Lebe ich in Sünde im Massagestudio?

gestellt von Sascha am 6. März 2016

bin 47j.alleinstehend...und gehe manchmal in ein Massagestudio...mit intimem Ende. Auch wenn ich nicht verheiratet bin.Habe ich ein seltsames Gefühl danach.Lebe ich in Sünde?

Lieber Sascha,

 

das ist im Leben zuweilen so, dass man ein "seltsames Gefühl" hat und sie in einem wurmen und man nicht genau weiß, warum. Ich weiß nicht, woher es bei Ihnen rührt. Ist das Ihr ureigenstes Gefühl? oder das Gefühl von einer Person, die Sie in ihrem Leben geprägt hat? - das würde ich in mir prüfen. Sie bringen es mit dem Wort "Sünde" in Verbindung. Das klingt so, als würden Sie etwas tun, womit es Ihnen eigentlich nicht gut geht? Es klingt so, als haben Sie ein schlechtes Gewissen bei dem, was Sie tun? Das sind jetzt keine Fragen, die Sie mir beantworten sollen. Sondern fragen Sie sich diese Fragen selbst. Verbunden mit dieser Frage: Was tut mir gut?

 

Und vielleicht hilft es Ihnen, wenn ich Ihnen sage, was wir in der evangelischen Kirche als "Sünde" verstehen. Das können Sie hier auf einer Seite der Evangelischen Kirche in Deutschland lesen. Und dann fragen Sie sich selbst:

Ist das, was mich ein "seltsames Gefühl" haben lässt, Sünde oder nicht?

Erlebe ich hier, bei dem, was mich beschäftigt, einen Graben zwischen Gott und mir?

Bringt mich das, was mich da beschäftigt, Gott näher oder trennt mich das von Gott?

 

Was ich sagen möchte: Ich denke nicht, dass bestimmte "Taten" oder "Dinge" "Sünde" an sich sind. Weder die Sahnetorte zuviel ist Sünde an sich, noch das Happy-End im Massagestudio... Aber wenn Sie da etwas negativ beschäftigt, sollten Sie dem selbst nach gehen, was es ist.

 

Sünde ist meiner Überzeugung nach all das, was von Gott trennt oder was mich mein Lebensziel verfehlen lässt. Sünde ist (all) das, was mich von Gott wegzieht. Und das kann sehr vieles sein - oder eben gerade nicht sein. Das kann auch immer wieder verschieden sein im eigenen Leben, je nach Lebensphase. Deshalb mein Rat: Gehen Sie in sich selbst hinein und fragen Sie sich das selbst!

 

Liebe Grüße, Gottes Segen,

herzlich,

Ihre Sabine Löw

Kommentare

Hätte Gott gewollt das wir keine irdischen Gefühle und Bedürfnisse haben sollen, hätte er uns sicherlich auch nicht damit ausgestattet. Auch ist leider nicht jedem vergönnt diese Bedürfnisse mit anderen zu teilen, gar auszuleben. Vielmehr ist meiner Meinung nach maßgebend ob man seinen Bedürfnissen zum Nachteil anderer nachkommt. Schadet man einem Nächsten dadurch? Zwingt man seinen Willen anderen auf? Schuldig an sich wird man sich dadurch wohl nicht machen.
Es befriedigt aber nur das irdische, körperliche Bedürfnis, das Bedürfnis nach der dazugehörigen Liebe fehlt eben, dass wird wohl das seltsame Gefühl daran sein. Der Liebesakt ohne Liebe ist eben nur ein Akt. Und zu der Frage, lebe ich in Sünde, dass tun wir Alle, wissentlich oder auch unwissentlich. Der Herr hat uns durch Jesus gezeigt wie man ohne Sünde lebt, wer kann es ihm gleichtun?

Schön geschrieben und verantwortlich aus den Punkt gebracht. So wird aus der Karfreitagsnelke ein österlicher Blumenstrauß, mit Martin Luther: das Gewissen befreit ohne gewissenlos zu werden. Müssen ja nicht gleich Alle ins Massagestudio gehen...

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