Abendmahlsverständnis - die Unterschiede ganz knapp

gestellt von Gast am 11. Juli 2011

Ich frage mich schon lange, was genau die Unterschiede im Abendmahlsverständnis zwischen Katholisch und Evangelisch einerseits, aber auch zwischen Lutherisch, Reformiert und Uniert andererseits sind. Können Sie mir weiterhelfen?

 

 

Lieber "Gast",

die Hauptunterschiede im Abendmahlsverständnis bei Katholikinnen, LutheranerInnen und Reformierten liegen vor allem in der Frage danach, in welcher Weise Jesus anwesend ist, wenn heute Abendmahl gefeiert wird. Jesus sagte ja bei der Einsetzung des Abendmahls zu seinen Jüngern: Das ist mein Leib, das ist mein Blut (siehe 1 Korinther 11,24-25).

  • Die katholische Lehre sagt nun, dass sich in der Feier des Abendmahls (der "Eucharistie") Brot und Wein tatsächlich in Leid und Blut Jesu Christi verwandeln. Er ist also geradezu leiblich anwesend.
  • Die lutherische Lehre besagt ebenfalls, dass Jesus Christus im Abendmahl real präsent ist. Allerdings werden Brot und Wein durch die Einsetzung (durch den Pfarrer/die Pfarrein) zu einem einheitlichen Sakrament (also zu einem besonderen Zeichen, das den Glauben stärkt). Eine Verwandlung in Leib und Blut geschieht nicht.
  • Die reformierte Lehre besagt, dass Brot und Wein lediglich Zeichen für Jesu Christi Leib und Blut sind. In der Feier des Abendmahls ist der Geist Gottes dabei, weil man gemeinsam Brot und Wein teilt im Gedächtnis an Jesus Christus.
  • Die unierten Kirchen sind verschiedene vereinigte protestantische Kirchen, die sich in der Regel eher dem lutherischen oder dem reformierten Abendmahlsverständnis anschließen.

Es gibt eine Reihe weiterer Unterschiede, die unter anderem die Rolle des Priesters (katholisch) bzw. des Pfarrers/der Pfarrerin (lutherisch und reformiert) betreffen. Der Wikipediaartikel ist hier recht gut für Leute, die es wesentlich genauer wissen wollen.

Herzlich
Frank Muchlinsky

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Kommentare

Der Punkt zur lutherischen Auffassung ist falsch. Vgl. CA X u.ö.: Vom Abendmahl des Herrn wird (al)so gelehrt, dass wahrer Leib und Blut Christi wahrhaftiglich unter der Gestalt des Brots und Weins im Abendmahl gegenwärtig sei und da ausgeteilt und genommen wird.

Hat sich also reformierte Häresie bei Ihnen eingeschlichen. Soll ich sagen, ich hab es ja gewusst?

Ihre Antwort ist meiner Meinung nach falsch. Würde eine Wandlung in den tatsächlichen Leib erfolgen, so würde bei jeder Meßfeier dasgrauenvolle Leiden des Todes wieder und wieder "gefeiert" werden. Die Wandelung findet Kraft der Vollmacht der heiligen Mutter Kirche zwar statt, jedoch nur in der Form, daß die Hostie und der Wein in ihrem Wesen geändert werden. Das ist wie bei Tabletten. Placebo(nutzlos) oder mit Wirkstoff drin.

Wenn ich recht informiert bin, besteht der wesentliche Unterschied zwichen dem lutherischen und dem katholischen Abendmahlsverständnis weniger in der Wandlung, sondern vor allem in den Opfercharakter der katholischen Eucharistie, den Luther kritisiert. Den Begriff 'Verwandlung' lehnt die katholische Kirche ausdrücklich ab.

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