Jesus - Sohn Gottes?

Gefragt von Yvonne
Vater Sohn und heiliger Geist

©Getty Images/iStockphoto/PaoloGaetano

Einen schönen guten Abend,
wie kann immer wieder die Rede vom Sohn Gottes sein (der Sohn von jemanden ist ja definitiv eine andere Person) und gleichzeitig wurde gesagt, dass Jesus selbst Gott ist? Jesus hat ja auch zu Gott gebetet. Er hätte ja dann quasi zu sich selbst gebetet? Wenn Jesus selbst Gott ist, wieso hätte er dann beten sollen? Vielen Dank für eine Antwort

Liebe Yvonne,

über Ihre Frage haben sich viele Jahrhunderte Menschen Gedanken gemacht. Es ist eine Frage, die häufig gestellt.

Christ:innen bekennen im Glaubensbekenntnis, dass Jesus Christus der Sohn Gottes ist.

Dieses Bekenntnis hat einen Hintergrund. "Sohn Gottes" ist ein Ehrentitel aus dem Alten Testament, der ein besonderes Verhältnis zwischen Gott und Jesus ausdrückt. Menschen zur Zeit Jesu und die Urchristen nach Jesu Tod haben diesen Titel für Jesus verwendet. Im Neuen Testament wird deshalb Jesus als "Sohn Gottes" Gottes angesprochen. Er selbst bestätigt nur an einigen Stellen, die Aussagen der Menschen, dass er der "Sohn Gottes" ist. Für sich selbst verwendet Jesus im Neuen Testament den Titel Menschensohn.

Im Glaubensbekenntnis, das Christ:innen sprechen, steht: "Ich glaube an Gott, [...] und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn unseren Herrn. [...]." Auch hier wird deutlich, wie das Urchristentum Jesus verstanden hat: Als einen Menschen, der ein sehr besonderes Verhältnis zu Gott hat. Dieses Verhältnis wird auch darin begründet, dass im alten Bekenntnis von Nicäa-Konstantinopel steht:

Wir glauben an den einen Herrn Jesus Christus,

Gottes eingeborenen Sohn,

aus dem Vater geboren vor aller Zeit.

Christ:innen glauben also, dass Jesus Christus schon vor aller Zeit da war. Gott drückt sich also schon vor aller Zeit auf drei unterschiedliche Weisen aus: In der Kraft, die alles geschaffen hat. In einem Menschen, der wie alle Menschen Freude und Leid empfindet und in einer Kraft, die den Geist/ das Zwischenmenschliche bewegt. Ich stelle mir Gott deshalb als Gemeinschaft von Vater, Sohn und Heiliger Geist vor. Diese Gemeinschaft nennen Christ:innen Trinität. In dieser Gemeinschaft braucht es Kommunikation.

Das Jesus zu Gott betet ist nachvollziehbar. Zum einen war gläubiger Jude.Zu seinem religiösen Leben gehörte auch das Gebet. Zum anderen ist es aus meiner Sicht, die Kommunikation innerhalb der Gemeinschaft.Vater, Sohn und Heiliger Geist sind nicht gleich, aber es ist immer wieder der eine GOTT*, der sich darin zeigt.

Ich hoffe, ich konnte dir bei dieser Frage weiterhelfen.

Herzliche Grüße,

Michaela Jecht

 

 

 

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