Kann jemand katholisch heiraten, der schon evangelisch verheiratet war?

gestellt von Detlef Greinert am 25. August 2015

Sehr geehrter Hr. Muchlinsky,

ich wurde vor ca. 25 Jahren kirchlich (evangelisch) getraut, bin inzwischen geschieden und habe eine neue Partnerin kennengelernt. Diese wünscht sich eine Kirchliche Trauung (Katholisch). Nun meine Frage, muss ich eine Annullierung der evangelischen Trauung vorlegen oder gibt es keine Möglichkeit sich erneut das Jawort vor Gott zu geben.

Für ihre Hilfe vielen Dank im Voraus viele Grüße Detlef Greinert

Lieber Herr Greinert,

 

Da Sie einmal kirchlich verheiratet waren, ist es tatsächlich nicht einfach, wenn Sie nun eine katholische Trauung wünschen. Ihre erste Ehe (zwischen zwei evangelisch getauften Christen) wird katholischerseits als gültige und sakramentale Ehe bewertet. Das bedeutet, dass sie für eine katholische kirchliche Trauung ein Ehehindernis darstellt. Sie müssen darum tatsächlich ein Annullierungsverfahren anstrengen. Dafür brauchen Sie einen sogenannten "Nichtigkeitsgrund", also einen Grund, mit dem Sie darstellen können, dass Ihre erste Ehe in katholischen Sinn nie bestand.

Wenn Sie diesen Schritt gehen möchten, wenden Sie sich bitte an den Pfarrer Ihrer künftigen Frau. Der wird Ihnen sagen können, wie das Verfahren weitergeht.

 

Mit freundlichen Grüßen

Frank Muchlinsky

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Kommentare

Ich kenne einen Fall, da wurde ein katholischer Verstorbener von der katholischen Ehefrau mit einer evangelischen Trauerfeier und der Trauerpredigt von einer evangelischen Geistlichen verabschiedet und beerdigt. Die Kosten für die Trauerhalle musste an die Kommune bezahlt werden. Von einem Nichtigkeitsgrund wollte niemand etwas wissen.

Ich denke, dass es möglich war, einen verstorbenen Katholiken ohne größere Probleme in einer evangelischen Trauerfeier beizusetzen, weil die Trauerfeier, Trauerpredigt, Beerdigung in der Katholischen Kirche kein Sakrament ist. Die Katholische Kirche kennt sieben Sakramente. Die Beerdigung gehört, meines Wissens nach, nicht dazu.

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