Maria in der evangelischen Kirche

gestellt von Susanne am 13. Oktober 2012

Warum erfährt Maria, als Mutter Jesu, in der evangelischen Kirche nicht mehr Bedeutung? Gut, in der evangelischen Kirche gibt es keine Marienverehrung wie bei den Katholiken, aber in der Bibel, die evangelische sowie katholische Christen lesen, steht bei Lukas 1,26-56 einiges über Maria. (Die Ankündigung der Geburt Jesu, Marias Besuch bei Elisabeth, Marias Lobgesang) Lediglich an einen Schlußgottesdienst eines DEKT´s in dem Marias Lobgesang (Lukas 1,46-56) Thema war, kann ich mich erinnern.

Liebe Susanne,

 

Der Grund, warum Maria in der evangelischen Kirche weniger bedeutsam ist als in der katholischen, liegt vor allem in der Bedeutung, die ihr Sohn für die evangelische Kirche hat. Zu den Grundsätzen des Protestantismus gehört, dass wir bekennen, dass das Heil „allein durch Jesus Christus“ (auf lateinisch „Solus Christus“) zu den Menschen gekommen ist.

Diese Betonung hat auch dazu geführt, dass in den evangelischen Kirchen die Heiligen an Bedeutung verloren – sogar Maria. Sie gilt natürlich weiterhin als die Mutter Gottes, als eine ganz besondere Frau, aber sie ist eben sozusagen hinter ihrem Sohn verschwunden. Auch wird in der evangelischen Kirche nicht mehr zu den Heiligen gebetet – auch nicht zu Maria, weil wir davon ausgehen, dass jeder Mensch einen direkten Zugang zu Gott hat und dass es keine Heiligen braucht, die für uns unsere Bitte vor Gott bringen müssen.

Über die Bibelstellen hinaus, die Sie zitieren, gibt es übrigens auch solche, die das Verhältnis zwischen Maria und ihrem Sohn Jesus als deutlich gespannt darstellen. Als sie mit ihren anderen Kindern losgeht, um ihn nach Hause zu holen, wird Jesus sehr deutlich und sagt: „Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er streckte die Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter, und das sind meine Brüder!" (Mt 12,48-49) Oder bei der Hochzeit zu Kana, wo er ausgesprochen unfreundlich zu seiner Mutter wird: Als die ihm sagt, dass der Wein aus ist, sagt er: (Joh 2,4) „Was geht's dich an, Frau, was ich tue? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“

Sicherlich gibt es noch weitere Gründe, warum Maria in der evangelischen Kirche eine eher kleine Rolle spielt – und sicherlich gibt es auch Gründe, warum das nicht so bleiben sollte.

 

Herzliche Grüße

Frank Muchlinsky

Fragen zum Thema
23.07.2015 - 10:30
Gewalt im Alten Testament Lieber Herr Palus, danke für Ihre recht unaufgeregte Frage zu einem sensiblen Thema.…
05.07.2020 - 13:55
Kommt der Begriff "Ostern“ in Matthäus vor? Liebe Mirja, herzlichen Dank für Ihre Frage! Im griechischen Originaltext steht an dieser…
09.05.2017 - 15:42
Lots Töchter Lieber Herr Spät, ja, da gebe ich Ihnen durchaus Recht. Aber in der Bibel gibt es eine…
Schlagworte

Kommentare

Wie kann man nur so böse sein und die Mutter Gottes aus der Verehrung ausschliessen! Und: Es gäbe dadurch Aufmerksamkeit für Christus! Die Mutter Gottes wird in der Othodoxie als Wegweiserin" betitelt, dort wo sie auf Ikonen mit ihrer Hand auf Christus hinweist, unseren Gott. Die Liebe Gottes ist unendlich und schließt nicht aus - schon gar nicht die Mutter Gottes. Die Heiligen und Maria werden im Kontext zu Gott verehrt, vervielfältigen und bereichern Gottes Worte.

Gebot der Liebe - auch fuer Maria. Gespraech Maria-Jesus in Kana - auch in Liebe. Jesu Worte zu Johannes: das ist deine Mutter - auch in Liebe.
Es genuegt, wenn wir Maria lieben. Mit Liebe kommt alles andere hinzu. Auch Gespraech. Bitte. Alles!

Das Johannesevangelium besagt das Maria den Kopf der höllischen Schlange zertreten wird/tut und das Sie nicht nur die Endzeitprophetin sein wird sondern mit Ihrem Sohn über uns wacht...
Im Johannesevangelium wird auch berichtet das die Spaltung der Glauben der Schlange werk ist... und die Lösung auch/nur die Wahrheit ist und Überwindung der Spaltung, erst wenn die einzelnen Glauben zueinander finden und sich der Wahrheit annehmen dann besiegen wir die Schlange. Eigentlich seltsam das ein und der selbe Glaube nicht mal annimmt das er Brücken schlägt und seine Differenzen bei Seite legt und zur großen Gemeinschaft wird.... so geschieht zum Glück schon das Wunder das wir uns dem Jüddischen (Jesus - König der Juden - eigentlich tragisch wenn wir sowas außer acht lassen oder vergessen) Glauben mit dem Bestreben der Gemeinsamkeit nähern und zum Schluss wirds heißen nachdem alle zueinander gefunden haben: mei es war so einfach....

Warum die Heiligen wichtig ist: Glauben Sie das Gott so etwas gigantisches für uns macht und dabei nur Jesus wirkt. Es ist eine Gemeinschaft, die an einer Sache arbeitet und große Wunder geleistet hat und tut, die ich schon selbst erleben durfte, sind Zeugnis der Heiligen. Keine Beachtung den Heiligen zu schenken find ich äußerts nachlässig! Gott wäre ohne seine Engel auch nicht er der er ist. Schließlich war auch Jesus schon mit den Aposteln unterwegs und jeder einzelne hat bereits damals Wunder bewirkt, Krankheiten geheilt oder Dämonen ausgetrieben. Jesus konnte nicht allein alles schaffen... und bereits in der Bibel steht geschrieben: so ruft mir und versammelt mir meine Heiligen, und wenn man sich die Zeit nimmt und versucht zu begreifen, wer die Heilige waren und was erst durch Sie alles geschafft wurde. Die Unmögliches geschafft haben und unerklärliches geschehen ist und selbst Jesus sagte ich bin der Weinstock und Ihr die Reben also sollten Sie meines erachtens auch Rücksicht und Beachtung finden. Allein schon durch Ihr Wirken am Glauben und Festigung, Verbreitung... Und irgendwo steht geschrieben das Gott uns Heilige gibt damit Sie uns helfen. Das sind unsere Helfer. Auch sehr tragisch wenn man so etwas außer acht lässt.

Einfach gesagt wir sind eine Gemeinschaft wo jeder wichtig ist und die da oben auch! ;-)

... obwohl er voller Unsinn steckt. Die Behauptungen des ersten Absatzes sind schlichtweg ausgedacht.

 

Äh! Also ICH will in keine Gemeinschaft Hineingenötigt-Werden, wo Maria angeblich einer höllischen Schlange den Kopf zertreten tut. "Maria" wird im Johannesevangelium an keiner einzigen Stelle namentlich erwähnt, folglich kann Maria auch keine Schlange aus der Hölle ins Jenseits tun.

Die Mutter Jesu, wieder ohne Namensnennung, ist zusammen mit anderen Frauen und dem Lieblingsjünger Johannes, Zeugin der Kreuzigung. Durch Jesu Worte wird Johannes zum Sohn Marias und sie zu seiner Mutter. Das hat allein Jesus bewirkt, sonst niemand.

... steht nur beim Ev. Johannes, dem zuletzt geschriebenen Evangelium ( vielleicht erst um das Jahr 100), die drei Synoptiker, denen man mehr Historizität zuspricht) schreiben nichts von Maria unter dem Kreuz.

Unabhängig davon erschreckt mich der Ton bei den Kommentaren. Jedenfalls der von Einigen. Tauscht man sich hier über Glaubensfragen aus oder geht es ums Rechthaben?

Danke für den Hinweis mit dem Ton, ja stimmt, ich bin auch auf der Suche, evangelisch, ohne Maria aufgewachsen, ja eigentlich sogar als Sünde erklärt, an Sie zu beten - lässt sie mich seit mehr als drei Jahren doch nicht mehr los, trotzdem bleibt das schlechte Gewissen. Tut mir leid, aber auch mir fehlt eine Mutter im Glauben.

Ich vermute, dass Lukas ein paar Sachen durcheinanderbringt. Vielleicht denkt er, dass die Offenbarung Johannis vom Evangelisten Johannes verfasst wurde, den er mit dem Jünger Johannes identifiziert. Tatsächlich sind das drei verschiedene Personen, aber so verwechselt er die Offenbarung mit dem Johannesevangelium. Und die apokalyptische Frau in diesem sehr rätselhaften Buch mit Maria. Damit ist er nicht allein; Maria wurde jahrhundertelang mit dieser Frau aus der Vision des Sehers von Patmos identifiziert und in der christlichen Kunst auch so dargestellt. Heute weiß man aber, dass die nichts miteinander zu tun haben und die Frau aus der Offenbarung keine reale Person ist, so wenig wie der Drache (höllische Schlange?), der sie verfolgt.

Aber danach wird es richtig wüst, lieber Lukas. Sie schreiben: "Gott wäre ohne seine Engel auch nicht er der er ist. Schließlich war auch Jesus schon mit den Aposteln unterwegs und jeder einzelne hat bereits damals Wunder bewirkt, Krankheiten geheilt oder Dämonen ausgetrieben. Jesus konnte nicht allein alles schaffen... " Christen glauben an einen einzigen, drei-einigen Gott und bekennen, dass er allmächtig ist. Wie Gott wirkt, ist ganz allein seine Sache. Wenn er Boten ("Engel") senden will, dann tut er das. Er kann auch Menschen in seinen Dienst nehmen, und er tut es. Aber dass er "Heilige" benötigt, um alles zu "schaffen", was er schaffen will (oder gar muss?), das halte ich für einen großen Irrtum. Und bei Jesus ging es ja auch nicht drum, dass er Wunder wirken und Menschen heilen MUSSTE und dafür Hilfstruppen benötigte. Er hatte kein Pensum abzuleisten, er musste auch nicht alle Krankheit auf einmal aus der Welt schaffen. Er hat Menschen geheilt, damit sie verstanden, dass Gott Heil schaffen kann und will. Und er hat seine Jünger ausgesendet, damit sie dieses Heil in die Welt tragen, und damit sie begreifen, dass Gott in ihnen handelt. Das, was Gott in Jesus letztendlich getan hat, das hat er sehr wohl allein getan: er starb am Kreuz, und er ist am dritten Tag auferstanden, damit wir ewiges Leben in ihm haben können. Dabei konnte kein Engel und kein Heiliger helfen; da war auch kein Jünger mehr da, außer Johannes. Und in der Osternacht war reinweg überhaupt niemand dabei.

Gott braucht keine Heiligen. Umgekehrt wird ein Schuh draus, lieber Lukas. Wir brauchen Gott, der uns heiligt, indem er uns aus Gnade schenkt, dass wir an ihn glauben können. Weil er uns heiligt, darum können wir aus seiner Gnade leben, einander helfen und dabei manchmal mit Gottes Hilfe Großes bewirken, das wir allein nicht hingekriegt hätten.

In einem haben Sie Recht, Lukas: in der Gemeinschaft der Christen ist jeder wichtig. Am wichtigsten ist Christus in unserer Mitte, durch den wir eine Gemeinschaft sind.

Gehn Sie doch mal in einen Bibelkreis in Ihrer Gemeinde. Da können Sie über das tolle Buch noch viel Interessantes lernen und dann auch sinnvoll argumentieren.

Liebe Bibelleserin! Sie schreiben in Ihrem Text:
Gott braucht keine Heiligen. Etwas später schreiben Sie: Wir brauchen Gott, der uns heiligt. Indem er uns aus Gnade schenkt, dass wir an ihn glauben können.
Weil er uns heiligt, darum können wir aus seiner Gnade leben, einander helfen und dabei manchmal mit Gottes Hilfe bewirken, was wir alleine nicht hingekriegt hätten.

Gott also heiligt uns Menschen, damit wir für ihn auf ERDEN Gutes in seinem Sinne tun können. Er will uns also alle heilig sehen. ER selbst will uns so sehen.
Wieso ist es denn dann so schwer zu glauben, dass Menschen genau das verstanden haben, sich von Gott haben heiligen lassen, um dann tatsächlich in seinem Sinne tätig zu werden.

Warum ist es sooo falsch, wenn die katholische Kirche genau diese von GOTT geheiligten Menschen versuch,t zu identifizieren, um sie dann den, an den biblischen Gott und Vater glaubenden Menschen auf ERDEN
als hilfreiches Vorbild vorstellen zu können? Die katholische Kirche weiß doch sehr genau, dass sich kein Heiliger SELBST gemacht hat, sondern dass ein Mensch immer nur deshalb heil, oder heilig werden konnte, weil GOTT selbst in ihm heilend gewirkt hatte.
Es gibt doch massenweise sehr genaue Überprüfungen in der katholischen Kirche, um zu testen, ob ein Mensch wirklich von GOTT selbst geheiligt worden war, oder ob der Mensch selbst sich versucht hat, als Heiliger zu präsentieren.
Das wäre dann ein SCHEINheiliger. Solches will die kath. Kirche eigentlich nicht fördern. Es geht also IMMER darum, heraus zu finden, wie sehr ein Mensch von Gott selbst begnadet und geheiligt worden ist und wie sehr der Mensch selbst
sich dieser heilenden Gnade gegenüber geöffnet hatte.
Man mag wirklich viele Kritiken an der Praxis der Männer im Vatikan haben, aber so dämlich sind sie wirklich nicht, dass sie nicht genau wissen würden, dass nur GOTT selbst im Menschen heilend wirken kann, damit er später als
Vorbild und Mutmacher für andere Menschen gelten kann, sich ebenfalls der GNADE GOTTES gegenüber voll zu öffnen. Etwas weniger Antikatholizismus würde manchmal sehr helfen,
die wirklichen Fehlleistungen des Männerclubs im Vatikans besser outen zu können. Das genau täte durchaus NOT.
Heilige im katholischen Kontext werden IMMER als von GOTT selbst geheiligte und inspirierte Menschen verstanden. Also, Heilige in der kath. Kirche sind ZEUGEN der WIRKMACHT GOTTES selbst auf ERDEN.
Sie weisen alle auf IHN hin, niemals auf sich selbst. Jeder Katholik kann das verstehen. Warum nicht andere Christen?

Nachdem meine leibliche Mutter gestorben war, war es für mich tröstlich von der Existenz einer, von mir aus auch archetypischen Mutter, auszugehen. Da ich evangelisch bin habe ich mich mal mit der Ansicht Luthers beschäftigt und kann jeden Interessierten nur das Lesen der Auslegung des Magnifikats von Luther empfehlen.

Ewiges Wort, eingeborener Sohn Gottes, lehre mich die wahre Grossmut. Lehre mich Dir dienen, wie Du es verdienst: geben, ohne zu zählen, kämpfen, umbekümmert um Verwundungen, arbeiten, ohne Ruhe zu suchen , mich einsetzen , ohne einen andern Lohn zu erwarten als das Bewusstsein, Deinen heiligen Willen erfüllt zu haben.Amen.

O Jesus, aus Liebe zu Dir, für die Bekehrung der Sünder und zur Sühne für die Beleidigungen des unbeflekten Herzens Mariens.

Sehr geehrter Herr Pfarrer Muchlinsky!
Ich lese hier oft mit und freue mich über Ihre biblisch-fundierten Antworten. Gerade Maria als Mutter Gottes hat bei uns Protestanten ja nicht den Stellenwert wie in der Röm.-Kath.Kirche.
- Schön wäre es allerdings in mancher evangelischer Predigt in der Kirche ebenfalls biblische Verkündigung und Wissen zu hören.
Herzliche Grüße

Maria ist nicht die "Mutter Gottes", da Gott keine Mutter hat! Sie war die Mutter des irdischen Jesus, bevor Er wieder zum Himmel aufstieg. Nach dem Neuen Testament sind alle Nachfolger Christi, also alle Gläubigen, "Heilige" (1. Petr. 1, 15; 1. Petr. 2, 9). Von daher bedarf es auch keiner "Heiligsprechungen". Ein Gebet bzw. Sprechen mit Verstorbenen istvon Gott nicht erlaubt (5. Mose 18, 11).

MEIN WICHTIGSTES BIBELWORT ZUR MARIOLOGIE:IST das einzige Gebot, das wir im Neuen Testamen von IHR haben:"TUT was ER sagt!"
( Joh.ev.2,5) MARIOLOGIE IST CHRISTOLOGIE !

In der von Ihnen angeführten Stelle bei der Hochzeit zu Kana sagt Maria: "Was er (= Jesus) euch sagt, das tut". Ich finde Ihre biblische Ausdeutung sehr einseitig. Die Stellen, das Magnifikat, zeigen gerade die Demut Mariens, die von Gott erwählt ist als Mutter Gottes und von daher eben aufgrund ihrer besonderen Gnade keine x-beliebige Person ist, die in einem konkurrierenden Verhältnis zu Gott steht, sondern in einem komplementären ("Was er euch sagt, das tut.") Außerdem ist neben der Schrift die Tradition eine wichtige Quelle der Offenbarung, die nicht mit der Bibel abrupt aufhört. Es gibt Privatoffenbarungen, die Geschichte Gottes mit den Menschen geht weiter. Die vielen Wunderheilungen von Lourdes sind keine Erfindung. Medizinisch erklärbar sind hunderte von Heilungen nicht. Sie abzustreiten heisst, sich der Realität zu verweigern und das Heilshandeln Gottes abzustreiten.

Ich wundere mich immer wieder über die evangelische Kirche die sich im Protest zur katholischen Kirche in einer sehr stürmischen Epoche zur Aufgabe gesetzt hatte, die Schriften aus ihren alten Überlieferungen in griechisch neu zu überarbeiten und mit viel Arbeit sich als die wahren aufgeklärten Interpreten der Schrift hervortun wollten. Auch die Bezeichnung "evangelische Kirche" will darauf hinweisen, dass es die Vertreter des Evangeliums sind, also des Wortes. Und dann sowas: der Bruch mit dem Wort. Die Geringschätzung des Magnifikats, die Stutzung der Hochzeit von Kana auf nur einen Teil des Ganzen...
Hat Christus nicht am Kreuz dem Menschen und Jünger Johannes, der Jünger der Jesus liebte als Antonomasie für die gesamte christliche Menschheit, Maria zur Seite gestellt? Maria nicht als Mutter Gottes und als Ehrwürdige Königin aller Seelen die die göttliche Heiligkeit erreicht haben zu verehren ist ein sehr trauriger theologischer Fehler, den Luther begangen hat.

Welche traditionell im Reformkatholizismus, genannt Protestatismus, Selbstbezeichnung evangelisch, mehr oder weniger Bedeutung die eine oder andere Aussage der Schrift erlangte ist für den gläubigen Bibelleser unerheblich.

In der Schrift wird die Maria, die Frau des Josef, als Mutter des Menschen Jesu, des Herrn, bezeichnet. Das genügt an großer Ehre für einen begnadeten Menschen, der genauso des Erlösungswerkes Christi bedurfte wie ich und du und der Papst usw..

Sola scriptura.

Ach so:
> "der Jünger, der Jesus liebte" bezeichnet sich als "der Jünger, den Jesus liebte". Wer liebt hier wen?
> offensichtlich wird Maria, die wohl verwitwete Frau des Josef, zur Fürsorge und Versorgung dem Jünger Johannes anbefohlen. Treu sorgender Menschensohn Jesus, selbst in Schmerzen auf dem Kreuz, für seine Mutter.
> Starb unser Herr Jesus, der Christus, für die gesamte christliche Menschheit oder nur für diejenigen christlichen Bekenner, die ihn im Glauben als Heiland und Herrn anerkennen und ihm glauben und folgen?

Das Wort Marias "Sie haben keinen Wein mehr" muss wohl über Konfessionsgrenzen hinweg weitergedacht werden (Ich bin Katholik): War Maria etwa, salopp ausgedrückt, Jesu "Managerin"? Genau darauf wollen etwa Anhänger einer Amsterdamer Marienerscheinung hinaus. Immerhin gibt es mir, aber wohl auch anderen, zu denken, dass durch Marias Initiative Jesu erstes (biblisch bekanntes) Wunder eben nicht die Heilung eines Behinderten oder dergleichen war, sondern die "Rettung" einer Hochzeitsgesellschaft. Wie gesagt: Das ist eben weiterzudenken ...

Meiner Meinung nach, hat sich Maria an der Stelle einfach zu sehr als Mama aufgespielt, die ihrem mittlerweile erwachsenen Sohn noch Hinweise geben will, was er bitte zu tun habe.

in der Vergangenheit sind meine Eltern gestorben. Beide haben in ihrer Todesstunde nach ihrer Mama gerufen. In größter Verzweifelung braucht man einen Anhaltspunkt. Unsere 'Vor-Vorfahren hatten alle ihre Göttinnen, Erdmütter, Demeter, Isis und wie sie alle heißen. Wir sind aus dem Matriarchat entstanden und erst viel später aus dem Patriarchat. Stellen Sie sich Weihnachten ohne Maria vor

Maria ist leiblich in den Himmel aufgenommen worden und vom HERRN selbst gekrönt worden. Dies ist ein Dogma und ein Grundsatz des Christentums.
Dogmen sind ewig und unvergänglich, sie können nicht von Menschen aufgehoben werden. Genauso ist es mit der Heiligen Katholischen Kirche, sie kann nicht vergehen und besteht ewig. Wie muss ein Christ sein? Katholisch--Marianisch--Papsttreu und nichts anderes! Möge Unsere liebe Jungfrau vom Sieg alle Menschen mit ihrem Beispiel zum HERRN führen, damit kein Mensch in der Hölle seine Ewigkeit verbringen muss!

ich stimme die lauretanische litanei an und bete um erleuchtung all der zweifelnden seelen: maria hilf

Jeder oder jede mag Maria privat verehren, wie er oder sie will. Daran ist nichts falsch. Was mich stört, ist das, was die amtliche, katholische Kirche daraus gemacht hat und uns als geboten vorsetzt.
-Maria wurde von Gott ausgewählt. Das ist etwas Besonderes; aber es ist nicht Marias Leistung.
Sie hat Ja gesagt zu einer Schwangerschaft. Dazu war sie als jüdisches Mädchen erzogen worden, und Milliarden Frauen haben zu unendlich vielen Schwangerschaften ebenfalls Ja gesagt. Da wird Maria also vielfach übertroffen.
Sie hat ein und nur ein Kind zur Welt gebracht. Auch darin wird sie von unzähligen Müttern übertroffen.
Alle anderen KInder, die Maria geboren hat - oder auch nicht - sind ihr von der katholischen Kirche wegdogmatisiert worden.
Maria hat ihr Kind während einer Pilgerfahrt verloren und hat dann drei Tage nach ihm gesucht.
Ich erinnere mich an die Nachkriegszeit, wo das Rote Kreuz monatelang, jahrelang verlorengegangene Kinder gesucht hat, und die Suche nicht nur drei Tage dauerte. Auch hier also mehr Last und Schmerz bei Millionen von Frauen.
Maria hat ihren Sohn hergeben müssen.
Wieviele Mütter haben ebenfalls Kinder durch Krankheit, Krieg, Mord, Justiz und Justizirrtum verloren?
Zusammengenommen bleibt Maria bis auf die Ausgewähltheit weit hinter unzähligen Müttern zurück.#
Der Kult, der von der Katholischen Kirche aufgebaut wurde und per Dogmen noch verstärkt wurde, ist also unberechtigt, weil übertrieben.
Nun muss man nicht Maria von ihrer exponierten Stellung herunterholen. Es ist aber ein Gebot der Gerechtigkeit und eine Anerkennung von Tatsachen, alle Frauen zu Maria empor zu heben. Das haben sie verdient.
Das rüttelt aber an der Macho-Ausrichtung unserer Katholischen Kirche. Denn das könnte ja dazu führen, das Frauen den Geweihten ebenbürtig wären!
Tja, was nun? Papst Johannes Paul II mit seinem "Totus Tuus" stellt für mich ein abschreckendes Beispiel von übertriebener Marienverehrung hauptamtlicher Christenführer dar. Ich rechne auch nicht mit irgendeiner Änderung. Dazu ist der Kirchenbeton zu hart.
Mit herzlichen Grüßen

W. Mergelsberg

Bevor mein Vater starb, legte er mir den Glauben an die Hilfe von Maria, die Mutter Gottes, ans Herz.
Er selbst betete im 2.Weltkrieg als Soldat auch zu ihr.
Er schreibt sein Entkommen aus dem Kessel von Stalingrad seinen Gebeten und auch den Fürbitten an Jesus durch Maria zu.
Was ist geschehen? Mein Vater war in Stalingrad stationiert. Sollte Weihnachtsurlaub bekommen. Ein anderer Soldat wollte gern an Weihnachten daheim sein und bat meinen Vater mit ihm zu tauschen. Mein Vater willigte ein und ging in seinen Weihnachtsurlaub schon Anfang November, statt an Weihnachten. Er sagte dem anderen Soldaten, egal, auch wenn es erst November ist, es ist immer Weihnachten wenn ich daheim sein kann. Noch vor Weihnachten ging der Kessel von Stalingrad zu und nur einige wenige konnten entkommen. Für den anderen Soldaten gab es daheim kein Weihnachtsfest mehr. Er fiel in Stalingrad.
Meinem Vater hat sein tiefer Glaube und seine uneigennützige Nächstenliebe das Leben gerettet, und er sagt mir später, dass er dies der Mutter Gottes zu verdanken habe. Er sagte mir auch, egal was du im Leben erlebst, vergiß den Glauben an Gott und die Mutter Gottes als deine Fürsprecherin bei Gott nicht. Bitte sie und sie wird dich erhören und dir helfen. Aber vergiß im Gebet nie hinzuzufügen, "nicht mein, sondern dein Wille geschehe".
Dieses Gespräch begleitet mich ein Leben lang.
Gott segne dich.