Ist Sex zu dritt in jedem Fall Ehebruch?

gestellt von Klaus am 31. Januar 2017

Hallo Herr Muchlinsky,

lange Zeit waren meine Frau und ich weg vom Glauben. Wir lebten ohne Jesus. Das hat sich geändert. Früher praktizierten wir ab und an Gruppensex in Form einer Dreierbeziehung. Das heißt wir luden hier einen anderen Mann mit ein. Dieser Mann betrog aber seine Ehefrau und wir haben jetzt auch diese Beziehung beendet. Das lässt sich mit den Glauben an Jesus nicht vereinbaren, obwohl wir uns (Eheparter) beide hier nicht betrogen hatten. Aber ich denke mal es ist nicht richtig seiner Ehefrau gegenüber, die das nicht wusste. Oder?

Frage: Ist es aber möglich als Christen einen nicht verheirateten, einzelnen Mann, der keine Beziehung führt, keinen Betrügen kann, ab und zu für solche Spiele zu dritt einzuladen? Von uns Ehepartnern hat keiner irgendeine Eifersucht untereinander. Es geht nur um Freundschaft und ab und zu Sex zu dritt. Das heißt wiederum, dieser Mann hat Sex vor mir mit meiner Frau. Mir, Ehemann, macht es Spaß zuzusehen. Keine homosexuellen Handlungen unter Männern. Ist das Ehebruch? Der neue Partner wäre ja Solo!

Ich bitte Sie mir diese Frage zu beantworten.
Danke

Lieber Klaus,

 

Die Bibel erzählt mehrere Geschichten über Beziehungen von mehr als zwei Menschen. Als Sarai keine Kinder bekommen kann, schlägt sie ihrem Mann Abram vor, ein Kind mit ihrer Sklavin Hagar zu zeugen. (1. Mo 16) Jakob hat nicht eine Frau sondern zwei und Kinder mit vier Frauen. (1. Mo 29,31-30,24). Allerdings dreht es sich bei diesen Beziehungen grundsätzlich darum, Kinder zu zeugen, nicht lediglich mehr Spaß am Sex zu haben. Bemerkenswert für Ihre Situation ist, dass es in diesen Geschichten immer irgendwann zu Eifersucht und Streit kommt. Je mehr Bedeutung die dritte Person in der Beziehung bekommt, desto wahrscheinlicher, ja anscheinend zwangsläufig kommt es zur Krise. Obwohl es Sarais Vorschlag war, dass ihr Mann mit Hagar Sex haben sollte, wurde sie irgendwann so eifersüchtig, dass sie darauf bestand, Hagar buchstäblich in die Wüste zu schicken (1. Mo 21,8-21).

 

Es liegt darum an Ihnen selbst zu schauen, was Sie einander zumuten. Die Erfahrung lehrt, dass wir Menschen grundsätzlich immer an einen Punkt gelangen können, an dem wir eifersüchtig werden, weil wir das Gefühl haben, es wir einem anderen Menschen von einer geliebten Person etwas gegeben, das uns zusteht. Mag sein, dass es Ihnen gefällt, dass Ihre Fau vor Ihren Augen Sex mit einem anderen Mann hat. Mag sein, dass Sie darum keine Eifersucht empfinden, aber Sie gehen trotzdem ein großes Risiko ein, wenn Sie jemanden derart nah an Ihre Beziehung heranlassen. Die Eifersucht muss ja gar nicht durch Sex ausgelöst werden, aber der Moment mag kommen, an dem Sie plötzlich fühlen, dass etwas, das nur Sie gern von ihrer Frau hätten, jemand anderem geschenkt wird. Wiegen Sie sich also nicht in Sicherheit, nur, weil es Ihnen im Moment Spaß macht.

 

Ob das, was Sie da machen, Ehebruch ist oder nicht, entscheiden Sie ebenfalls bitte für sich selbst. Und wenn Sie zu keiner Entscheidung kommen, ist das umso besser, denn dann bleiben Sie und Ihr Gewissen wachsam.

 

Mit freundlichen Grüßen

Frank Muchlinsky

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Kommentare

Wer sollche Antworten gibt muss von unheiligen Satan erfüllt sein..

Wo bleibt das ganz klare "Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch begangen. " - Matthäus 5,27

"Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden, und das Ehebett bleibt unbefleckt; denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten." - Hebräer 13,4

"Wenn jemand gefunden wird, der bei einem Weibe schläft, die einen Ehemann hat, so sollen sie beide sterben, der Mann und das Weib, bei dem er geschlafen hat; und sollst das Böse von Israel tun." - 5. Mose 22,22 Luther 1912

Schämen sollen Sie sich her Muchlinsky

Meinen Sie das etwa ernst, was Sie da von sich geben?
Das können Sie noch so sehr mit aus der Traditionsgeschichte der Juden gegriffenen Bibelstellen belegen; das ist aus christlicher Sicht ein "no go"!

Ja ist es.

Bitte, liebe Kommentatoren, lassen Sie nicht Ihre Glaubenssicherheit zu Überheblichkeit werden. Ich habe mich deswegen geweigert, hier eine einfache Antwort zu geben, damit der Fragesteller selbst sein Gewissen befragen kann. @Martin: Ich schäme mich dafür nicht. @Jonas: Ein No-Go ist es vielmehr, das Alte Testament als „Traditionsgeschichte der Juden“ zu bezeichnen. @Pascal: Wer hier fragt, will keine drei Worte-Antworten, sondern Begründungen.

Hallo, Herr Muchlinsky,
eigentlich vermisse ich Ihre Antwort gegenüber den Fragesteller.
Und zu Ihnen Herr Replied: Es steht geschrieben, sie sollen nicht richten. Und das tun sie. Hauen hier ein paar Bibelstellen raus und denken sie alleine haben recht.
Wenn ich dann diese Geschichten mit den Fremdschwängern in der Bibel höre dann verstehe ich manche Sachen gar nicht mehr.
Ich denke Jesus ging es nicht so sehr um die Sexualität. Das Hauptproblem war zur damaligen Zeit das Problem der Verhütung. Deshalb wurde im Alten Testament viel von "Du darfst das und das nicht" gesprochen.
Und Jesus äußerte sich selbst nicht so zur Sexmoral.
Das taten dann wieder rum seine eifrigen Apostel nach Jesus Tode.
Deshalb ist für mich auch klar, die Bibel wurde schon vielfach verändert und der wahre Sinn der frohen Botschaft für Kirchen verändert.

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