Welche Bibelübersetzung gilt in der EKD?

gestellt von Feld am 7. August 2013

Hallo Herr Muchlinsky,

ich möchte gern wissen, welche Bibelübersetzungen von der EKD (und, falls Sie das auch wissen, von der kath. dt. Bischofskonferenz) anerkannt sind. Bei www.bibleserver.com z.B. habe ich 9 potenzielle Kandidaten gefunden: - Luther 1984 - Elberfelder Bibel - Hoffnung für Alle - Schlachter 2000 - Neue Genfer Übersetzung - Gute Nachricht - Einheitsübersetzung - Neues Leben. Die Bibel - Neue evangelistische Übersetzung.

Wird das Alte Testament laut Katechismus der EKD eigentlich als gleichwertig wie das Neue Testament angesehen, so wie bei der RKK auch?

Mit freundlichen Grüßen Ihr A. Feld

Lieber Herr Feld,

 

in der EKD ist die Übersetzung nach Martin Luther (derzeit der revidierte Text von 1984) die maßgebliche Bibelübersetzung. Das gilt für den Gottesdienst, die Seelsorge und den Schulunterricht. Die EKD schreibt dazu: "Diesen Text benutzen die gottesdienstlichen Bücher, er wird gebraucht, wenn die EKD und die Gliedkirchen offiziell reden. Er ist der in den Schulen eingeführte Bibeltext für den evangelischen Religionsunterricht." (EKD im Internet, Artikel Bibelausgaben)

Die anderen Bibelübersetzungen, die Sie zum Beispiel beim Bibelserver finden können, werden von der EKD ausdrücklich begrüßt. Dazu schreibt sie in den Empfehlungen des Rates zur Stellung und zum Gebrauch der Lutherübersetzung in der Evangelischen Kirche in Deutschland: "Die Vielfalt der vorhandenen Bibelübersetzungen stellt einen großen Reichtum dar. Er ergänzt die Lutherbibel und erschließt dem Wort der Heiligen Schrift den Weg zu einer Hörer- und Leserschaft, die durch nur eine einzige Bibelübersetzung nicht in dieser Weise erreichbar wäre."
Für die Katholische Kirche gilt in Deutschland die Einheitsübersetzung (die übrigens als ökumenisches Projekt gestartet ist) als maßgebliche Übersetzung.

 

Nun noch zu Ihrer Frage nach Altem und Neuem Testament: Die Bibel besteht für sämtliche christlichen Kirchen aus diesen beiden Teilen. Sie sind einander gleichwertig. Es hat zwar im Verlauf der Kirchengeschichte immer wieder Strömungen gegeben, das Alte Testament als geringer einzustufen, doch sind diese Versuche stets, teilweise sehr heftig, abgelehnt worden.

 

Ich grüße herzlich
Frank Mchlinsky

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