Wie beantworte ich die Frage: Wie lässt Gott das zu?

gestellt von Gast am 29. August 2011

Hallo,

ich glaube an Gott und ich habe auf die Frage "warum lässt Gott das zu" nie eine Antwort finden können. Mir persönlich ist sie jetzt auch nicht so wichtig, weil ich mir denke, Gott wird es irgendwie "richten" - was auch immer. Nur ... so viele Nicht-Christen in meinem Umfeld, oder welche, die es gerne sein möchten/wären, geben als "Hindernis" an, warum sie nicht an Gott glauben "können", dass Gott dies und jenes zulässt (Kindesmissbrauch, Kriege, Morde etc.). Ihnen die Geschichte zu erklären, dass der Mensch sich von Gott abgewandt hat und damit dem Bösen auf der Erde quasi ausgeliefert ist, ist ihnen oft zu "abstakt". Was antwortet man dann einem Nicht-Christen auf diese Frage dann, so dass es "zeitgemäß" und verständlich für ihn ist, wenn er nicht viel Ahnung von der Bibel hat?

Danke. Tina

Liebe Tina,

die Frage, „wie Gott so Schlimmes auf der Welt zulassen kann“, lässt sich nicht abstrakt beantworten. Ich will damit sagen, dass die einzige Antwort auf diese Frage aus dem Glauben kommen kann. Was für einen Gott wünschen sich denn diejenigen, die als Grund für ihren Nicht-Glauben angeben, Gott kümmere sich nicht genügend? Anscheinend haben sie ein Bild von Gott, der eigentlich alles, was in der Welt (extrem) schief läuft (Kindesmissbrauch, Kriege, Morde etc.) entweder im Vorwege verhindert oder gleich so strikt bestraft, dass die Menschen solcherlei anschließend nicht mehr tun.

Würden die Leute, von denen Sie sprechen, tatsächlich an so einen Gott glauben wollen? An einen Gott, der die Welt und den Menschen so fest im Griff hat? Was wäre die Konsequenz? Ein Paradies auf Erden, in dem alle Menschen nicht einmal die Möglichkeit haben, übel zu handeln? Oder deswegen nichts Böses tun, weil sie die sofortige Bestrafung fürchten? Selbst im Paradies, von dem die Bibel erzählt, war die Möglichkeit, den falschen Weg zu gehen, von Gott gleich mit „eingebaut“. Immerhin war es Gott, der den begehrlichen Baum der Erkenntnis in den Garten pflanzte.

Der christliche Glaube geht davon aus, dass der Mensch der Barmherzigkeit und Gnade Gottes bedarf, eben weil er – von Anfang an – einen Hang dazu hat, das Falsche zu tun. Gott sitzt aber nicht „Daumen drehend“ dabei und guckt nur zu. Er gibt den Menschen Regeln und Weisungen. Und wenn sie sich nicht an diese Regeln halten – was ständig passiert – gibt er ihnen immer wieder die Chance, es beim nächsten Mal besser zu machen.
Aber das sind eben Glaubensaussagen, und ich wage zu bezweifeln, dass sie jemanden „überzeugen“ können, der sich Gott (und vielleicht auch den Menschen) eben ganz anders vorstellt. Glaube kann ja nicht argumentativ geweckt werden.

Recht herzliche Grüße!
Frank Muchlinsky

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Kommentare

Einem Glauben, den man nicht argumentativ wecken kann, sollte man auch tunlichst fernbleiben. Meiner Meinung nach suchen alle Menschen nach Erkenntnis, und das will Gott offensichtlich nicht. Warum, hat er Angst davor, dass die Menschen sich dann von ihm abwenden? Mit Recht, das tun ja auch viele, die zu der Erkenntnis kommen, das ein Gott, der so beschrieben ist, wie in der Bibel, nicht unbedingt anbetungswürdig ist. Und ja, wenn Gott sich nicht an die eigenen Gebote hält, ist er ein Heuchler und verdient uns nicht als seine "Schafe".

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