Wie kann Jesus Gott sein?

gestellt von Wenndorff am 25. Juli 2016

Jesus kann nicht Gott sein, sonst hätte er sich ja vom Kreuz befreien können. Wenn er Gott wäre, wäre er ein masochistischer Gott. Das sind alles menschliche Überhöhungen eines wirklich großen, edlen Propheten.

Lieber Herr/liebe Frau Wenndorff,

 

Der christliche Glaube hat seinen Ursprung und Grund im Evangelium, also der guten Nachricht, von Jesus Christus. In Jesus Christus hat sich Gott offenbart. Nun leitet sich schließlich auch die Bezeichnung des Christentums von dem Titel „Christus“ ab. „Christus“ bedeutet der Messias, der Retter, der Heilbringende. Diesen Titel bekommt aber erst der auferstandene Jesus verliehen. In seinem Leben und seinem Wirken könnte man in der Tat zunächst einmal davon sprechen, dass Jesus schlicht ein guter Mensch war und prophetische Züge hatte. Ja, er maßte sich sogar an, Gottes bedingungslose Heilszusage zu verkündigen. Er sprach selbst denen, die in der Gesellschaft auf Grund ihrer „Sünden“ am Rand standen, die Teilhabe an der Gottesherrschaft zu. Welch ein Skandal! So verwundert es doch nicht, dass Jesus letztlich als Unruhestifter und Gotteslästerer verurteilt wurde. Sicherlich kann man nun auch nicht behaupten, dass Jesus seinen Tod gewollt hätte. Allerdings ist er dem Tod nicht ausgewichen. Sein Tod am Kreuz war notwendig. Die Jünger, die im zuvor noch gefolgt waren, reagierten ähnlich, wie Sie es tun. Lesen Sie mal in Lukas 24,13-21. Nach dem Tod Jesu, wird er von den Jüngern als mächtiger Prophet bezeichnet, von dem sie hofften, dass er der Erlöser sei. Aber offensichtlich ist diese Hoffnung enttäuscht worden. Gott hatte Jesus „verlassen“. Kurz darauf aber bezeugen die Jünger die Auferstehung Jesu.

 

Mit diesem Auferstehungsgeschehen wird Jesus als der Christus und als Gottessohn hervorgehoben. Er ist nicht irgendein Prophet, der über Gott redet. Jesus Christus hat die Macht des Todes überwunden und dazu ist nur Gott in der Lage. Somit hat er Anteil an der Herrlichkeit Gottes. In Jesus Christus offenbart Gott sich selbst. Gott leidet in der Kreuzigung aus Liebe zu den Menschen und zeigt sich in der Auferstehung als die Macht, die den Tod überwindet. Und das ist der Kern des christlichen Glaubens, das ist das Evangelium von Jesus Christus, die gute Nachricht.

 

Die Frage nach dem Verhältnis von Jesus Christus zu Gott wird im Übrigen schon lange diskutiert. Das artete sogar in einen Streit, den sogenannten Arianischen Streit im 4. Jahrhundert aus. Letztendlich fand man die Formel: Jesus Christus ist wahrer Gott und wahrer Mensch.

 

Herzliche Grüße

Stefanie Keller

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Kommentare

Beim Lesen der Antwort fallen mir drei Bibelstellen ein:

Und siehe, eine Stimme vom Himmel herab sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. (Jesu Taufe: Matthäus 3,17)

Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören! (Die Verklärung Jesu: Matthäus 17,5)

Ich und der Vater sind eins. (Der gute Hirte: Johannes 10,30)

Wie kann Jesus Gott sein?

Weil er den Tod besiegt hat und Auferstanden ist.

Zitat: "Nun leitet sich schließlich auch die Bezeichnung des Christentums von dem Titel „Christus“ ab. „Christus“ bedeutet der Messias, der Retter, der Heilbringende. Diesen Titel bekommt aber erst der auferstandene Jesus verliehen. In seinem Leben und seinem Wirken könnte man in der Tat zunächst einmal davon sprechen, dass Jesus schlicht ein guter Mensch war und prophetische Züge hatte."

Ich denke, dass zu erkennen war, dass Jesus schon zur Zeit seines Wirkens auf der Erde mehr als ein guter Mensch mit prophetischen Zügen war. Er hat Dinge getan, die ein "normaler Prophet" nicht getan hat.

Krankenheilungen, Wasser zu Wein, Auf Wasser gehen, Sturm stillen, Brotvermehrung, Sünden vergeben, Tote aufwecken, Großer Fischfang am Tag, Einsetzung des Abendmahls, Missionsbefehl.

Wenn ich mit meinen Gedanken so nicht richtig liege, lasse ich mich gerne "eines Besseren belehren."

Liebe Susanne, ja und nein ...

  • - Krankenheilungen - völlig normal für Propheten im AT
  • - Wasser zu Wein - Ein nettes Kunststück, das Johannes auch das "erste Zeichen" nennt, aber für jesu Zeitgenossen nicht unbedingt eindeutig.
  • - Auf Wasser gehen - Elia und Mose sind durchs Wasser gegangen, auch nicht viel schlechter.
  • - Sturm stillen - ja okay, das ist schon mehr
  • - Brotvermehrung - konnte Elia auch
  • - Sünden vergeben - ja, DAS ist sicherlich ein Zeichen der Göttlichkeit Jesu
  • - Tote aufwecken - auch hier: Elia konnte das auch
  • - Großer Fischfang am Tag - siehe Wasser zu Wein
  • - Einsetzung des Abendmahls - war nciht öfentlich
  • - Missionsbefehl- Da war er ja bereits auferstanden

Gruß, Frank Muchlinsky

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