Installation Gemeindeassistent

gestellt von Gast am 6. März 2012

Guten Tag Herr Muchlinsky!

Die württembergische Landessynode tagt demnächst im Forum Schönblick Schw. Gmünd, dem Zentrum der Pietistischen Gemeinschaft innerhalb der evangelischen Landeskirche.
Unter anderem geht`s auch um folgendes Thema:
"Installation Gemeindeassistent in der ev. Kirchengemeinde"

Ich kann mir kein genaues Bild von dessen Aufgabenspektrum machen.
Wissen Sie bereits Genaueres?
Ein Assistent ist doch üblicherweise eine Art "Mädchen für Alles", ein Hilfsarbeiter oder auch die "Rechte Hand des Chefs" genannt.
Wird der Gemeindeassistent die rechte Hand der Gemeindemitglieder?
Wer ist dann die linke Hand?
Wo genau wird die Installation installiert? Im Pfarrgemeinderat oder im Gemeindebüro oder in den Gruppen und Kreisen? Oder direkt beim PfarrerIn?
Wird Hand in Hand gearbeitet oder weiß die linke Hand künftig nicht, was die rechte Hand tut?

Wie Sie sehen, sind viele Fragen bei mir aufgekommen................

Lieber Gast,

damit Sie auf Ihre Frage eine verlässliche Antwort bekommen, habe ich mich an die Präsidentin der Synode der Württembergischen Landeskirche, Frau Dr. Hausding gewandt. Sie war so freundlich, mir umgehend zu antworten. Hier ist, was sie zu Ihrer Frage schrieb:

Dr. Christel Hausding wrote:

Installation von Gemeindeassistenten

Dieser Begriff steht so in der Tagesordnung der Synode, weil hier einfach der ursprüngliche Auftrag zitiert wird. Das heißt noch lange nicht, dass es solche Gemeindeassistenten geben wird. Bei der Bearbeitung des Themas wurde schon deutlich, dass der Begriff "Assistent" unglücklich gewählt war. Es geht im Grunde darum, dass Pfarrer und Pfarrerinnen sich auf Verkündigung, Seelsorge und Unterricht konzentrieren können und von anderen delegierbaren Aufgaben entlastet werden. Zielrichtung ist die systematische Förderung von Ehrenamtlichen, die bereit sind, ihre Gaben, auch berufliche Kompetenzen, in die Gemeindearbeit einzubringen.

Persönlich halte ich die Idee, die Pfarrerinnen und Pfarrer von Aufgaben zu entlasten, für die sie nicht ausgebildet wurden, für richtig und notwendig. Ich kenne viele Kolleginnen und Kollegen, die sich danach sehnen, ihre Arbeit mehr auf das konzentrieren zu können, was unseren Beruf ausmacht: Eben Verkündigung, Seelsorge und Unterricht.

Mit freundlichen Grüßen
Frank Muchlinsky

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Kommentare

Unser Pfarrer ist jeden Donnerstag mit dem Staubsauger unterwegs und saugt die Büros, leert die Papierkörbe und schleppt 2x im Jahr das ganze Altpapier in Kisten verpackt aus dem Keller - deponiert diese Kisten in seinem Privat PKW und befördert diese (ca. 10 Fuhren) in den 5 km entfernten Altpapier-Container der Kirchengemeinde. Dort arbeitet er dann Freitag, Samstag, Sonntag, d. h. der Geistliche steht mit seinem Blaumann bekleidet im Container und wartet auf Altpapier der Gemeindeglieder. Der Erlös wird dann von einer ehrenamtlichen Buchhalterin auf das Konto einer freikirchlichen Gemeinschaft überwiesen. Ähem!

Ich bin der Meinung, dass der Pfarrer den Haushalt + die Finanzen seiner Gemeinde allumfassend im Blick haben "muss". Das gehört zur Führung einer Gemeinde auf jeden Fall dazu! Diese wichtige Aufgabe kann man einem Geschäftsführer nicht einfach absprechen! Jede Hausfrau muss ein kleines Wirtschaftsunternehmen führen, dessen Einnahmen optimiert und dessen Ausgaben reduziert werden sollten. Die Kostenkontrolle gehört zum Familienleben dazu. Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum man dem Pfarrer das Haushaltsbuch seiner eigenen Gemeinde entziehen will??? Ich meine, die meisten Hausfrauen sind doch auch keine ausgebildeten Finanzbuchhalterinnen. Die meisten Hausfrauen sind doch sehr verantwortungsbewusst. Warum soll das ein Pfarrer/in nicht schaffen?

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