Wie oft müssen Konfirmanden in den Gottesdienst?

gestellt von Peter am 17. September 2016


Hallo, mein Sohn geht schon seit einem Jahr zum Konfirmandenunterricht. Wir sind nicht so die Kirchengänger, das heißt wirklich nur im Notfall ... Mein Sohn soll in 2 Jahren mindestens 21 mal zum Gottesdienst, sonst wird er nicht konfirmiert. Ist das rechtens? Bin froh wenn er es 10 mal schafft.

Lieber Peter,

der Konfirmandenunterricht besteht nicht nur aus den regelmäßigen Treffen mit den Konfirmanden, sondern auch darin, dass die Konfis regelmäßig in den Gottesdienst gehen. Die Idee dabei ist, dass die Konfirmanden den Gottesdienst so kennenlernen und üben können, wie er "funktioniert". Der Gottesdienst ist die wichtigste Veranstaltung einer Kirchengemeinde, und man kann ihn nur dann recht schätzen lernen, wenn man sich ein bisschen auskennt darin, sonst fühlt man sich leicht eher fremd.

Darum haben die Kirchengemeinden verschiedene Vorgaben dafür, wie oft die Konfirmanden während Ihrer Konfirmandenzeit zum Gottesdienst gehen sollen. Diese Zahlen unterscheiden sich von Gemeinde zu Gemeinde, aber ich kann Ihnen versichern, dass 20 Gottesdienstbesuche noch sehr wenig sind im Vergleich zu anderen Gemeinden, in denen auch gern 40 Teilnahmen erforderlich sind. Das kann jede Gemeinde selbst entscheiden. Vielleicht findet Ihr Sohn ja auch Geschmack am Gottesdienstbesuch. Das würde ich ihm wünschen, denn es kann ausgesprochen gut tun, sich mit anderen Menschen Gott zuzuwenden, und das nicht immer nur allein zu tun.

Wie wär's? Begleiten Sie Ihren Sohn doch ab und an und sprechen Sie anschließend darüber, was Sie gehört und erlebt haben. Und wenn Sie sich mal über das freuen oder auch ärgern, was dort geschehen ist, sprechen Sie Ihre Pastorin oder Ihren Pastor darauf an. Ich kann Ihnen versichern, dass wir gern Rückmeldungen bekommen.

Ich grüße herzlich

Frank Muchlinsky

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Kommentare

"Normalerweise" sollten Konfirmanden das komplette Kirchenjahr kennenlernen. Das Kirchenjahr beginnt nach kath. + evangelischer Tradition mit der Vesper am Vorabend zum ersten Adventssonntag. Der letzte Sonntag im Kirchenjahr ist der Ewigkeitssonntag (Totensonntag) eine Woche vor dem ersten Advent.

Seit einigen Jahren ist es in unserer Gegend so, dass der Konfi-Unterricht aufgesplittet wird. Die Kleinen (alle Schüler der dritten Klasse, scheiss egal ob getauft oder nicht)bekommen während dem 3. Schuljahr ein halbes Jahr Privatunterricht. Nicht in der Schule, wie man glauben könnte, sondern in privaten Wohnzimmern. Abgehalten wird dieser Unterricht von diversen Müttern/Vätern, die von Kirche und Glaube keine Ahnung haben und nur im äußersten Notfall sich mal in einen Gottesdienst verirren.

Die restliche Konfi-Zeit (also maximal 3 Monate) findet während der 7. Schulklasse statt und zwar dann, wenn keine kirchlichen Festzeiten mehr sind.

So betrachtet erleben die herangereiften 14-jährigen Konfirmanden während ihrer Konfizeit allerhöchstens die Kreuzigung. Die Auferstehung erleben die meisten Konfirmanden überhaupt nicht mehr.

Zudem ist es ja so, dass von den Konfirmanden die Kirche quasi von innen gar nicht mehr gesehen wird, weil es nämlich völlig ausreicht, wenn die Konfirmandenkerze anwesend ist. Man findet in der Regel immer irgendjemanden, der bereit ist, die Konfi-Kerze anzuzünden. Damit wird suggeriert, dass der zur Kerze passende Konfirmand anwesend ist. Für das Auspusten ist dann sowieso der Messner zuständig. Ob das rechtens ist, weiß ich allerdings auch nicht!

Will z.B. ein Jugendlicher in einer Fußballmannschaft spielen, wird ganz selbstverständlich und für jeden einsichtig die regelmäßige Teilnahme am Training vorausgesetzt.
Andernfalls fliegt er aus der Mannschaft.
Nur bei Kirchens soll das alles nicht gelten und eine Kerze die persönliche regelmäßige Teilnahme am Gottesdienst adäquat ersetzen können?
Einfach lächerlich!
Aber hier ist auch halt das Engagement und gute Beispiel der Familie, vor allem der Eltern des Konfirmanden, vonnöten.
Sie sollten wenigstens während der Kontinent mitgehen zum Gottesdienst. Gibt es nicht auch noch das 3. Gebot Gottes?
WIE ernst nehmen wir das eigentlich noch?

"Kontinent" sollte richtig "Konfirmandenzeit" heißen.

Der Vergleich mit dem Sport, den finde ich ausgesprochen gut, da würde keiner diskutieren. In manchen Gemeinden muss der Aspirant sogar noch nach dem Gottesdienst sich einen Stempel abholen, um die Anwesenheit zu dokumentieren. Aber der Pastor oder die Pastorin sieht ihre Schäflein auch ohne Karte, es argumentiert sich leichter.
Konfirmation bedeutet auch Teilnahme was soll sonst konfirmiert werden?