Hallo, ich würde gerne der örtlichen Kirche helfen Geld durch Andenken für die Gemeindearbeit zu bekommen. Aktuell werden CD der Orgel, Geschichte und Renovierungsbücher der Kirche, Anstecknadel und selbst gebastelte Engel. Eine Dame sagte das wir das Gleichnis mit dem Tempel nicht vergessen sollen wo Jesus die Händler aus dem Tempel vertrieben hat. Allerdings verstehe ich diese Tempelgeschichte so das diese Händler für sich das Geld erwirtschaften wollten, ich möchte aber nicht für mich sondern für die Gemeinde. Ist das jetzt nicht richtig Andenken für die Kirche zu verkaufen?
Hallo kleiner Spatz,
das ist doch für Ihre Kirchengemeinde ein großzügiges Angebot: Sie wollen Ihrer Gemeinde helfen und zusätzliche Einnahmen sichern. Ich sehe da eigentlich kein Problem. Ihre Kirche kenne ich allerdings auch nicht, vielleicht ist da so ein Rummel aufgebaut, der fast schon aggressiv schöne Dinge feilbietet. Doch wenn der Verkauf nicht den Gottesdienst und die Gebete der Menschen behindert dürfte das gut gehen.
Dass Sie jemand an die Händler erinnert, die Jesus wutentbrannt aus dem Tempel auf die Straße schickt, ist in jedem Fall gut. Denn diese Episode, die die vier Evangelien erzählen, wirkt wie eine Warnung. Zu Jesu Zeiten wurde im Tempel Geld, das das Bild des Kaisers zeigt, in eine Tempelwährung umgetauscht. Der Arm des Kaisers, reichte also bis in den Tempel, auch der Handel mit Opfertieren gehörten Alltag. Dieses Geldwechseln und der Handel verselbständigten sich. Geldwechsler profitierten von Kursschwankungen und wer sich nur eine Opfertaube und kein großes Opfertier leisten konnte, erntete eine gerümpfte Nase, galt als arm. In dieses wirre Treiben hinein sagt Jesus: "»Mein Haus soll ein Bethaus heißen«; ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus." (Matthäus 21,13)
Von solchem Trubel und Gewinnstreben, von solchen Lästereien über die Armen in Ihrer Kirchengemeinde, dürften Sie weit entfernt sein. Aber vor übermäßigem Gewinnstreben und der Verachtung der armen Menschen in unseren Kirchengemeinden sind wir alle seit Jesu Wutausbruch auch gewarnt.
Vielleicht sollten Sie Ihr Vorhaben mit Ihrem Kirchengemeinderat und den Verantwortlichen Ihrer Kirchengemeinde einmal gründlich beraten und ein gemeinsames Vorgehen verabreden. Man wird Ihnen dankbar sein.
Herzliche Grüße, Ihr Henning Kiene