Liebe Martina,
vielen Dank für Ihre Frage! Zunächst einmal: Sie haben immer die Möglichkeit, beim Sprechen des Glaubensbekenntnisses jene Sätze nicht mitzusprechen, die Sie im Augenblick nicht aus ganzem Herzen bekennen können. Das kann sich im Laufe der Zeit immer wieder verändern. Die Auseinandersetzung mit den Worten des Glaubensbekenntnisses wiegt meines Erachtens mehr als deren formale Vollständigkeit.
Nun zu den Zombies: Die Popkultur hat unsere Vorstellungen von Zombies, den verwesten, knurrend herumirrenden Toten geprägt. Filme wie „Night of the Living Dead“ (Nacht der lebenden Toten) oder Horror-Videospiele wie „Resident Evil“ (das innewohnende Böse) zeigen Wirkung: Die meisten Menschen haben bereits irgendwo ein Bild von diesen gruselig aussehenden Untoten gesehen. Daher kann ich gut nachvollziehen, dass die biblische Auferstehung der Toten diese Bilder in Ihren hervorruft. Mit diesen Bildern im Kopf werden biblische Trostworte zur Horrovorstellung: Es kommt die Stunde, in der alle, die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und hervorgehen werden (Johannesevangelium 5,28–29) Das klingt ohne Kontext und Zusammenspiel mehrer Bibelstellen tatsächlich nach Zombieapokalypse!
Dabei wird in der Bibel die Auferstehung / Auferweckung der Toten ausdrücklich nicht als eine Rückkehr zu einem verwesenden Zombie-Körper beschrieben, sondern als Verwandlung zu einem unvergänglichen Leben. In der Bibel steht dazu, dass in Vergänglichkeit gesäht wird und die Unvergänglichkeit auferweckt wird (...) Gesät wird ein natürlicher Leib, auferweckt ein geistlicher Leib (1. Korinther 42-44). Nach dem biblischen Verständnis werden die Auferstandenen also lebendig, bewusst und unverweslich sein. Im Gegensatz zu Zombies, in denen der Tod weiterwirkt, wird in den christlicher Überlieferungen der Tod überwunden.
Wie genau das aussehen wird, steht nicht dort. Diese Leerstelle können wir nur mit unserer Fantasie füllen. Inspirierend dabei ist für mich ist das Wort Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat (Johannes 3,16). Vielleicht können Sie für sich überlegen, wie für Sie ein Leben in ewiger Gemeinschaft mit Gott aussehen würde. Was würde es für Sie persönlich bedeuten „nicht verloren zu gehen“?
Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass sich Ihre Vorstellung von der Auferstehung der Toten allmählich zu etwas Positivem wandelt.
Herzlichst,
Ihre Helena Malsy