Trauerfeier

gestellt von S.Schmidt-Wittkowsky am 27. Oktober 2014

Sehr geehrter Herr Muchlinsky,

mein Vater verstarb kürzlich. Zwar ist er evangelisch, hatte aber mit der Kirche wie man so sagt nichts am Hut. Er wünschte sich und wir planen nun eine Trauerfeier mit einem neutralen Trauerredner und eine spätere Urnenbeisetzung in familiärem Rahmen. Müssen wir einen Trauergottesdienst abhalten? Der ev. Pfarrer versucht sich nun ziemlich aufdringlich in die geplanten Feierlichkeiten einzumischen. Mit freundlichen Grüßen

Lieber Angehöriger,

mein herzliches Beileid zum Tod Ihres Vaters. Leider ist Pastor Muchlinsky derzeit in Urlaub - deshalb beantworte ich gerne Ihre Frage.

Wir in der evangelischen Kirche bestatten natürlich gerne unsere Verstorbenen. Eine christliche Trauerfeier, wie auch Sterbebegleitung, gehört zur Kirchenmitgliedschaft von unserer Seite aus selbstverständlich dazu und kostet kein Geld. Anders als dies bei einem neutralen Trauerredner der Fall ist. Aber das heißt natürlich nicht, dass man als Angehöriger, dies auch in Anspruch nehmen muss. Wir sind die "Kirche der Freiheit" - und in aller Freiheit haben Sie als Angehöriger auch das Recht, Ihren Vater  n i c h t  kirchlich zu bestatten.

Ich als Angehörige würde mich fragen, wie Sie es auch tun: was ist im Sinne meines Vaters? Und ich würde mich auch fragen: was tut uns als Familie jetzt gut? Vielleicht ist es ja auch ein Gottesdienst, Trost aus Gottes Wort?

Was den Pfarrer vor Ort angeht: Vielleicht hatte er auch eine Verbindung zu Ihrem Vater und "mischt" sich deshalb ein, weil sich die beiden kannten und miteinander im Gespräch waren. Darüber kann ich aber als Außenstehende nur spekulieren.

Was ich Ihnen sagen kann ist, dass Sie nicht verpflichtet sind zu einer kirchlichen Trauerfeier.

Viel Kraft und Gottes Segen in Ihrer Trauer - und eine gute Trauerfeier, wie auch immer Sie aussehen wird.

Herzlich,

Ihre Sabine Löw

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