Lass die Toten ihre Toten begraben

gestellt von MAX SCHAUT am 10. Januar 2012
Jesus.jpg

Foto: Getty Images/iStockphoto/KatarzynaBialasiewicz

Hallo, Herr Muchlinsky,

ich hätte eine Frage zu folgender Bibelstelle:

Aber Jesus sprach zu ihm: Folge du mir und lass die Toten ihre Toten begraben! (Matthäus 8.22)

Demnach können Tote, die ihre Toten begraben, nicht lebendig sein.

Wie ist diese Aussage des Herrn Jesus zu verstehen?

Wie erkenne ich, dass ich noch tot - oder aber bereits durch die Nachfolge Jesu lebendig wurde?

Herzliche Grüße
Max schaut

Lieber MAX SCHAUT,

Sie sind mit Ihrer zweiten Frage doch schon dabei, Ihre erste zu beantworten! „Durch die Nachfolge Jesu lebendig“ – darum geht es in diesem Jesus-Wort aus dem Matthäus-Evangelium. Wer Jesus nachfolgt, ist lebendig, steht auf der Seite des Lebens und braucht sich um den Tod nicht mehr zu kümmern. Ja, nicht einmal um die Toten muss er sich kümmern, wenn er Jesus folgt. Das sollen – so Jesus hier - diejenigen tun, die noch dem Tod und noch nicht dem Leben angehören, kurz gesagt: „Die Toten“.

Diesen Satz von Ihnen verstehe ich übrigens nicht:

Quote:

Demnach können Tote, die ihre Toten begraben, nicht lebendig sein.

Meinen Sie, dass Jesus sagen will, diejenigen, die ihre Toten begraben, sind endgültig tot und können nicht lebendig werden? Das würde ich so nicht interpretieren. Wer immer Jesus folgt, wird lebendig, und dass es dazu niemals zu spät ist, dafür gibt Jesus ja nun genügend Beispiele (zum Beispiel in den Gleichnissen von all den verloerenen Menschen, Tieren und Gegenständen).

Quote:

Wie erkenne ich, dass ich noch tot - oder aber bereits durch die Nachfolge Jesu lebendig wurde?

Wenn wir davon ausgehen, dass die Nachfolge Jesu lebendig macht, dann sind Sie es auch. Dann ist es letztlich eine Frage, wie lebendig wir Nachfolgenden uns in unserem Glauben fühlen.

In der Hoffnung, dass Sie sich in Ihrem Glauben quicklebendig fühlen grüße ich herzlich!
Frank Muchlinsky

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Kommentare

es geht um die Erkenntnis des All-Einen. Alles-Was-Ist ist und wir sind Teil davon. Wer das nicht erkennt, so die Metapher, ist Tot im Sinne der Erkenntnis.

Matthaeus 6
22Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn dein Auge einfältig ist, so wird dein ganzer Leib licht sein; 23ist aber dein Auge ein Schalk, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!

In diesem Sinne ist das Auge als das dritte Auge zu verstehen und das Sehen des Erkennens das nach Innen gerichtet sein, denn nur dort kann das Licht bzw das Portal zum Licht erkannt werden.

Die auessere Welt ist eine illusionär und nur die Erfahrung dieser illusionären Welt ist hoch individuell Real.

mit besten Gruessen
Ulrich Schnitzler

Bedeutet dies, Christentum und Totenkult ist ein Widerspruch und trauern ist purer Egoismus?

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