Wie erkläre ich meinem Kind den Tod und Auferstehung?

gestellt von Stephanie am 15. Januar 2020
Kinder fragen nach Tod und Auferstehung

© Evgenij Yulkin / Stocksy United

Hallo, mein Kind ist 7 und palliativ. Fragen zum Thema Sterben und Gott finde ich schwierig zu beantworten, auch wenn seine gleichaltrige Schwester fragt. Ich glaube an Gott, es fällt mir aber aktuell schwer.
Wie antworte ich kindgerecht?
Wie nehme ich meinem Kind die Angst vor dem Ungewissen?

Liebe Stephanie,

wenn der Tod im Leben auftaucht, dann tauchen auch viele Fragen auf. Warum sterben wir? Warum einige so früh? Was kommt danach? Die Fragen verunsichern uns, denn niemand hat sichere Antworten darauf. Und wenn man dann noch selbst direkt von der Aussicht betroffen ist, bald zu sterben, werden Furcht und Unsicherheit nur umso größer.

Ich verstehe Ihren Wunsch sehr gut, dass Sie Ihrem Kind die Angst nehmen möchten. Dass Sie damit an Ihre Grenzen stoßen, kann ich ebenso gut verstehen. Sie werden um Antworten gebeten auf Fragen, die Sie sich selbst stellen. Sie werden um Gewissheit gebeten, die Sie selbst nicht empfinden können.

Gut ist aber, dass Ihre Kinder fragen, denn das bedeutet, dass sie sich nicht allein mit ihren Ängsten und ihrer Traurigkeit auseinandersetzen wollen. Fragen bedeutet nicht unbedingt, dass man eine Antwort erwartet, die alles erklärt. Fragen heißt: "Ich brauche dich an dieser Stelle." Darum ist zunächst das Wichtigste, wenn Sie sich die Zeit nehmen, über diese Fragen zu sprechen. Sie können davon erzählen, was Sie selbst glauben, was Sie sich vorstellen, was Sie sich zusammenreimen. Und Sie können auch darüber sprechen, was Sie einfach nicht wissen, was Sie vielleicht einmal geglaubt haben, und woran Sie mittlerweile zweifeln.

Vor allem aber können Sie Ihre Kinder ermutigen, selbst von ihren Ideen, ihren Wünschen, ihrem Glauben, ihren Hoffnungen zu sprechen. Wie ich schon geschrieben habe: Sie können keine Antworten geben, die alle Fragen und Unsicherheiten ausräumen. Sie können sich aber als Gesprächspartnerin anbieten. Einen Hinweis möchte ich Ihnen für Ihr Gespräch unbedingt noch geben: Nehmen Sie Ihre Kinder als vollwertige Gesprächspartner ernst. Sie selbst wissen an dieser Stelle nicht mehr als Ihre Kinder. Geben Sie die Fragen frei! Machen Sie deutlich, was Sie selbst gern hoffen möchten, aber fragen Sie auch nach den Vorstellungen Ihrer Kinder. Und ich meine in diesem Fall unbedingt wirklich beide Kinder. Das ist ein Gespräch, dass Sie auch zu dritt führen können, wenn Sie möchten. Gemeinsam können Sie nach Antworten suchen, die Ihnen allen gut tun. Es tut gut von den Hoffnungen anderer zu hören.

Ich lese aus Ihren Zeilen auch, dass es Ihnen gerade schwer fällt, an Gott zu glauben. Das ist sehr verständlich. Viel einfacher ist es, wenn das Leben es gerade gut mit uns meint, wenn alles bunt und schön ist. Da auch hier anscheinend ihre Kinder Sie fragen, können Sie hier ebenso vorgehen: Reden Sie gemeinsam über Ihre Fragen und auch über Ihre Zweifel und vielleicht Hoffnungen und Wünsche. Und vielleicht fragen Sie Ihre Kinder, was sie Gott gern sagen möchten, und dann beginnen Sie zusammen ein Gebet.

Gern würde ich Ihnen noch besser helfen, Ihnen Mut machen und Gewissheit geben, aber auch ich kann nur beisteuern, was ich selbst glaube. Ich glaube, dass Gott bei uns ist – auf dieser Seite des Lebens, wie auf der anderen. Ich glaube, dass wir das nicht immer spüren können, weil es uns manchmal einfach zu schlecht geht. Kindgerecht möchte ich noch hinzufügen: Und was glaubst Du?

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Frank Muchlinsky

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