Kirche oder Synagoge. Muslimischen Frauen sind konfessionsverschiedene Ehen eigentlich nicht gestattet.

Was ich schon erlebt habe, ist dass die Kirche für freikirchliche Paare gegen Gebühr zur Verfügung gestellt wurde. Die haben dann allerdings auch ihren eigenen Pfarrer mitgebracht.

In evangelischen Kirchen kennen wir (zumindest ist das in Sachsen so) zwei Formen: Trauung (beide Partner gehören der evangelischen Kirche) und den Gottesdienst zur Eheschließung (nur einer der beiden Partner gehört der evangelischen Kirche an), wobei die Unterscheidung theologisch nicht von Bedeutung ist, sondern kirchenrechtlichen und statistischen Charakter hat (meiner Meinung nach).

Jeder muslimische Geistliche kann Eheschließungen durchführen. Eine evangelische Kirche kann gemietet oder gekauft werden!
Wo ist das Problem???

... wer nach islamischen Ritus heiraten will, tut das nicht in einer Kirche; wer sich evangelisch trauen lassen will, wird nicht aus dem Koran lesen - auch dann nicht, wenn sich zwei Religionen finden. Das Ehepaar wird sich für eine der beiden Formen (und dem dazugehörigen Ort) entscheiden.

willst du diese N.N., die Gott dir anvertraut, als deine Ehefrau lieben und ehren und die Ehe mit ihr nach Gottes Gebot und Verheißung führen - in guten und in bösen Tagen-, bis der Tod euch scheidet, so antworte: ‚Ja, mit Gottes Hilfe.
Wenn ein Mann Atheist ist oder Muslim, darf ihm die Frage also nicht gestellt werden.

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