Lässt Gott es zu, dass Hunde willkürlich getötet werden?

Ursula Trautmann

Warum lässt Gott es zu, arme Hundeseelen in der Türkei und anderen Ländern bestialisch zu ermorden?

Liebe Frau Trautmann, 

viele Urlaubsreisen führen in ferne Länder und sind mit der ernüchternden Einsicht verbunden: Der Umgang mit den Haustieren stimmt hier nicht. Es gibt zahlreiche Organisationen, die solchen Hunden helfen. Sogenannte Straßenhunde werden zu uns vermittelt und finden hier ein würdiges Zuhause.  

Ihre Frage aber konzentriert sich nicht auf das Schicksal einzelner Hunde. Sie fragen nach Gottes Willen. Knappe Antwort: Gott lässt das nicht zu, Gottes Gebot ist eindeutig. Dem Menschen ist im Umgang mit der Schöpfung äußerste Sorgfalt geboten. Schon den Garten Eden soll der Mensch "bebauen" und "bewahren".  Jede Ausübung von Herrschaft über die Schöpfung soll die Schöpfung nicht ausbeuten, sondern soll sie bewahren. Die liebende Sorge für die Schöpfung ist dem Menschen geboten. Psalm 8 preist Gott, denn er hat alles unter des Menschen "Füße getan: Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere". Aber die Schöpfung ist menschlicher Willkür entzogen, denn sie ist Gottes "Fingerwerk". Dem Menschen ist in besonderer Weise Verantwortung für alle Mitschöpfung aufgetragen. 

Es ist also nicht Gott, der das entsetzliche Töten und den widerlichen Umgang mit Tieren verantwortet. Es sind Menschen, die andere Menschen, auch Tiere, Pflanzen, Luft und Wasser schändlich behandeln. Gott gebietet einen verantwortungsvollen Umgang mit allen Geschöpfen: "Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. (1. Mose 2,15) Wenn der Mensch statt die Erde zu bebauen und die Schöpfung zu bewahren, die Tiere willkürlich tötet, handelt der Mensch gegen Gottes Willen.

Es ist aber auch der Mensch, der solchen Hunden hilft und ihnen ein neues, sicheres Zuhause gibt.

Ich weiß, diese Antwort schiebt die Schuld den Menschen in die Schuhe. Der christliche Glaube nimmt uns, die Menschen, in die Pflicht: Geht gut mit den Tieren, mit der Schöpfung um, sie ist uns nur anvertraut. 

Herzlich Ihr Henning Kiene 

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