Beginn und Ende des Kirchenjahres

gestellt von Florian Schmidt am 19. November 2016

Hallo Herr Muchlinsky,

wir diskutieren die Frage, wann genau das Kirchenjahr beginnt und endet. Es heißt, das Kirchenjahr beginnt am 1. Advent und endet am Ewigkeitssonntag.

Aber was ist mit der Woche dazwischen?

Schon im Voraus vielen Dank.

Viele Grüße Florian

Lieber Florian.

Dir kirchliche Zeitrechnung funktioniert so: Die Woche beginnt immer an einem Sonntag. Ein Tag beginnt immer um 18 Uhr des Kalendertages davor. Die Woche, in der wir gerade sind, also zwischen Ewigkeitssonntag und 1. Advent, zählt also zum Ewigkeitssonntag hinzu. Das alte Kirchenjahr endet, wenn die Woche endet und die neue beginnt, also am Samstag, dem 26. November um 18 Uhr. Dann läuten an vielen Kirchen den Sonntag, die neue Woche, das neue Kirchenjahr ein.

Herzliche Grüße

Frank Muchlinsky

Kommentare

Super! Jetzt verstehe ich auch, warum manche Gemeinden die Osternacht bereits am Karsamstag (entweder 21 oder 22 Uhr) feiern.

Und warum Weihnachten bereits Heilig Abend beginnt ;-)

Blödsinn! Der Karfreitag ist ab 18 Uhr kein "Ostersamstag".

In der Umgangssprache wird der Karsamstag, also der Tag zwischen Karfreitag und Ostersonntag, als Ostersamstag bezeichnet. Dieser Sprachgebrauch weicht von der kirchlichen Tradition ab.

Der Ostersamstag ist der Samstag nach Ostern.

Auf den Karsamstag folgt logischerweise der Ostersonntag.

Es war von "Karsamstag" die Rede, nicht von "Ostersamstag".
 

Ja stimmt!
Aber genau DAS ist ja noch schlimmer.
Am Karsamstag abend kann man kein Ostern feiern, eben weil um 21 Uhr oder 22 Uhr kein Sonnenaufgang stattfinden kann. Am Tagesende, nach Sonnenuntergang oder ab 18 Uhr kann kein Ostern stattfinden. Die Auferstehung hat am "dritten Tag" stattgefunden und nicht in der dritten Nacht. Am ersten Tag hat die Kreuzigung stattgefunden und am zweiten Tag war die Grabesruhe.

Eigentlich müsste erst jetzt der Groschen gefallen sein!

Die Feier der Osternacht ist nicht die Feier der Auferstehung Christi. Das geschieht am frühen Morgen des Ostersonntags. Die Osternacht ist bestimmt durch das Warten auf die Auferstehung.
 

Niemand wartet gern. Deshalb wundert es mich, dass man jetzt neuerdings die ganze Nacht hindurch auf ein Ereignis warten soll, das bekanntermaßen erst morgens in aller Herrgottsfrühe geschieht. Schon beim Gedanken ans "Warten" verdrehen doch schon Alle die Augen. Man wünscht sich woanders hin und verspürt wenig Neigung, sich auf die "Warterei" einzulassen. Warten ist doch für uns alle tote Zeit, die überbrückt werden muss und als eine Spanne gilt, mit der sich nichts Vernünftiges anfangen lässt. Ich weiß beim besten Willen nicht, warum man diese Warterei vor Ostern eigentlich eingeführt hat. Maria und die anderen Damen haben doch auch nicht die ganze Nacht hindurch gewartet. Ich finde diese Warterei irgendwie unnötig und unlogisch.

Warten üben ist eine wunderbare, zutiefst christliche und heilsame Sache.

:-)

Da warten manche geduldig die ganze Nacht hindurch und stellen dann fest, dass sich die ganze Warterei gar nicht gelohnt hat, eben weil nix passiert.

Diese lange Nacht des Wartens ist eine günstige Gelegenheit für alle Andersdenkenden, die daran glauben, dass wir warten, bis wir uns schwarzärgern.
Auf solche Momente haben wir grade noch gewartet!

Aha

Ostern ist im Christentum die jährliche Gedächtnisfeier der Auferstehung Jesu Christi, der nach dem Neuen Testament als Sohn Gottes den Tod überwunden hat.

Der Tag, der Grabesruhe ist KEIN Advent = Warten auf die Ankunft Christi.

Wenn wir noch länger an Ostern herummanipulieren = bewusst steuern, dann wird die 4wöchige Adventszeit vor Ostern stattfinden.

Das Schlimmste haben Sie noch gar nciht erwähnt! Die Manipulation läuft bereits seit Jahrhunderten! Und auch noch konfessionsübergreifend! https://de.wikipedia.org/wiki/Osternacht

Genau so ist es! :-)

Markus berichtet uns in Mk. 16, Vers 2:

"Und sehr früh am ersten Tag der Woche (=Sonntag), als die Sonne aufging, kamen sie (Maria Magdalena, Maria, Jakobus Mutter und Salome) zu dem Grab."

Der Sonnenaufgang in Jerusalem war zu dieser Zeit, wie Astronomen berechnet haben, so gegen 5.45 Uhr am Sonntag-Morgen.

Das ist ja alles schön und gut, aber der Tag beginnt auch nach jüdischer Rechnung nicht mit dem Sonnenaufgang, sondern mit dem Sonnenuntergang.

...dass nach jüdischer Rechnung die Auferstehung am Abend vor dem Ostersonntag stattgefunden haben soll.

Nach allen Evangelien ereignete sich die Auferstehung keinesfalls am Abend sondern am dritten Tage, und zwar von der Kreuzigung an gerechnet.

Unabhängig von der widersprüchlichen Datumsangabe wird also die Reihenfolge der Ereignisse einheitlich dargestellt: letztes Mahl an einem Donnerstag (Gründonnerstag), Kreuzigung und Tod an einem Freitag (Karfreitag), Grabesruhe am folgenden Samstag (Sabbat, Karsamstag) und Auferstehung am folgenden Sonntag (Ostersonntag).

Dass die evangelische Kirche am Tag der Grabesruhe bereits Ostern feiert, zeigt doch mal wieder, dass die EKD bis heute im Dunkeln tappt und nicht weiß, wovon die Evangelisten eigentlich berichten.

Nun bleiben Sie aber bitteschön beim Thema. Ich habe nicht behauptet, dass die Auferstehung am Abend geschah, sondern dass der Tag - auch der Ostersonntag - nach kirchlicher (angelehnt an die jüdische) Tradition bereits bei Sonnenuntergang des vorherigen Kalendertages beginnt.

Sie behaupten aber, dass - auch der Ostersonntag - bereits bei Sonnenuntergang des vorherigen Kalendertages beginnt.
Ich behaupte, dass das nicht stimmt. Ostern ist das Fest, an dem die Auferstehung gefeiert wird. Und deshalb kann nur der Sonntag am Abend beginnen, aber niemals Ostern. Ostern beginnt bei Sonnenaufgang, besser gesagt, nach der Auferstehung.

"Nach jüdischer Rechnung" hat überhaupt keine Auferstehung stattgefunden.
Christliche Überlieferung - von den Frauen zu den Jüngern zu den Evangelisten bis zu uns - besagt, dass am Morgen das Grab leer war und Engel den Frauen sagten: Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Der Tag, der am Vorabend begann, umschließt einige Nachtstunden, in denen etwas geschah, wo niemand dabei war. Könnten Sie es einfach dabei belassen und sich freuen, dass Gott lebt?

18 Uhr oder Sonnenuntergang?

Mittlerweile 18 Uhr

Bis heute ist mir nicht klar, warum im liturgischen Kirchenjahr auch ein Silvester-Gottesdienst gefeiert wird. Als Kirchenjahr bezeichnet man im Christentum eine jährlich wiederkehrende festgelegte Abfolge von christlichen Festen und Festzeiten, nach der sich vor allem die Gottesdienstpraxis und Liturgie richten. Dass "Silvester" ein christliches Fest ist, das ist mir völlig neu!

Das Ende des Jahres mit einem Gottesdienst zu feiern, ist zwar gut gemeint, doch irgendwie unpassend, oder habe ich irgendetwas verpasst?

Die Hüterin des Kirchenjahres hat wieder zugeschlagen.

:-)

Hier die Information zum "Skandal": Silvester heißt in unserem evangelischen Kirchenjahr "Altjahresabend" und ist einfach ein Anlass, eine Gottesdienst zu feiern, wie die Kirche das häufig an – auch profanen – Übergängen tut (Zum Beispiel Hochzeiten oder zur Einweihung von Gebäuden).

Für viele Menschen ist der Übergang von einem zum nächsten Kalenderjahr mit Hoffnungen und auch Ängsten verbunden. Ein guter Grund Gottesdienst zu feiern.

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