Wo steht in der Bibel, dass Gott alle Menschen liebt?

gestellt von Klaus Hellbach am 18. August 2017
Menschenrechte

Foto: fotolia/ArTo

Hände gestreckt in die Luft, Himmel,

Sehr geehrter Herr Muchlinsky,
stimmt die Aussage: "Gott liebt alle Menschen"?
Wenn ja, wo finde ich diese Aussage in der Bibel?
Wenn nein, wo ist das in der Bibel zu finde?
Mit freundlichen Grüßen
Klaus Hellbach

Lieber Herr Hellbach,

die Aussage "Gott liebt alle Menschen" kommt in diesem Wortlaut nicht in der Bibel vor. Dennoch "stimmt" sie, denn sie ist sozusagen die Grundidee des Christentums. Gott liebt die Menschen so sehr, dass er selbst in Jesus Christus Mensch wurde, um ihnen so nah zu kommen, wie es eben nur geht. Gott hätte das – etwas flapsig formuliert – nicht nötig gehabt. Es ist seine unbeschreiblich große Liebe, die ihn veranlasste, sich deinen Kindern in dieser Weise zu offenbaren.

In der Bibel finden Sie zu diesem Gedanken viele Stellen. Besonders schön drückt es der 1. Johannesbrief aus:

Ihr Lieben, lasst uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott. Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe. Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. Darin besteht die Liebe: nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden.

Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben. Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen. Daran erkennen wir, dass wir in ihm bleiben und er in uns, dass er uns von seinem Geist gegeben hat. Und wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt.

Wer nun bekennt, dass Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat: Gott ist Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Darin ist die Liebe bei uns vollendet, auf dass wir die Freiheit haben, zu reden am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus. Denn die Furcht rechnet mit Strafe; wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.

Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt. Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht. Und dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.

1.Joh 4,7-21

Herzliche Grüße

Frank Muchlinsky

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Kommentare

Sehr geehrter Herr Muchlinsky, vielen Dank für die Antwort. Diese steht allerdings im Widerspruch zu Joh.3.36. Der von Ihnen zitierte Johannesbrief ist an Christen gerichtet, damit geht Joh.3.36 konform. Wir sollten aber an den Zorn Gottes denken und damit kommen wir zu dem Schluß, daß der Satz: Gott liebt alle Menschen falsch ist. Ebenso wie die Formulierung: der liebe Gott...
Im Übrigen:Sintflut, Sodom und Gomorra, Rotte Korach usw.
Mit freundlichen Grüßen Klaus Hellbach

Aber, Herr Hellbach, die Heilstat Gottes ist doch für alle Menschen geschehen. Im Kommen Jesu drückte sich die Liebe Gottes gegenüber der ganzen Welt aus. Darum sagen wir, dass Gott alle Menschen liebt. In Joh 3,36 wird lediglich betont, dass Gott von den Menschen fordert, diese Heilstat anzunehmen und entsprechend zu leben. Das ändert nichts an Gottes Liebe, wie wir aus vielen Gleichnissen Jesu wissen. Am Ende der Zeiten – so sagt die Bibel – werden wir uns vor Gott wiederfinden, und Jesus Christus wird unser Richter sein. Derselbe Jesus Christus, der mehr Güte und Gnade und Liebe hat als jeder Mensch sie haben könnte.

 

Sehr geehrter Herr Muchlinsky, es bleibt dabei. Der Satz steht so nicht in der Bibel, deshalb sollten wir ihn auch nicht verwenden. In Joh.36 steht ganz klar...auf denen bleibt der Zorn Gottes. Das sollen wir nicht unterschlagen! Im Übrigen führt der Römerbrief gleich am Anfang Näheres dazu aus.
Wenn wir uns vor Gott wiederfinden, werden wir gerichtet und wer Jesus nicht angenommen hat kommt in die ewige Verdammnis. Haben Sie darüber schon einmal gepredigt??Viele Grüße sendet Klaus Hellbach

Lieber Herr Hellbach,
warum ist es Ihnen so wichtig, dass andere Menschen verdammt werden?

Lieber Herr Muchlinsky, da haben Sie mich völlig falsch verstanden! Es ist mir überhaupt nicht daran gelegen, andere Menschen zu verdammen. Wie kommen Sie zu dieser Erkenntnis?? Es kommt mir aber darauf an, daß die Wahrheiten, die uns durch die Bibel gegeben sind, auch so zu benennen. Vielleicht ist Gottes Gericht, wenn wir gestorben sind, oder Jesus wiederkommt, für Sie nicht bedeutsam? Ewiges Heil oder ewige Verdammnis - das ist doch wohl gerade auch von Martin Luther der zentrale Punkt gewesen und sollte nicht unterschlagen werden. Was wäre denn wichtiger?
Mit freundlichen Grüßen K. hellbach

Lieber Herr Hellbach,

an das jüngste Gericht zu glauben, heißt nicht zwangsweise, an den doppelten Ausgang des Gerichts zu glauben. Wenn Sie wissen möchten, wie genau ich dazu stehe, hören Sie mal rein in unsere alte Folge von "AHA - Was geschieht beim jüngsten Gericht? Die finden Sie hier.

Herzliche Grüße!

Frank Muchlinsky

Auch wenn die Diskussion schon eine Weile her ist ,möchte ich etwas dazu schreiben, vielleicht hilft es ja der ein oder dem anderen, der sich die Frage ansieht:

Vorab: Ich denke, wir dürfen die Bibel nicht völlig losgelöst von Jesu Handeln sehen. Jede Bibelstelle sollte so interpretiert werden, dass sie das Handeln Jesu Christi erhellt- und nicht verstellt.

Wer sagt eigentlich, dass "Zorn" im Widerspruch zur Liebe Gottes steht?
Es gibt einen gesunden, "heiligen" Zorn, der nicht Verdammnis zur Folge hat. Jesus Christus ist hier wegweisend: er ist zornig auf die Geldwechsler und Händler in Tempel. Sie machen Geschäfte mit der Angst der Menschen vor Gottes Strafe, nehmen sie finanziell aus.
Jesus wirft ihre Tische um und treibt sie aus dem Tempel hinaus. Doch er spricht dabei nicht von "Verdammnis" oder davon, dass diese Menschen nicht Gottes geliebte Kinder seien.

Von der Liebe Gottes dagegen zeigt er uns viel.
Jesus macht in seinem Handeln ja immer wieder deutlich wie sehr er die Menschen liebt und wir Christen glauben, dass er dies "im Namen Gottes " getan hat.
Wie sehr Jesus Menschen Gottes Liebe verkündet, zeigen viele Stellen. Für mich persönlich sind zwei sehr zentral:

Am Kreuz spricht Jesus zum Verbrecher: Noch heute wirst du mit mir im Paradies sein!
Ein klares Signal! Denn am Kreuz gestorbene galten als von Gott nicht geliebt, ja verdammt.
Darüber hinaus gibt er uns das Liebesgebot "Liebe Gott und Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!"
Das ist für mich eine wichtige Schlüsselstelle.
Es wäre paradox Menschen zur Gottes-, Selbst-, Nächsten (und sogar ausdrücklich zur Feindesliebe!) aufzurufen, wenn nicht auch Gott so lieben würde- Ja, seine Liebe der Ursprung und vollkommener und größer wäre.

Doch noch einmal zurück zur Frage nach dem Zorn und der Vereinbarkeit mit der Liebe:
Ich denke: schon Menschen können zornig sein aus Liebe (Ich würde sogar sagen, Zorn kann ein Ausdruck von Liebe sein, wenn man zum Beispiel zornig ist, weil ein anderer sich selbst oder andere ins Unglück stürzt oder zornig ist angesichts der Ungerechtigkeit der Welt) .
Wie viel größer aber ist Gott- und wie sehr kann er aus Liebe zornig sein- ohne dabei jemanden "auf ewig" zu verdammen oder seine Liebe zu entziehen.

So glaube ich fest, das gilt was der Psalmbeter des 30. Psalms erfahren hat: Sein Zorn währt einen Augenblick, ein Leben lang seine Gnade. (...).

Laut Bibel ,hat Herr Hellbach eindeutig und klar Recht, in der Bibel steht nicht, das Gott alle Menschen liebt, aber das
er die meisten in die Verdammnis wirft, ist eindeutig biblisch belegt. Gerade in der biblischen Endzeitprophetie, haben die
Menschen ,keine göttlichen Liebesbeweise zu erwarten (Jesaja 24) Aber der deutsche Durchschnittschrist, hat die Bibel ja
meistens, nicht gelesen, sondern er übernimt weichgespülte, theologische Ausführungen, für eine angeblich ,bedingungslose
Liebe Gottes, Jedem gegenüber.

Hallo Zusammen,
in meiner Gemeinde gibt es immer noch Leute, die sich gegen die Ehe für Homosexuelle Paare aussprechen, weil dieses nach ihrer Meinung in der Bibel nicht erlaubt ist. Gibt es eine schöne Bibelstelle, die das widerlegt???

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