Kirchensteuerfragen

gestellt von Kerstin Bündner am 22. Oktober 2015

Guten Tag Herr Pastor Muchlinsky, Ich möchte gerne in die evangelische Kirche eintreten. Wenn ich z.B. zum November eintrete, muss ich dann die Kirchensteuer vom ganzen Jahr nachbezahlen oder wie ist das? Und wie ist das mit dem Zehnten? Ist die Kirchensteuer der Zehnte? Oder ist dies ein extra Opfer das ich in der Kirche einwerfe? Mit freundlichen Grüßen Kerstin Bündner

Liebe Frau Bündner,

das freut uns sehr, wenn Sie wieder zurück kommen. Schön!

wenn Sie im November in die Kirche wieder eintreten, zählt da Datum Ihrer Unterschrift, von da an zahlen Sie Kirchensteuer. Wenn Sie zuvor katholisch waren, wenn es sich um eine "Aufnahme" handelt, dann ab dem Datum, mit dem es bearbeitet wurde. Sie müssen also in beiden Fällen, nicht das ganze Jahr zahlen.

Kirchensteuer ist etwas 8-9% der Lohnsteuer und wird über das Finanzamt abgeführt. Sie müssen kein extra Kirchgeld zahlen. Die Kollekte, oder das Opfer in der Kirche, ist immer für bestimmte Projekte, nicht für die Mitgliedschaft selbst.

Infos dazu finden Sie hier: https://www.ekd.de/finanzen/kirchensteuer.html

Mit herzlichen Grüßen, Ihre Sabine Löw

Kommentare

Das mit dem Kirchgeld kann man so nicht stehen lassen. Es gibt in einigen Landeskirchen neben der Kirchensteuer, die vom Lohn abgezogen wird, noch das sogenannte Kirchgeld und nicht in allen Landeskirchen ist es so freiwillig, wie es scheint.

Die Höhe des Kirchgeldes ist nach Einkommen gestaffelt und reicht von 0,50 € pro Monat (also 6,00 € im Jahr) bis zu einem bestimmten Prozentsatz des monatlichen Einkommens als Jahresbeitrag. Ein wesentlicher Unterschied:

Die Kirchensteuer, die von der Lohnsteuer einbehalten wird, geht zentral an die Landeskirche und wird von dort weiterverteilt: an die EKD, für die landeskirchliche Verwaltung, landeskirchliche Aufgaben, Diakonie und an Kirchgemeinden nach einem bestimmten Schlüssel.

Das Kirchgeld verbleibt vollständig und ausschließlich bei der Kirchgemeinde, der Sie angehören.

Sowohl Kirchensteuer als auch Kirchgeld können Sie als besondere Ausgaben bei der Steuererklärung geltend machen.

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