Heiliger Geist (und die Dreifaltigkeit)

gestellt von Gast am 20. Juli 2011

Guten Morgen!

Wenn ich mit Leuten über Kirche/Relgion diskutiere, dann kommt immer wieder die "Lachnummer" mit dem "Heiligen Geist". Ich bin dann total unsicher und weiß dann selber nicht so recht, wie man den Heiligen Geist erklären soll. Jeder behauptet was anderes und jeder hat ein bisschen Recht aber auch Unrecht. Die meisten können nichts mit diesem Begriff anfangen. Warum gibt es keine eindeutige, kurze, verständliche, einprägende Erklärung??? Ich behaupte: Der Heilige Geist ist die "Kraft" in mir, die von Gott kommt. Aber ob das nun wirklich stimmt, das weiß ich auch nicht so richtig.

Lieber "Gast",

 

ja, das ist eine Frage, die dazu einlädt, Bibliotheken zu durchstöbern, eigene Dissertationen zu schreiben oder sich einfach geschlagen zu geben. Darum will ich hier einfach Folgendes tun: Ich stelle ein Bild vor, das ich gern benutze, um die Vorstellung vom Heiligen Geist (und die Trinität) zu erläutern. Dann gibt’s noch einen Link, und am Ende die Aufforderung an alle hier, ihre eigenen kurzen (!) Erklärungen oder Bilder vorzustellen.

 

Zunächst also mein eigenes Bild. Wenn ich vom Heiligen Geist rede, dann immer im Zusammenhang mit den anderen beiden „Personen“ der Trinität. Der Heilige Geist erklärt sich – so finde ich – nur dann, wenn man Gott Vater und Sohn mit hinzu nimmt. Ich mag Ihr Bild von der „Kraft in mir, die von Gott kommt“ gern. Ich benutze es selbst – in der Verbindung mit dem Bild von der Sonne:

  1. Die Sonne selbst ist ein Gestirn. So ist die ein Bild für Gott, den Vater.
  2. Damit die Sonne die Erde erreicht, braucht es ihre Strahlen. Das kann ein Bild sein für den Sohn, Jesus Christus
  3. Die wärmende Kraft, die die Sonne erzeugt, wenn sie auf die Erde trifft, ist der Heilige Geist.

Alles drei ist dieselbe Sonne: Gestirn, Strahlen und Wärme.

 

Nun der versprochene Link. Er führt zur Wikipedia, und zwar zu einer ganzen Reihe von Analogien über die Trinität, also zu einer Liste von anderen Bildern, die sich Menschen bereits gemacht haben, um die Trinität und damit den Heiligen Geist zu beschreiben.

 

Und nun die Aufforderung: Sammeln wir Erklärungen! Schauen wir dabei nicht danach, wer die "beste" Erklärung liefert, sondern, dass wir möglichst viele Bilder sammeln. Denn so, das ist meine Überzeugung, kommen wir der Wahrheit vielleicht noch am nächsten.

 

Es grüßt

Frank Muchlinsky

Fragen zum Thema

Kommentare

Hallo, also das mit "Kraft in mir, die von Gott kommt" im Zusammenhang mit Demenz ist für mich etwas schwierig. Demenz bedeutet übersetzt "Der Geist geht". Darüber mache ich mir schon länger als Demenzbetreuung Gedanken. Wenn der Geist die Kraft Gottes ist - warumv erlässt er den Menschen und lässt den Menschen in einem für den Menschen so chaotischen Zustand zurück? Der Geist geht, warum? Diese Antwortwäre die Lösung für Demenzkranke

Der Geist der Menschen ist nicht mit dem Heiligen Geist zu verwechseln.
Jeder Mensch hat eine Seele - auch der kranke, ja auch der an Demenz erkrankte Mensch. Bei manchen Menschen kann sich durch Erkrankungen aber die Seele nicht in der normalen Form mehr äußern: Ähnlich wie mit einem defekten oder verstellen Fernsehapparat vorhandene Programme nicht korrekt wiedergegeben werden können.
Der Heilige Geist IST aber ein völlig anderer als der Geist des Menschen.
Mit dem Heiligen Geist beschäftige ich mich selbst seit meiner Jugend und habe mich immer wieder in schwierigen und entscheidenden Situationen in meinem Leben an Ihn um Beistand und Hilfe gewandt. Nie wurde ich enttäuscht.
In den letzten 15 Jahren habe ich verstärkt über Ihn nachgedacht und versucht, eine konkrete Vorstellung über den Hl. Geist zu bekommen.
Hier einige Gedanken und Überlegungen, die ich Ihnen hirmit zur Kenntnis geben möchte:

Deus caritas est - GOTT ist die Liebe:
in den drei Personen der Heiligen Dreifaltigkeit .
Die vollkommene und durch nichts getrübte Liebe zwischen Gottvater und Gottsohn in Person - das ist der Heilige Geist.

Der HERR spricht im nächtlichen Gespräch mit Nikodemus recht geheimnisvoll vom Wirken des Hl. Geistes und vergleicht seine Souveränität in Joh 3,8 mit dem [für die damaligen Menschen] geheimnisvollen Wind, der weht, wo er will und dessen Brausen man zwar hört, ohne jedoch zu wissen, woher er kommt und wohin er geht.

Dieses Wort drückt die durch nichts und niemanden zu zwingende oder zu bestimmende absolute Souveränität des Hl. Geistes aus.

Wie aber können Menschen des Hl. Geistes teilhaftig werden?
Was ist die Voraussetzung dafür?

Die Antwort gibt der HERR selbst in Joh, Kap. 14 und 15 – insbesondere in Joh 14, 23:

„Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und WIR werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.“

Wo aber GOTTVATER und GOTTSOHN sind, da ist eben auch der HL. GEIST!

Voraussetzung für das Kommen GOTTES und damit des HL. GEISTES ist also das persönliche Festhalten am Wort des HERRN:

Das Halten des Doppelgebotes der Gottes- und der Nächstenliebe.

So ist also von solch einem gläubigen Menschen Gott der Boden zum Wohnung nehmen bei ihm bereitet.

Es gilt nun, wachsam und bereit für den Besuch des Hl. Geistes zu bleiben.

Dazu ist das Wort des Hl. Apostels Paulus aus 1Kor 6,19 hilfreich:

"Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in Euch wohnt und den ihr von Gott habt? Ihr gehört nicht Euch selbst."

Der Tempel des Leibes sollte also allzeit bereit gehalten sein für den Besuch Gottes - es genügt nicht, einmalig ihn für den Besuch hergerichtet zu haben und ihn dann nicht mehr weiter regelmäßig in Ordnung zu halten. Dann könnte und würde er allmählich wieder verlottern und gar verkommen.

Fraglich, ob dann der Heilige Geist noch zu Besuch kommt bzw. bei solch einem Menschen länger verweilt.

Gott ist jedenfalls völlig souverän bzgl. des Zeitpunkts und der Dauer Seines Besuches. Wir kennen weder Tag noch Stunde.

Auch die Form und Art wie sich der Heilige Geist für den von Ihm besuchten Menschen zeigt, ist unterschiedlich:

Eine selbst mehrfach erfahrene Form besteht darin, dass uns Worte der heiligen Schrift aufgehen und man plötzlich ein größeres Bibelverständnis erhält gemäß der Verheißungen des Herrn in Joh 14,26 bzw. in Joh 16,13:

"Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, der wird euch alles lehren und an alles erinnern, was ich Euch gesagt habe."
und
"Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit führen."

Ich maße mir nicht an, das Geheimnis der heiligen göttlichen Dreifaltigkeit bis in die tiefste Tiefe und die letzten Einzelheiten erklären zu können.
Aber soviel weiß ich darüber:

"Gott ist nicht einsam."

und:

"Deus caritas est - Gott ist die Liebe."

Beide Aussagen lassen sich in der Tatsache zur Deckung bringen, dass Gott in 3 in absolut ungetrübter und vollkommener Liebe verbundenen göttlichen Personen existiert.

Dabei ist die Liebe zwischen Gottvater und Gottsohn so intensiv und vollkommen, dass sie selbst Person ist - eben der Heilige Geist.

Anders gewendet:

"Die vollkommene und durch nichts getrübte Liebe zwischen GOTTVATER und GOTTSOHN in PERSON - das ist der HL. GEIST."

Wir brauchen uns da nicht vor dem Judentum oder gar dem Islam zu verstecken oder wegen unserer Gottesvorstellung in irgendeiner Weise zu genieren noch gar zu entschuldigen.

Es ist vielmehr so, dass wir einen tieferen Einblick in das Wesen Gottes bekommen haben als diese beiden Religionen, die auf dem Einen Gott bestehen.

Es ist bei ihnen so wie bei einem Astronomen, der ohne Teleskop eine ferne Galaxie lediglich als Einen verschwommenen Lichtpunkt am Himmel ausmachen kann, obwohl sie sich mit den entsprechenden Hilfsmitteln betrachtet als wesentlich differenzierter aufgebaut darstellt.

Wir haben über das Wesen Gottes durch niemand Geringeren als den HERRN, also Gott selbst, Kunde erhalten - vornehmlich im Johannesevangelium.

Im Gegensatz zu den frühkirchlichen Kirchenvätern verkünden heute Geistliche leider nur selten diese Wahrheiten den Gläubigen gut verständlich und nachvollziehbar.

Ich finde die Vorstellung "Kraft" des Lesers ganz gut. Kraft hat etwas mit Wechselwirkung zu tun, mit Beziehung, auch mit Verwandlung, alles Dinge, die auch in dem Lied "veni creator spiritus" vorkommen.
Dass uns Gott als Dreieiniger Gott offenbart wird und wir das aufgrund unserer sprachlicher und logischer Beschränktheit nur schwer verstehen können, das spricht m. E. für die Echtheit der Überlieferung derer, die das aufgeschrieben haben, beginnend mit dem Johannes-Evangelium (bes. Kap. 14).
Auch in der Naturwissenschaft kennt man Phänomene, die sich nur durch Auflösung eines Sachverhalts in mehrere Begriffe konsistent beschreiben lassen (Welle-Teilchen-Dualismus in der Quantentheorie), weil unser aus der Anschauung heraus geprägtes menschliches Denken es nicht anders zulässt.

Der Heilige Geist bewirkt im wiedergeborenen Christen das man Jesus immer ähnlicher wird. Finde jetzt leider die Bibelstelle nicht, steht aber im NT.

Der Heilige Geist steht für den besonderen Geist.
Zum einen ist der Heilige Geist das Sonnenlicht (macht lebendig).
Zum anderen ist der Heilige Geist aber auch die Gedanken- und Gefühlswelt.
Aus Sonnenlicht wird Leben/Natur und wir das Leben erschaffen Gedanken und Gefühle. Quelle: Buch "Gottesoffenbarung - Aufklärung Gott und Christentum"

Die Trinität ist (leider oder Gott sei Dank?) falsch. Sie ist ein menschliches Konstrukt, ein Dogma, unbiblisch und zugleich die größte christliche Irrlehre.
Natürlich läßt sie sich aus naheliegenden Gründen niemals rückgängig machen. Ernsthafte Christen sollten den wahren Sachverhalt selbst überprüfen, Quellen liegen reichlich vor ... Nur als Denkanstoß: 1.) Ist der Vater der Sohn oder ist der Sohn der Vater oder was? 2.) Wer ist Jesus? Der Pfarrer predigt: Gott ist Jesus. Was ist nun Jesus, Gott oder Gottes Sohn??? Ich möchte keinem meine Meinung aufdrängen, überprüfen Sie es selbst. Die Dreifaltigkeit schafft mehr Verwirrung als Klarheit, will der Vater und der Sohn Unklarheit? Noch was: WER erdreistet sich, die Heiligen 10 Gebote abzuändern? Wer hatte diesen unglaublichen Mut dazu? Liebe Grüße von Helmi.

Wenn man den Begriff „Geist“ Neutestamentlich, also nicht anhand der später entstandenen Dreieinigkeitskirche deutet,sondern ohne deren unendliche Hinzufügungen ganz kindlich erklärt,also die philosophischen dreieinigkeitsgrundlagen weglässt,dann ist dieser Begriff etwas vollkommen anderes als eine eigenständige Person.Im Neuen Testament ist ein Geist immer Teil EINER bestimmten Person,nie eine zusätzliche Person.Wenn Paulus z.B. von seinem Geist redet,meint er damit niemand anderen als sich selbst.Wenn in der Apostelgeschichte an einer Stelle von einem Wahrsagergeist gesprochen wird,dann ist dieser Geist zwar nicht die Magd durch die er spricht aber er ist auch nicht eine dritte Person die in der Magd im Auftrag eines anderen spricht,sondern die Person des Geistes der spricht.Ein bestimmter Dämon schätze ich mal.Jesus erklärt das mal anhand eines unreinen Geistes,den er zwar als eigenständiges persönliches Wesen beschreibt,aber der nicht als Einheit mit einem anderen Wesen zu betrachten ist,sondern als Eine Person.In der hellenistischen Welt des Neuen-Testaments war das jedem klar,weil das scheinbar zum täglichen Leben gehörte,etwa wie Fernsehen heutzutage.Wenn Paulus sagt mein Geist,dann ist Paulus selbst gemeint.Und wenn Gott sagt:Mein Geist bedeutet das dann etwas völlig anderes?Klingt doch unwahrscheinlich oder?
Wenn Paulus vom Geist des Vaters redet,der die Glaubenden zur Sohnschaft beruft:Ist das dann eine eigenständige Person und nicht der Vater? - Wieso eigentlich? - Ach so,weil dann das dreieinige Gottesbildnis vom Nagel fällt und am Boden zerschellt.
Wenn man vom Geist Gottes spricht heißt das dann das der Vater keinen Geist hat?Und wenn der Geist des Vaters hinzukommt und auch der Geist Gottes ist,bedeutet das dann das es zwei Geister Gottes gibt?Oder mal so gefragt:wessen Geist ist eigentlich der heiligere,der Geist des Vaters oder der Heilige Geist oder ist das am Ende doch dasselbe und darum nur eine einzige Person?Und wenn nicht warum eigentlich nicht? - Ach so:Natürlich wegen dem dreieinigen Gottesbild.
Wenn nun Paulus im zweiten Kapitel des ersten Korintherbriefes sagt:“Niemand weiß was im Menschen ist als nur der Mensch in dem der Geist ist“ ,meint er dann mit dem Geist der im Menschen ist eine weitere Person,also einen Wahrsagergeist,oder den Menschen selbst?Und wenn er im gleichen Atemzug sagt das niemand weiß was in Gott ist außer dem Geist Gottes,dann meint er trotzdem eine weitere Person? - Wieso eigentlich? - Ja genau,wegen dem mysteriösen Bildnis das sonst,ich würde sagen:Vergeht.
Kann es wirklich einen Gott geben der vergehen könnte?
Ich denke der Glaube an Jesus Christus ist das schönste Wunder das je diese Welt bevölkern durfte,aber dieser wunderbare Glaube,dieses überzeugt sein von der Existenz Gottes,diese unendlich kostbare Zuversicht,diese logischste und vernünftigste und völlig einleuchtende „Religion“ ,wird durch nichts so sehr verspottet,wie durch den Glauben an eine mit dem eigentlichen Christlichen Glauben völlig im Widerspruch stehende Dreieinigkeit.
Warum,das ist leider eine komplizierte theologische Frage,darum kann die Kirche an dieser Irrlehre festhalten.Aber das die Christlichen Lehrer sich dafür hergeben,obwohl sie,wenn sie sich etwas Mühe geben würden zu einem einleuchtenden und reinen Gottesvertsändnis kämen,finde ich ziemlich traurig.Schliesslich glauben sie ja,das Jesus auch für sie am Kreuz gestorben ist.

Laut 1Mos1,26 ist der Mensch nach dem Bilde Gottes geschaffen worden. Wenn nun - wie es das Dreifaltigkeitsdenken lehrt -,der Mensch von Gott nicht nur als Mann und Frau geschaffen worden ist, sondern als „Familiäre Einheit“, ist dann der Heilige Geist, also die sogenannte dritte Person Gottes, auch erst durch die Vereinigung der ersten beiden Personen nach der Vertreibung aus dem Paradies ein persönliches Wesen geworden? Oder wie lässt sich das anders erklären?

Der Heilige Geist geht aus westkirchlicher Sicht aus Vater und Sohn als eine "Hauchung" hervor. Der Heilige Geist ist schon in der Schöpfung des Menschen beteiligt (Gen 2,7).

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