Gibt es den Satan?

gestellt von Kai am 28. Januar 2018
Teufel

Foto: ra2 studio/stock.adobe.com/ranczandra

Hallo,

denken Sie, das es Satan und seine unheiligen Diener wirklich gibt? Wenn ich mir zum Beispiel das Bild vom Heiligen Antonius ansehe, wie die bösen Teufel ihn in die Luft heben und auf verschiedene Art quälen und versuchen, da möchte ich meinen, das sei wirklich so gewesen. Was meinen Sie; Herr Pastor?

Lieber Kai,

ach ja, der Satan! Die Frage nach dem Satan ist fast so etwas wie die innerkirchliche "Gretchenfrage": "Okay, Du glaubst an Gott. Aber wie hältst du's mit dem Satan?" Antwortet man darauf: "Nö, den gibt's nicht," hat man den biblischen Befund gegen sich und muss sich fragen lassen: Ja, ist denn Gott dann auch für alles Böse verantwortlich? Sagt man: "Ja, den Satan halte ich für durchaus real," muss man viele andere Fragen beantworten: Wer ist der denn? Wo kommt er her? Ist er der Gegenspieler Gottes? Ist er ein gefallener Engel? Und so weiter und so fort.

Darum möchte ich heute so auf Ihre Frage antworten – denn Sie haben mich ja nach meiner persönlichen Ansicht gefragt: Ich persönlich brauche den Teufel nicht. Der Teufel ist ein Hilfskonstrukt dafür, Gott einen Gegenpart zu schaffen, weil man damit nicht klar kommt, dass Gott auch dunkle Seiten haben kann. Nehmen wir zum Beispiel das Buch Hiob. Da ist von Gott und dem Satan die Rede. Die beiden machen eine Wette, was der arme Hiob alles so vertragen kann, bevor er sich gegen Gott wendet. Hiob hält eine Menge aus und sagt sich nicht los von Gott, aber er fordert Gott zum Gerichtsprozess heraus. Wohl gemerkt, er fordert Gott heraus. Der Satan spielt im ganzen Rest des Hiobbuches überhaupt keine Rolle mehr. Hiob will wissen, wie das mit Gott und seiner Gerechtigkeit ist. Am Schluss muss Hiob feststellen, dass er die Sache nicht durchschauen kann. Aber die Annahme, es sei letztlich Satans Schuld, die kommt nicht vor. Dabei hat das Buch sie zu Beginn doch nahe gelegt.

Kommen wir zu der nächsten sehr prominenten Satanstelle: Die Versuchung Jesu in der Wüste. (Matt 4,1-11) Da sind wir auch schon recht nah bei dem Heiligen Antonius, den Sie erwähnt haben. In der Wüste nämlich erscheint der Satan Jesus nach sage und schreibe vierzig Tagen des Fastens. Man kann sich gut vorstellen, dass man nach vierzig Tagen Fasten in der Wüste Besuch auch vom Satan bekommt. Jesus wird dann auch von dem Satan mit solchen Dingen versucht, die ihm besonders begehrenswert erscheinen mussten: Erst einmal mit etwas zu essen. Dann lautet die Versuchung sich einfach fallen zu lassen und Gott alle Verantwortung zu überlassen und schließlich Abkehr von Gott. Man kann aus diesem Bibeltext den Satan ebenfalls vollkommen herausstreichen, und er macht immer noch Sinn: Jesus will wissen, wie sehr er tatsächlich zu Gott gehört. Er geht in die Wüste und hält durch. Er isst tatsächlich nichts, stürzt sich nicht im Wahn in die Tiefe und kehrt Gott auch nicht den Rücken.

Antonius war ein großer Asket. Er lebte ebenfalls in der Wüste und liebte das Fasten ebenso wie die Einsamkeit. Er kannte selbstverständlich auch die Geschichte von der Versuchung Jesu. Da wäre es doch geradezu ein Wunder gewesen, wenn ihn nicht auch der Satan versucht hätte. Die Versuchungen für ihn waren etwas anderer Art, so erscheint ihm der Teufel zum Beispiel als eine (oder auch als mehrere) schöne Frauen. Auch Antonius bleibt standhaft, selbst als sein Teufel sich dazu anschickt, ihm sogar körperlich zu schaden, also ähnlich wie bei Hiob.

Ich will die Geschichten gar nicht "psychologisieren", aber sie funktionieren alle auch ohne einen personifizierten Satan. Allerdings sind sie farbiger, wenn man den Satan dabei hat. Er funktioniert gut als Rolle. Leider ist er aber auch zu einem großen Problem geworden, denn man fing an sich vor ihm zu fürchten. Während Jesus ihn noch lächerlich machte mit seinen gewitzten Antworten in der Wüste, haben sich Christinnen und Christen vor dem Satan gefürchtet, ihn überall erwartet und gesehen und sich verrückt machen lassen.

Darum bin ich dafür, den Satan aus unserem Glauben und erst Recht aus unserem Alltag auszutreiben. Ich denke, wir können sehr gut ohne ihn. Wer dennoch an der Vorstellung festhalten will, mag das tun, doch sollte man drauf achten, dass man ihm nicht zu viel Macht einräumt. Das können wir aus der Bibel lernen.

Herzliche Grüße

Frank Muchlinsky

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Kommentare

Sie beschreiben Satan als eine "Hilfskonstruktion" - Soweit ich weiß ist Luzifer ein Erzengel, genau wie Michael, Raphael und Gabriel. Das müsste jedenfalls nachweisbar sein. Deswegen ist er auch, meiner Meinung, "mehr" als ein böser Platzhalter, der uns eine ungewohnte Seite Gottes erklärt. Sicher ist, Satan in jeder Ecke und Niesche zu finden gibt ihm Macht, mehr als ihm Zusteht. Angst war schon immer eine zweifelhafte Triebfeder. Mfg, Tobias.

Das ist ja richtig traurig was man hier von einem Bibelkenner hören muss.
Satan wird in der Bibel eindeutig als eigenständige Person bezeichnet und es wird.

Da vor den Menschen und Tieren nur die Engel erschaffen wurden, ist die logische Schlussfolgerung, dass Satan ein Engel ist, der sich gegen Gott stellte.

Ja, von der Erschaffung von Engeln ist in der Bibel auch nicht die Rede.

Von der Erschaffung ist sehr wohl die rede.
Von Jesus Wird gesagt, dass er vor allem anderen erschaffen wurde und durch ihn alles erschaffen wurde, das sichtbare und das unsichtbare:
Kol. 1,16+17:16 Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen.

Ihr Bibelvers sagt lediglich aus, dass durch Christus alles geschaffen ist. Einen Bericht darüber, wie die Engel geschaffen wurden und wie einer von ihnen "fiel", den gibt's nichtin der Bibel. Übrigens, Vorsicht! "Von Jesus Wird gesagt, dass er vor allem anderen erschaffen wurde" – Das widerspricht unserem christlichen Bekenntnis vehement! Schauen Sie mal:

Aus dem Bekenntnis von Nicäa Konstantinopel:

Ich glaube an den einen Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer alles Sichtbaren und Unsichtbaren.

Und an den einen Herrn Jesus Christus,
den Sohn Gottes,
der als Einziggeborener aus dem Vater gezeugt ist, das heißt: aus dem Wesen des Vaters,
Gott aus Gott, Licht aus Licht,
wahrer Gott aus wahrem Gott,
gezeugt, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch den alles geworden ist, was im Himmel und was auf Erden ist.

Darum sage ich gern noch einmal: Machen Sie sich weniger Gedanken über den Satan als mehr über Gott und seinen Sohn Jesus Christus!

 

Dann widerspricht dieses Bekenntnis aber dem Wort Gottes:
Kolosser 1,15-17 "15 Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der ERSTGEBORENE vor aller Schöpfung.
16 Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen.
17 Und ER IST VOR ALLEM, und es besteht alles in ihm. "

Erstens: Das Bekenntnis widerspricht dem Kolosserbrief nicht. Es versucht vielmehr, das Geheimnis zu beschreiben, dass Jesus sowohl wahrer Gott als auch wahrer Mensch ist, zu beschreiben. Jesus Christus war bereits vor der Welt und ist außerdem gezeugt und geboren worden in unserer Welt. Zweitens: Die Bibel ist nicht von Gott diktiert worden. Sie wurde ebenso von Menschen verfasst wie unsere Glaubensbekenntnisse. Man kann darum die Bibel nicht lesen, als hätte Gott in ihr unmissverständlich zu den Menschen gesprochen.

Sehr geehrter Herr Muchlinsky,

Ihre Antwort ist falsch wir kämpfen wie Paulus schreibt gegen die Bösen Geister und die Mächtigen die unter dem Himmel herrschen.
Auch in Jesaja steht beschrieben wie der Schöne Morgenstern zunächst das vollkommene Abbild der Schöpfung darstellt und Kleidung voll Edelsteine hatte bis in seinem Herzen das Böse entdeckt wurde und er in seinem Herzen sprach ich will meinen Thron über den Himmel errichten. Jesaja spricht im Heiligen Geist zu der Finsteren Macht hinter dem König von Babel: In die tiefste Grube wirst du fahren wo Würmer deine Decke sind.
Gott ist die Liebe und hat nichts mit den Mächten der Finsternis zu tun. Das ist Blasphemie.

Auch Paulus schreibt das Ihn ein Satans Engel als Dorn in sein Fleisch gegeben wurde damit er sich nicht überhebt. Der Satans Engel wird durch den Heiligen Geist ausgetrieben wie Paulus schreibt er rühmt sich der Stärke des Herrn aber am liebsten seiner eigenen Schwäche weil Gott in den schwachen besonders Mächtig ist.

Ich kann das persönlich bestätigen weil ich diesen Dorn im Fleisch auch habe und durch den Heiligen Geist wird dieser logischerweise ausgetrieben.

Das Reich der Himmel besteht in der Einheit des Heiligen Geistes und wir befinden uns im Kampf gegen die Mächte der Finsternis. Wer gegen den Heiligen Geist redet dem wird nicht vergeben werden weder in diesem noch im nächsten leben.

Es ist die Lehrmeinung der Kirche das der Satan und seine Engel und die verdammten Menschen in die Hölle müssen die anderes sagen werden verdammt.

Wir sind Tempel des Heiligen Geistes und wir kämpfen mit Christus gegen den Teufel und die Mächte der Finsternis. Wir müssen unseren Geist mit dem Heiligen Geist vereinigen und leben dadurch Ewig in Gerechtigkeit Frieden und Freude im Heiligen Geist wenn wir vor dem Menschen bekennen das Jesus der Christus ist. Das bedeutet auch das Christus gekommen ist um die Werke des Teufels zu zerstören. Mit Christi Geburt hat Gott den Teufel gerichtet. Das ist Grundlage des Evangeliums ohne dieses Bekenntnis Glauben Sie nicht an das Evangelium.
Wir zerstören Festungen, wir bringen geschlossene Vernunftkreise auf und nehmen Gedanken gefangen die sich über Gott ergeben und übergeben Sie Jesum.

ES IST ABSOLUTES DOGMA das Gott Gut ist weil es schon das Wort bedeutet. GOTT HAT MIT DEM SATAN NICHTS ZU TUN. Diese Aussage der Menschen die sagen der TEUFEL KOMME VON Gott wird nach Aussage Heiligen Schrift nicht vergeben.

Liebe/r L.S.,

danke für Ihre Meinung.

Mit frundlichem gruß,

Frank Muchlinsky

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