Wäre ein Konfessionswechsel sinnvoll?

gestellt von Carina am 5. Februar 2019

Hallo Frau Pastorin,

Folgende Situation: mein Kind ist evangelisch. Wir (die Eltern) sind getrennt und haben das gemeinsame Sorgerecht.
Ich möchte gern die Konfession wechseln, damit mein Kind auf eine katholische Schule gehen kann, da diese ein besseres Lernkonzept anbietet, organisatorisch besser einzurichten ist, er dort eine pädagogische Person aus familiären Umfeld hat.
Die einzige Möglichkeit, die ich habe, damit er auf diese Schule gehen kann, ist ein Konfessionswechsel.

Der Vater und ich können leider gar nicht über die Erziehung des Kindes sprechen und etwas gemeinsam entscheiden. Daher meine
1. Frage : Kann ich den Konfessionswechsel auch alleine beantragen für.mein Kind? Sein Vater ist konfessionslos (er war evang., ist aber aus der Kirche ausgetreten).
2. Frage: Kann ich später wieder einen Wechsel ohne Probleme durchführen lassen?
3. Frage: Kann ich im Auftrag für meinen Sohn die Erstkommunion verweigern, bis er 10 Jahre ist und selbst entscheiden kann? Liebe Grüße

Liebe Carina,

über die Frage habe ich mir lange Gedanken gemacht. Sie ist alles andere als leicht zu beantworten! Und Sie sind in einer sehr schwierigen Situation. Natürlich möchten Sie die beste Schule für Ihren Sohn, dafür würden Sie sogar - vorübergehend - Ihre Konfession wechseln. Eine großer Schritt!

Nun zu Ihren Fragen: 1. Wenn Sie das gemeinsame Sorgerecht haben, können Sie nur gemeinsam entscheiden, welcher Konfession Ihr Kind angehört. Das legt das Gesetz für religiöse Kindererziehung so fest. Ausnahmen können im Rechtsstreit nur über das Familiengericht erwirkt werden.

2. Ein Konfessionswechsel ist auch später erneut ohne Probleme möglich.

3. Prinzipiell muss Ihr Sohn nicht zur Erstkommunion, wenn Sie das nicht möchten. Das kann sich aber natürlich in der schulischen Situation noch einmal ganz anders darstellen.

Wie Sie sehen, spricht einiges dagegen, einen Konfessionswechsel für die Wahl des Schulorts anzustreben - das wäre mit einigen juristischen Hürden verbunden. Zumal es mir so scheint, dass es eigentlich eine Notlösung für Sie wäre. Viele katholische Schulen nehmen auch evangelische Schülerinnen und Schüler auf. Wäre das hier möglich? Wenn das nicht der Fall ist, ist es vielleicht sinnvoll, eine Familienberatungsstelle und/oder Ihre Heimatgemeinde zur Beratung hinzuziehen.

 

Beste Grüße,

Johanna Klee

 

 

 

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