Du sollst keine anderen Götter neben mir haben?

gestellt von Wolfgang am 15. März 2016

Hallo Frau Löw, Das erste Gebot Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Ist damit nicht offenbart, das es noch andere Götter gibt und warum dieses Verbot,  du sollst keine anderen Götter neben mir haben? Ich habe z.B. meinen Gott in mir. Wer will mir den streitig machen? Mein inniger Gott ist mächtig! Darauf ist Verlass. Mit freundlichen Grüssen, Wolfgang Schäfer

Lieber Herr Schäfer,

 ja, man kann dieses erste Gebot, das Sie zitieren, Herr Schäfer, das die Reihe der Gebote eröffnet und praktisch ihre Überschrift bildet, mit Erstaunen betrachten: Andere Götter? Welche denn? Bezeugt nicht schon das gesamte Alte Testament, dass es nur einen Gott gibt? „Höre, Israel! Der Herr, unser Gott, der Herr ist einzig“ (5. Mose 6,4) – das ist doch das zentrale Bekenntnis des Volkes Israel. Hier zeigt sich die Vielschichtigkeit des Monotheismus, in der Tat. Wichtig zu wissen ist mir:  Es geht bei diesem Bekenntnis nicht um metaphysische Spekulation über Gottes Wesen, sondern vielmehr um den Liebesbund mit Gott. Darum folgt auch kein philosophischer Lehrsatz, sondern die Aufforderung, Gott „mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft“ zu LIEBEN (5. Mose 6,5).

Martin Luther hat den Satz geprägt: „Woran du aber dein Herz hängst, das ist dein Gott“. Das zeigt auf einer anderen Ebene: Oh ja, es gibt wirklich ganz viele und verschiedene "Götter" - nämlich all das, woranwir unser Herz hängen können. Das ist unser evangelisches Verständnis. Hier können Sie vom großen und klugen Wolfgang Huber etwas zu diesem Thema lesen. 

Es berührt mich, dass Sie, Herr Schäfer, Gott in sich spüren. Ja, so empfinde ich auch:  Gott wirkt und lebt in uns Menschen und durch uns.

Die Gebote der Bibel sind keine Verbote - sondern: Ge-Bote = Wegweiser für das Leben. Wir Menschen tun gut daran, wenn wir Gott in unserem Leben die höchste Ehre geben, an ihn glauben, zu ihm beten, Gott LIEBEN  - und eben auch: Gott durch uns wirken lassen.

Seien Sie gesegnet, Herr Schäfer, herzlich, Ihre Sabine Löw

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